Chronik von 1925 - 1949

Chronik von 1925 bis 1929

1925 - Jahresbericht 1924 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im verflossenen Jahr sind dem Verein 11 Kameraden beigetreten. Ausgetreten ist niemand. Gestorben sind 8 Kameraden: Georg Leitner Oberleiten Veteran 1870-71 am 4. März, Forster Johann pens. Bergmann Veteran 1870-1871 am 22. März, Schreyer Egid Gmund Veteran 1870-71 am 21. Juni, Schöttl Hans am 31. Oktober, Grublinger Johann pens. Bergmann am 3. November, Mair Johann Bergmann Abwinkl Kriegsteilnehmer 1914 – 1918 am 12. November, Schmidtner Benedikt Oberjäger am 2. Januar 1925. Wir werden diese aus unserer Mitte geschiedenen Kameraden ein ehrendes Gedenken bewahren und ersuche die Anwesenden zum Zeichen der Trauer von den Sitzen zu erheben. Der derzeitige Mitgliederbestand beziffert sich auf 5 Ehrenmitglieder – das sind die Veteranen von 1866 und 1870/71 und 407 aktive Mitglieder. Der 87. Veteranenjahrtag fand bei zahlreicher Beteiligung und herrlicher Witterung am 11. Mai statt. Der Vereinsball wurde am gleichen Tage abgehalten. Am 25. Januar dieses Jahres fand eine Ausschusssitzung statt. Tagesordnung: 1. Patenstellen zum Nachbarverein Parsberg-Wies. 30 jähriges Jubiläum und Fahnenweihe am 16. August 2. Vorbesprechung zur Generalversammlung nebst Festsetzung der Jahresbeiträge 3. Ehrenmitgliedschaft seiner Exzellenz  General von Stetten. Der Veteranen Verein beteiligt sich bei folgenden Festlichkeiten: Am 29. Mai beim 50 jährigen Gründungsjubiläum der freiwilligen Feuerwehr Schliersee. Am 1. Juni beim hundertjährigen Stiftungsfest des Veteranenvereins Rottach-Egern am 9. Juni beim Veteranen Jahrtag in Agatharied am 19. Und 22. Juni bei Fronleichnam, am 23. Juni Empfang des Herrn Kardinal zur hl. Firmung. 29. Juni Gaufest des Volkstrachtenvereins, am 6. Juli bei der Einser-Fahnenweihe in Miesbach. 20. Juli 25 jähriges Gründungsjubiläum des Arbeiter- Kranken – Unterstützungs-vereins Schliersee , am 10. August  75 jähriges Gründungsjubiläum  der Gebirgsschützenkompanie Schliersee  2. November bei der Kriegergedächtnis-feier in Schliersee und am 23. und 30. November beteiligten wir uns noch anlässlich der Mission in unserer Pfarrei . Schliersee 1. März 1925  Stöger, Schriftführer. 

 

1925 - 10. Februar Austritt aus dem Bayer. Kriegerbund aus finanziellen Gründen. 

 

1925 - 1. März - 88. Generalversammlung. Vorstand Leitner eröffnete um ½ 3 Uhr die Versammlung. begrüßte mit dem alten bayerischen Krieger-Wahlspruch „In Treue fest“ die erschienen Kameraden und gab die Tagesordnung bekannt: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Neuwahl, 4. Wünsche und Anträge. Jahresbericht des Schriftführers Stöger und Rechenschaftsbericht von Kassier Sommerauer wurde mit Befriedigung entgegen genommen und wurde dem Kassier die Entlastung erteilt. Wahlergebnis: 1. Vorstand Lorenz Leitner Schliersee 46 Stimmen, 2. Vorstand Martin Rank  Schliersee  44 Stimmen, Schriftführer Josef Stöger Schliersee 47 Stimmen, Kassier Anton Sommerauer Schliersee 46 Stimmen, 1. Fahnenjunker Georg Leitner Oberleiten 42 Stimmen und 2. Fahnenjunker Georg Sonnenstatter jun. Schliersee 41 Stimmen. Ausschuss: Bammer Nikolaus  Schliersee, Reil Georg Westenhofen, Mair Andreas Fischhausen, Stadler Lorenz Naglbach und Duffner Ludwig Westenhofen, Kiehlechner Gottfried Schliersee, Hofberger Josef Schweinthal, Sonnenstatter Georg jun. Schliersee. Vereinsdiener für Schliersee: Fischer Xaver, Vereinsdiener für Hausham und Agatharied Sieber Josef. Der Veteranen und Kriegerverein Schliersee übernimmt auf Ansuchen beim Nachbarverein Parsberg-Wies die Patenschaft zu ihrem 50 jährigen Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe am 16. August 1925, wo wir an ihre Gründung schon als Pate gestanden, der heurige Veteranen-Jahrtag wird in seinen alten Gepränge am 10. Mai mit Vereinsball abgehalten. Vorstand Leitner ermunterte die Kameraden zum treuen Zusammenhalt und schloss um 6 Uhr die Versammlung. „In Treue fest“. Stöger, Schriftführer. 

 

1925 - 16. August Am heutigen Sonntag den 16. August 1925 zog der Veteranen und Kriegerverein Schliersee mit Musik und Tambour bei zahlreicher Beteiligung nach Miesbach zum 50 jährigen Jubiläum mit Fahnenweihe des Nachbarvereins Parsberg – Wies, um die Patenstelle zu vertreten. Am Waitzinger Keller vom Festverein und Festmusik empfangen, marschierten wir in ihr Vereinslokal Gasthof Wendelstein. Unsere Altveteranen und Fest-Jungfrauen wurden von der Waitzinger Brauerei mittels Auto zum Festplatz gefahren. Die Aufstellung des Festzuges erfolgte am Bahnhofsplatz in drei Abteilungen. Der Patenverein wurde mit seiner überall geschätzten Musik Kapelle Reil als Festzugsspitze eingereiht. Der Festgottesdienst mit Fahnenweihe wurde in der Stadtpfarrkirche abgehalten. Hierauf fand der eigentliche Festakt mit Fahnenübergabe vor dem festlich dekorierten Rathaus statt. Die Festjungfrau Barbara Markhauser übergab dem Patenverein Parsberg – Wies nach einem sehr guten vorgetragenen Prolog das Patenband. 1. Vorstand Lorenz Leitner beglückwünschte den Festverein zu seinem heutigen schönen Jubeltag und zu ihrem Weg ins zweite halb Jahrhundert. Hierauf fand im Waitzinger Keller der Mittagstisch mit Doppelkonzert der Kapellen Wies und Schliersee statt. Unter altem Soldatengeist und bei treuer Kameradschaft vergingen uns die schönen Stunden allzu schnell. Abends 6 Uhr tritt der Patenverein per Lastauto gratis gestellt von unserem langjährigen Kassier Anton Sommerauer die Heimreise an. Der Festverein begleitete uns noch ein Stück Weges. Die Fahnen bekreuzten sich zum Abschied und so nahm der schöne Jubeltag sein Ende. Schliersee, den 18. August 1925 Stöger, Schriftführer.

Jahresbericht 1925 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im verflossenen Jahr sind dem Verein 12 Kameraden beigetreten. Ausgetreten sind 19. Gestorben sind 4 Kameraden: Glötzl Franz Hauer am 1.Juni, Haltmair Josef Bauer Wies Feldzugssoldat 1870-1871 und Ehrenmitglied am 1. August, Kleinmeier Josef Gastwirt Agatharied Feldzugssoldat 1914 – 1918 am 12. August und Manhardt Thomas pens. Bergmann am 15. November. Wir werden diesen aus unserer Mitte geschiedenen Kameraden ein ehrendes Andenken bewahren und ersuche die Versammlung sich von den Sitzen zu erheben. Der derzeitige Mitgliederbestand beziffert sich auf 365 aktive Mitglieder und 5 Ehrenmitglieder. Der 88. Veteranenjahrtag fand bei zahlreicher Beteiligung  und freundlicher Witterung am 10. Mai statt. Der Vereinsball wurde am gleichen Tag abgehalten. Ausschusssitzungen waren im vergangenen Vereinsjahr 3. Am 3. Mai, 21. Januar und 7. Februar und eine außerordentliche Generalversammlung am 19. Mai. Der Veteranen Verein beteiligte sich bei folgenden Festlichkeiten am Himmelfahrtstag, bei der Fahnenweihe des Volkstrachtenverein Schliersee bei der Nachmission am 3. Mai, am Pfingstsonntag beim Veteranen Jahrtag in Agatharied, am 11. und 14. Juni bei der Fronleichnamsprozession, am 28. Und 29. Juni bei dem 25 jährigen Priesterjubiläum des hochwürdigen Herrn Pfarrer und Dekan Adalbert Obermeier, am 16. August bei der Fahnenweihe des Veteranen und Kriegervereins  Parsberg – Wies und am 8. November beim Landesgedenktag. Schliersee, den 28. Februar 1926 Stöger, Schriftführer. 

 

1926 - 28. Februar 90. Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Ein alter, sogar der älteste Verein Schliersee, hielt heute im Vereinslokal (Post) seine 90. Ordentliche Generalversammlung. 90 Jahre sind seit der Gründung verflossen und es ist deshalb noch sehr erstaunlich, wie die gegenwärtige Vorstandschaft beabsichtigt, das kommende Gründungsjahr besonders feierlich zu begehen. Unter diesen Gesichtspunkten stand auch die Versammlung die der I. Vorstand Lorenz Leitner eröffnete. Aus dem Bericht des Schriftführers Stöger ist zu entnehmen, dass sich der Verein im vergangenen Vereinsjahr an der Kriegerwallfahrt in Altötting mit 24 Mann beteiligte, welche sich durch die abendliche Lichterprozession ganz feierlich und sehr erhebend gestaltete. Ferner an dem Empfang des Herrn Kardinals von Faulhaber bei der Firmung, an dem Stiftungsfest des Nachbarvereins Agatharied, an der Fronleichnamsprozession, am Landeskriegergedenktag und an der Bestattung unseres Ehrenmitgliedes Herrn Forstrat Richard Knoch in München. An neu aufgenommenen Mitgliedern sind 18 zu verzeichnen, 2 sind verzogen, verstorben sind die nachfolgenden Kameraden: Fehn Lorenz Feldzugssoldat 1870-1871 am 9. Juni, Frei Markus Feldzugssoldat 1914-1918 am 18. Juni, Wiedemann Peter Schneidermeister am 19. Juni, Geiger Max Feldzugssoldat 1914-1918 am 31. Oktober, Lechner August Feldzugssoldat 1914-1918 am 28. November, Zach Michel Feldzugssoldat 1870-1871 am 17. Juni und Knoch Richard Forstrat Feldzugssoldat 1870-1871 am 8. Februar. Die laufenden Arbeiten des Vereins wurden in zwei Ausschusssitzungen erledigt, der Kassenbericht, erstellt von Kassier Anton Sommerauer schließt wie folgt ab: Einnahmen 974,65 Mark  Ausgaben 474,10 Mark  Aktivrest: 500,55 Mark. Nachdem gegen die beiden Berichte Einwendungen vonseiten der Mitglieder nicht erhoben wurden, erteilte der Vorstand die Entlastung. Bei Besprechung der Feier des 90. Stiftungsfestes kam Vorstand Leitner darauf zurück, dass nur wenige die Namen der Gründungsmitglieder des Jahres 1837 kennen und er daher nicht versäumen wolle, dieser bei der heutigen Versammlung ehrend zu gedenken. Es sind dies folgende: Kainz Georg,  Vorstand Schliersee, Haltmair Klemenz  Schliersee, Oltilinger Josef, Rosenberger Balthasar, Bammer Johann Vierzger, Eham Ignatz Grünboden, Eham Paul Grünboden, Kameter Johann Josefsthal, Frank Jakob Attenberg, Offenbacher Egid Attenberg, Daller Andreas Schliersee, Neumüller Georg Schliersee, Kammerer J. Schliersee, Grimm Josef Öd, Mayrhofer Franz Fischhausen. Zum 90. Stiftungsfest wird die Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen. Die Aufbringung der Mittel hierzu wurde einer 15 köpfigen Kommission übergeben. Ein schriftlich eingereichter Antrag, alle das 70 Lebensjahr erreichende Mitglieder zum Ehrenmitglied zu ernennen, wird einstimmig abgelehnt. Dagegen wird der bisherige Vereinsdiener Xaver Fischer in Anbetracht seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Wegen Übernahme der Kosten für Musik und Salven am Landestrauertag soll ein Gesuch an den Marktgemeinderat Schliersee gerichtet werden. Am weiß-blauen Bayerntag in Hausham im Mai beteiligt sich der Verein mit Fahnen. Die Bestimmung eines neuen Vereinsdieners wird der Vorstandschaft überlassen. Mit dem Ruf „In Treue fest“ schloss Vorstand Leitner die Versammlung. Schliersee, den 6. März 1927 Stöger, Schriftführer. 

 

1927 - 06. März - Am 6. März 1927 war ordentliche Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee, wobei unter anderem die Anschaffung einer neuen Fahne zum 90. Stiftungsfest einstimmig beschlossen wurde (Fahnenstickerei Hermann Jahn Rosenheim). Es wurde neben dem jeweiligen Ausschuss noch ein Festausschuss gebildet, der aus folgenden Herren Mitglieder besteht: Bammer Nikolaus, Schmotz Josef, Stadler Johann, Kuchler Ludwig, Eder Martin, Schliersmair Wolfgang, Auracher Georg, Mayer August, Landstorfer Sebastian, Jennerwein Josef, Mödl Alois, Staudacher Alois, Maier Hans und Merx Peter. Am 13. März 1927 war die erste Festausschuss-sitzung  wobei 25 Mitglieder anwesend waren. Vorstand Leitner begrüßte die Kameraden und gab den Zweck unseres heutigen Zusammentreffens bekannt. Es wurde dabei der Grundstein zur neuen Fahne gelegt mit Einzeichnung im Betrage von 375 Mark. Dabei wurde auch beschlossen, Entwürfe für Fahnen bei unseren bekannten Firmen einzuholen. Es wurde der Antrag gestellt Sammellisten anzulegen. Die nächste Festausschusssitzung fand am 27. März statt.  Es wurden die verschiedenen Muster, welche inzwischen eingelaufen sind durchgesehen, dabei fiel die Wahl auf die bekannte Fahnenstickerei Firma Herrmann  Jahn Rosenheim. Dem dieselbe den von den Herrn Leitner, Mödl, Staudacher, und Kuchler persönlich in Auftrag gegeben wurde. Die nächste Ausschusssitzung war am 18. April. Es wurden der Zeitpunkt und das Festprogramm zusammengestellt. Am Tag der Fahnenweihe  wurde der 26. Juni bestimmt. Die Patenschaft soll der Veteranen und Kriegerverein Parsberg-Wies übernehmen mit welchen wir schon über ein halbes Jahrhundert treu als Patengegenseitig in Verbindung stehen. Die Sammellisten wurden dennoch an die Festausschussmitglieder übergeben, welche diese Aufgabe übernommen haben.  Am 8. Mai wurde wieder eine Ausschusssitzung einberufen. Es wurden die eingelaufenen Zusagen der verschiedenen Vereine bekannt gegeben.  Die Namen der Fahnenbraut, der Fahnenmutter und Festjungfrauen wurden festgesetzt. Auch wurde der Antrag gestellt 8 ehemalige Kavalleristen als Reiter in Uniform an die Spitze des Festzuges einzureihen. Diese Aufgabe übernahm unser langjähriges Ausschussmitglied und ehemalige Kavallerist Andreas Maier. Am 5. Juni war Ausschusssitzung. Es wurde als Festlokal unser altes Stammlokal Gasthof zur Post bestimmt, wo wir schon seit 90 Jahren seit der Gründung des Vereins unseren Sitz haben. Lokal des Patenvereins bei der Fahnenweihe soll die Seerose sein.  Punkt II war Musikfragen, welche mit Herrn Musikmeister Reil besprochen und abgemacht wurde. Auch einige Einzeichnungslisten wurden dem Kassier abgeliefert. Am 12. Juni war eine der Festausschuss-sitzungen.  Es wurden dann die Züge zusammengestellt. 1. Zug:  Patenverein an der Spitze, Musik-Kapelle Parsberg-Wies, Führer Martin Lindner.  2. Zug: Musik-Kapelle Bayrischzell Führer Alois Staudacher. 3. Zug:  Spitze Musik-Kapelle Fischbachau, Führer Josef Jennerwein. Der Festverein mit Musik-Kapelle Reil-Schliersee soll außer den 3 Zügen eingeteilt werden. Das Oberkommando über sämtliche Züge wurde Alois Mödl übertragen.  Die letzte Festausschusssitzung am 19. Juni . Sämtliche Festjungfrauen, Fahnenbraut und Fahnenmutter wurden hierzu eingeladen. Die Führung hierzu übernahm unser Festausschuss-mitglied Sebastian Landstorfer und Stöger. Es wurden die Prologe vorgetragen, welche tadellos eingelernt waren. Es wurden dann an sämtliche Jungfrauen die Arbeiten verteilt die sie bei der Fahnenweihe zu besorgen haben. Als Altveteranen-Führer wurden die Festausschussmitglieder Mayer August, Kuchler Ludwig, Kiehlechner Gottlieb und Auracher Georg bestimmt, welche ihre Anweisungen in Empfang nahmen. Zur Dekoration beziehungsweise Latschen und Buschen herbeizuschaffen haben sich die Festausschussmitglieder Schmotz Josef, Schliersmeier Wolfgang, Sonnenstatter Georg, Hofberger Josef, Auracher Georg bereit erklärt. Die Dekoration selber übernahm Fahnenmutter, Fahnenbraut und Festjungfrauen und verschiedene Frauen unserer bewährten Mitglieder. Als dann der ganze Aufbau zur bevorstehenden Fahnenweihe in den Festausschusssitzungen erledigt war, und die Arbeiten alle in guten Händen  waren, dankte I. Vorstand für das treue Zusammenhalten im Verein und schloss mit dem Wahlspruch „In Treue fest“ die letzte Festausschusssitzung.

 

1927 - 25.-26. Juni - 90 jähriges Stiftungsfest des Veteranen und Kriegervereins Schliersee 

Neunzig Jahre Leben und Wirken des Veteranen und Kriegervereins liegt im Strom der Zeit. Das der heutige herrliche Festtag mit seinen bedeutsamen Vorabend gaben Zeugnis, dass im Verein trotz der Stürme der Zeit bestes Leben zählt. Wochen angestrengter Arbeit und fieberhafter Tätigkeit gingen diesem alten Kriegerfeste  voran. Die Trauerserenade mit Fackelzug am Vorabend an der sich der Jubelverein sowie sämtliche Ortsvereine äußerst zahlreich beteiligten war durch teilweise einsetzenden Regen etwas beeinträchtigt, dass als die Musik den alten bayerischen Zapfenstreich spielte blinkten schon einige Sterne vom Himmel und man freute sich schon auf einen schönen sonnigen Jubeltag. Am Festtag hallt um 5 Uhr früh vom alten Weinberg die Böller ihre ehernen Grüße ins Land trugen, zog ein gar seltener schönes Sonntagmorgen herauf. Gar bald wurde es auf den Straßen und vor dem Vereinslokal zur alten Post lebendig. Die ersten Vereine wurden von der wachen Festmusik empfangen. Die Altveteranen sowie die Jungfrauen des Patenvereins kamen mit  Auto Finsterlin und Waitzinger an. Die Fahnenbraut und Fahnenmutter wurden mit Fuhrwerk Färber abgeholt ins Vereinslokal gebracht. Um 1/2 10 Uhr standen am Bahnhofsplatz 40 Vereine mit Fahnen wohl geordnet zum Kirchenzug. Voran ritten 4 schneidige ehemals gediente Chauveleger in Augsburger und Dillinger Friedensuniform und Lanzen mit weiß blauen Fähnchen. Am Schlusse des Zuges folgten die drei schön dekorierten Gespanne der Lohnkutscher Georg Schreier, Thomas Löw und Johann Färber mit 15 Altveteranen. Um 10 ½ Uhr war die Pfarrkirche bereits gefüllt mit Kriegskameraden. Hochwürdiger Herr Pfarrer und Dekan Obermeir hielt einen sehr schönen Festgottesdienst. Vor dem Weiheakt gedachte er den 15 Gründer des Vereins. Nach beendigter Feldmesse zog man durch beiderseits dichtumsäumten von Zuschauern zum Festplatz im Schrödlgarten. Die Reihenfolge des Festaktes war folgend: Fahnenbraut, Fräulein Elisabeth Antretter übergab ihrem ausgezeichnet Prolog, die neue Fahne dem Festverein. Hierbei spielte die Musik und Tambour den Fahnenmarsch.  Namens  der Festjungfrauen sprach Frl. Dora Six mit Bandübergabe an Patenverein von Parsberg-Wies  den Prolog mit Dankspruch und Bandübergabe an Patenverein Frl. Lisl Stöger. Frl. Anna Eham übergab das von Max Hohenleitner gestiftete Trauerband der gefallenen Helden. Nun sprach die Fahnenmutter Frau Elise Stöger und stiftete ihr Band an die neue Fahne. Herrn Obersekretär Fleischmann Miesbach hielt die Ansprache des Patenvereins. Den Schluss bildete die sehr gut vorgetragene Festrede von unserem 1. Vorstand Lorenz Leitner. Nachdem die Erinnerungsbänder an die Vereine verteilt waren, folgte die Aufstellung zu dem farbenprächtigen Festzug: Marschrichtung Bahnhofsstraße – Seesrose – Staber – Karl Haiderstraße – Seestraße bis Hotel Edelweiß – zurück zur alten Post. Der dritte Zug nahm sein Quartier beim Huberwirt (Hotel am See) Zweiter Zug: Messnerwirt. Erster Zug und Patenverein Gasthof Seerose. Der Jubelverein, die Altveteranen und Festjungfrauen versammelten sich zum Festmahl in unserem schön dekorierten Postsaal, wo gar bald die fröhlichste Festtagsstimmung herrschte, wie auch in allen anderen Standquartieren die Musikkapellen konzertierten bei dem schönen Sonntag der einen richtigen Gartenbetrieb hervorbrachte. Alte Kriegserinnerungen und zurückliegende Waffentaten des langen Weltkrieges wurden wieder wach und hielten die alten Soldaten lange zusammen. Wohlbefriedigt wurde überall der schöne Verlauf des Festes besprochen. Für den Festverein war es eine besondere Ehre, das uralte Bild seines einstigen Mitbegründers Egid Offenbacher Irgenbauer von Attenberg Feldzügler von 1812 in Russland in seinen Reihen zu tragen. Im Laufe des Nachmittags wurde von Herrn Photograph Roth eine Erinnerungsaufnahme gemacht. Als nun der rührige Festausschuss ein paar frohe Stunden hinter sich hatte, war bereits die Zeit des Scheidens herangerückt. Mit klingenden Spiel voran die 4 Chauveleger zu Fuß begleitete der Jubelverein seine lieben Nachbar- und Brudervereine zu den Abendzügen. Ein letzter Händedruck das schöne Wort Auf Wiedersehen so ging dieser herrliche in die Geschichte  des Veteranen und Kriegervereins Schliersee unvergessliche und hochbedeutsame Jubeltag seinem Ende zu.  In großer Dankbarkeit wollen wir all den zahlreichen Stiftern und Spendern, so wie den wackeren Mitarbeitern des Jubelfestes gedenken. Vor allem danken wir unserem Kamerad Herrn Schreinermeister Alois Staudacher für den gediegenen geschmackvolle unentgeltliche Einrahmung der drei Kriegschroniken. Herrn Kamerad Ludwig Kuchler für sein wackeres Eingreifen zur Erreichung unseres Zieles. Besonderer Dank unserem lieben Mitgliedes Herrn Sebastian Landstorfer für seine unermüdlich Sammeltätigkeit wo er mit einer ungeahnt hohen Summe alle Finanzierungssorgen erschlug. Dem Führer der Altveteranen Herrn Kamerad August Mayer für die Beschaffung der nötigen Fuhrwerke und Mitarbeit der Geldsammlung mit Landstorfer. Herrn Kamerad Alois Mödl für die Bereitstellung des Bodenbelages auf der Festbühne. Den Herren Schmotz Josef und Stadler Johann von Althausham für die Geld-sammlung und das herbei bringen von Latschen und Daxen. Herrn Georg Auracher und Martin Rank für Sammlung und Dekoration. Kamerad Wolfgang Schliersmair und Georg Hofberger für Dekoration. Nicht zuletzt danken wir unserer Fahnenmutter Frau Elise Stöger für ihr zielbewusstes Eingreifen in der Dekoration wo im Verein mit Fahnenbraut und Festjungfrauen alles aufs herrlichste geziert wurde. Auf ein herzliches „Vergelts Gott“ für die schönen Bänder die an die neue Fahne und die umfassende Geldspende der Fahnenbraut, Fahnenmutter und Festjungfrauen bei dem Feste. Vielen Dank auch Herrn Max Hohenleitner für die Stiftung des schönen Trauerbandes zur neuen Fahne und für seine aufopfernde Tätigkeit bei der Dekoration. Herrn Altbürgermeister Nikolaus Bammer unser altbewährtes Mitglied der stets für unseren Verein bedacht ist, für die Stiftung des Trauerflors und wegen seiner Mitarbeit sei herzlichst gedankt. „In Treue fest“ Anton Sommerauer, Kassier, Lorenz Leitner, 1. Vorstand, Stöger, Schriftführer. 

 

1928 26. Februar 91. Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Nach üblicher Bekanntmachung in den beiden Miesbacher Zeitungen fand heute die ordentliche Generalversammlung statt, mit folgenden Punkten: Jahresbericht, Rechnungsabschluss und Neuaufnahmen. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, dass der Verein 8 Kameradendurch Tod verlor. Antretter Kaspar pers. Bergmann 30. April 1927, Schaller Ferdinand Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918  24. Juli 1927, Leitl Josef pens. Bergmann Feldzugsteilnehmer 1914 - 1918, Fohr Karl Kommerzienrat Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918 27. August 1927, Löw Thomas Lohnkutschereibesitzer Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918  1. September 1927, Finsterlin August Veteran 1870 -1871 12. September 1927, Bartl Kaspar Maurermeister 26. November 1927 und  Ashton Heinz prakt. Arzt Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918  12. Februar 1928. Neuaufnahmen sind 14 zu verzeichnen, ausgetreten bzw. verzogen sind 7 Mitglieder. Ferner ist zu entnehmen, dass der Verein heuer ein sehr arbeitsreiches, jedoch für den Verein sehr ersprießliches Jahr hinter sich hat. Den Beweis hierfür ist die neue Fahne, welche nebenbei noch eine schöne Summe Geldes in die Vereinskasse fließen ließ. Es ist dies nur dem einmütigen Zusammengreifen des Vereins zu verdanken möge weiterhin solche Eintracht walten. An Festlichkeiten beteiligten wir uns, weiß-blauer Bayerntag in Hausham am 21. Mai, Kriegerdenkmalseinweihung in Tegernsee 11. September, bei Fronleichnam, Kriegergedächtnisfeier am 14. November. Bei der Leonhardifahrt beteiligte sich der Verein mit Fahne sehr zahlreich. Herrn Gottlieb Kiehlechner Ehardtbauer in Fischhausen sei hiermit der herzlichste Dank auszusprechen für die Bereitstellung des schönen Wagens. Beim goldenen Hochzeitjubiläum unseres Ehrenmitgliedes Herrn Xaver Fischer am 10. August waren mehrere Mitglieder anwesend, wobei ihm von der Kasse ein kleines Geschenk  übergeben wurde. Zu Weihnachten wurde an einige Mitglieder und Altveteranen aus der Vereinskasse ein kleines Geldgeschenk überwiesen. Unsere alte Fahne wurde von der Kunststickerei Herrmann Jahn in Rosenheim wieder tadellos in Standgesetzt. Die Kasse des Vereins, in mustergültiger Weise geführt von Kassier Anton Sommerauer wurde mit größter Zufriedenheit entgegengenommen. Neuwahl zur Vorstandschaft bei 57 anwesenden Kameraden:

 

1. Vorstand:            Leitner Lorenz Schliersee                       56 Stimmen 

2. Vorstand:            Rank Martin Schliersee                           51 Stimmen 

1. Schriftführer:     Stöger Josef Schliersee                            55 Stimmen 

2. Schriftführer:     Landstorfer Sebastian Schliersee          55 Stimmen 

Kassier:                    Sommerauer Anton  Schliersee             54 Stimmen 

1. Fahnenjunker:   Leitner Georg Oberleiten                        54 Stimmen 

2. Fahnenjunker:   Mair Andreas Miesbach                          34 Stimmen 

3. Fahnenjunker:   Schmotz Josef Hausham                         44 Stimmen

 

Die übrigen Ausschussmitglieder wurden durch Zuruf gewählt:

 

Bammer Nikolaus Schliersee, Stadler Lorenz Hausham, Duffner Ludwig Westenhofen, Kiehlechner Gottlieb Schliersee, Reil Georg Westenhofen, Wagner August Schliersee, Dachner Michl Agatharied und Stadler Johann Hausham. Vereinsdiener Küntzler Ferdinand.

 

Bei Wünsche und Anträge wurde besprochen jeden Todesfall von Mitgliedern in den Miesbacher Zeitungen zu inserieren um somit die Beteiligung des Vereins bei Beerdigungen zu stärken. Es wurden dann noch einige Neuaufnahmen gemacht. Vorstand Lorenz Leitner ermahnte noch für fernere Treue zum Verein und schloss somit die 91. Generalversammlung. J. Stöger 1. Schriftführer. 

 

1928 - 29. April Der Veteranen- und Kriegerverein Schliersee beging heute Vormittag in feierliche Weise seinem 91. Gründungstag mit Feldmesse in der Pfarrkirche und Gefallenenehrung. Ein stattlicher Zug bewegte sich um 10.00 Uhr unter Marschtritt von 8 Tambouren und der Schlierseer Kurkapelle durch den Ort zur Kirche. Hochwürdiger Herr Dekan Obermaier hielt die Predigt und gedachte dabei auch der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern des Vereins und dem Stifter des Jahrtages Johann Mayergünther Schober in Fischhausen. Eine kleine Gedächtnisfeier vor der Kriegerkapelle, bei der der Liederhort Schliersee ein Lied sangen, und die Musiker das Militärgebet und den „Guten Kameraden“ spielte, beschloss die kirchliche Feier. Unter schneidigen Marschklängen zog darauf der Verein zum Vereinslokal „Gasthof zur Post“ wo sich der Zug auflöste. Abends fand dort der übliche Ball statt, der obwohl nicht zum Besten besucht, aber doch in bester Harmonie verlief. Stöger 1. Schriftführer. 

 

1929 - 29. Februar Aus dem Jahresbericht 1928 ist zu entnehmen das der Verein im verflossenen Jahr 13 neuaufgenommene Kameraden zu verzeichnet hatte. Ausgetreten, bzw. verzogen sind 15 Mitglieder. Mit Tod abgegangen sind 6 Mitglieder und zwar folgende: Stögmeier Andreas Zimmermeister 02. März 1928, Zanger Wilhelm Conditor Kriegsteilnehmer 1915 – 1918  28. Juli 1928, Leitner Kaspar Oberpostschaffner 2. August 1928, Leitner Franz Zimmermeister 25. August 1928, Voißinger Josef Postsekretär Kriegsteilnehmer 1914 – 1917  25. November 1928 und Schmid Sixtus Kriegsteilnehmer 1870 – 1871 Abwinkl 12. Dezember 1928. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich die anwesenden Mitglieder von den Sitzen. Mitgliederstand an 24.02.1929 355 aktive und drei Ehrenmitglieder. Das 91. Stiftungsfest wurde am 29. April wie alljährlich festlich begangen. Ferners beteiligte der Verein beim Jahrtag in Agatharied, bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. Bei der Fahnenweihe des kath. Gesellenvereins Schliersee, bei der Fahnenweihe des Prüglervereins Schliersee – Miesbach und beim Stiftungsfest des kath. Arbeitervereins Schliersee, bei der Leonhardifahrt am 6. November in Fischhausen beteiligte sich der Verein mit Fahne sehr zahlreich. Gottlieb Kiehlechner Ehardtbauer von Fischhausen stellte uns auch heuer wieder seinen schönen Vierspänner-Wagen. Wofür ihm der Dank ausgesprochen wurde. Der Verein beteiligte sich ferner noch am 14. November bei der Krieger-gedächtnisfeier und beim Papstjubiläum am 17. Februar 1929. Ausschusssitzungen fanden 2 statt, am 22. April und 6. Dezember 1928. Zu einem neuen Fahnenkasten wurde uns von Johann Reisberger Deilbauer in Althausham der ansehnlich Betrag von 50 Mark gespendet. Im Hause  des Herrn Altbürgermeisters Nikolaus Bammer durfte der Kasten mit den beiden Fahnen an einem schönen Platz kostenlos untergebracht werden. Die beiden Vereinsfahnen samt Inventar wurden bei der Münchner- Aachner Feuer-versicherungsgesellschaft versichert, und zwar 1.500 R. Mark. Die neue Fahne ist außerdem noch für Außen versichert und zwar auch mit 900 R. Mark. An einige kranke Mitglieder wurde im laufenden Vereinsjahr ein kleines Geldgeschenkaus der Kasse überwiesen. Zur Anschaffung von neuen Kirchenglocken in Westenhofen wurde als Spende vom Veteranen und Kriegerverein der Betrag von 100 Mark bewilligt. Es soll dabei die große Glocke den Namen Kriegerglocke erhalten, welche bei Aussegnung und Beerdigung von Kriegern geläutet wird. Es wurde dann noch der Zeitpunkt des heurigen Stiftungsfestes bekannt gegeben. Somit beschloss der 1. Vorstand die  92. Generalversammlung Stöger I. Schriftführer.


 

Chronik von 1930 bis 1934

1930 - 2. Februar Im abgelaufenen Vereinsjahr sind 7 Mitglieder aufgenommen worden. Ausgetreten und verzogen sieben. Mit dem Tode abgegangen sind 8 Mitglieder: Weilacher Sebastian Hausmeister am 21. April 1929, Lechner Adalbert  Kaufmann Feldzugssoldat 1914 – 1918 am 29. April 1929, Seidl Georg Zimmermann 2. Mai 1929, Giglberger Franz  Hausbesitzer 22. Juli 1929, Schnitzenbaumer Johann Schnapperwirt am 8. Juni 1929, Fischer Xaver pens. Bergmann Ehrenmitglied am 2. November 1929, Sepperl Sigmund  Landwirt Agatharied am 8. November 1929 und Leitner Johann Ehardtbauer Fischhausen am 21. November 1929. Die Kameraden wurden in der üblichen Weise geehrt. Der nun gegenwärtige Stand beziffert sich auf 348 aktive und 2 Ehrenmitglieder. Das 92. Stiftungsfest wurde am 21. April  wie alljährlich festlich begangen. Der Vereinsball war gut besucht und verlief in bester Stimmung. Der Verein beteiligte sich beim Veteranenjahrtag in Agatharied, bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. Am 4. August beteiligte sich der Verein bei der Fahnenweihe des Veteranen u. Kriegervereins Wall. Es waren 40 Mann welche mit Auto Sommerauer hinfuhren. Für unseren Verein war es bei diesem herrlichen Sonntag zugleich auch ein nicht gemütlicher und schöner Ausflug! Weiter beteiligten wir uns bei der Glockenweihe in Westenhofen am 11. August. Ferners beim Veteranen Jahrtag Parsberg – Wies und beim Landestrauertag. Bei der Leonhardifahrt in Fischhausen war der Verein sehr gut vertreten.  Mit Vierergespannwagen wurde aufgefahren, der Erste von Gottlieb Kiehlechner mit Verein und Fahne. Der zweite Wagen Vierergespann war ein Heldengrab, gefahren von Unter- und Oberleitenbauer. Für die Bereitstellung der schönen Wagen sei hiermit den Fuhrleuten der Dank ausgesprochen. Ausschusssitzungen fanden zwei statt. Eine erste am 27. April . Es wurde der Antrag gestellt den Schussmeister bei dem Salutschiessen gegen Unfall zu versichern. Es ist dies für den Verein  unser Mitglied Josef Raith. Die zweite Ausschusssitzung war am 29. August welche mit 9 Ausschussmitgliedern bestückt war. Es wurde folgender Beschluss gefasst.1.) Für jedes verstorbene Mitglied soll eine heilige Messe gelesen werden und zwar jeweils in der Pfarrgemeinde des Verstorbenen.  2. )  In der Heiligen Nacht soll das Christamt für die gefallenen Krieger gelesen werden. Der 20 M Pauschsatz vom Jahresbeitrag  pro Mitglied soll Abstand genommen werden. In der Generalversammlung wurde dann noch der Gebirgsschützen-kompanie Schliersee, Gruppe Agatharied zur Anschaffung einer neuen Fahne der Betrag von 50 M bewilligt.  Schliersee 2.02.1930 Stöger 1. Schriftführer.

 

 

 

1930 - Jahresbericht des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im verflossenen Vereinsjahr haben wir drei neu aufgenommene Kameraden zu verzeichnen, verzogen sind 4 Mitglieder. Mit Tod abgegangen sind 9 Kameraden. Es sind dies: Mayer Georg Schreinermeister 1. Mai 1930, Heinzinger Gustav Forstarbeiter am 22. Juni 1930, Sommerauer Anton Lastfahrer langjähriger Kassier am 18. Juli 1930, Senftl Sebastian Schmidmeister am 2. August 1930, Krämer Ernst Uhrenmachermeister am 9. August, Leitner Franz Ökonom am 19. September, Hager Johann Ökonom Moosrain am 22. Oktober, Sieber Alfons Sattlermeister Feldzugssoldat  1914 – 1918  am 28. Dezember 1930 und Schmied Johann Gasthofbesitzer am 2. Februar 1931.Wir werden diesen aus unserer Mitte geschiedenen treuen Kameraden ein ehrendes Gedenken bewahren. Zum Zeichen der Trauer wollen sich die anwesenden Mitglieder von den Sitzen erheben. Der nun gegenwärtige Mitgliederstand beziffert sich auf 338 aktive und 2 Ehrenmitglieder. Das 93. Stiftungsfest wurde am 11. Mai 1930 wie alljährlich festlich begangen. Unser Patenverein Parsberg – Wies und Agatharied waren sehr zahlreich vertreten. Bei flotter Blasmusik und etlichen Fass Freibier verliefen die Stunden fröhlichen Beisammenseins allzu schnell. Abends war Vereinsball, der leider nicht sehr gut besucht war. Der Verein beteiligte sich beim Veteranenjahrtag in Agatharied, bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen, beim Veteranenjahrtag Parsberg – Wies in Miesbach, bei der Fahnenweihe der Gebirgsschützenkompanie Schliersee, Gruppe Agatharied, dann noch bei der Leonhardifahrt in Fischhausen. Es wurden auch dieses Jahr wieder zwei schöne Vierspänner Wagen gerichtet. Dieselben wurden gefahren vom Kameraden Gottfried Kiehlechner Ehardtbauer in Fischhausen und vom Ober- und Unterleitenbauern Für die Bereitstellung der beiden Wagen soll hiermit den Fuhrleuten, sowie allen Mitgliedern des Vereins, die dazu beigetragen, der Dank ausgesprochen werden. Ferner beteiligte sich der Verein noch am Landes-trauertag. Heuer war zum ersten Mal das Christamt in der „Heiligen Nacht“ für die gefallenen Krieger. In Zukunft soll dies wie nun dem Protokoll ersichtlich  alle Jahre stattfinden. Besonderer Dank gebührt Frau Bratzl Schliersee für die Bereitstellung des schönen Christbaumes in der Kriegerkapelle während der „Heiligen Nacht“.  Ausschusssitzungen fanden 2 statt. In der ersten wurde das Stiftungsfest besprochen, in der zweiten Ausschusssitzung wurde für unseren langjährigen Kassier Anton Sommerauer welcher am 18. Juli 1930 mit dem Auto tödlich verunglückte, dessen Ableben durch erheben von den Sitzen geehrt wurde, der Posten des Kassiers dem 1. Vorstand Lorenz Leitner bis zur Neuwahl übertragen. Schliersee, den 8. Februar 1931 1. Schriftführer Stöger.

 

 

 

1931 - 08. Februar Protokoll über die am 8. Februar 1931 im Gasthof zur Post in Schliersee stattgefundene Generalversammlung mit Neuwahl. Vorstand Leitner eröffnete selbst unter den gebräuchlichen Begrüßungsworten und mit unserem Wahlspruch  „In Treue fest“. Schriftführer Stöger verlas den Jahresbericht  wofür ihm von der Seite des Vorstandes der Dank ausgesprochen wurde. Nach Revision der Kasse durch drei gewählte Kameraden gab stellv. Kassier Herrn Vorstand Leitner, den mit Spannung erwarteten Kassenbericht bekannt. Nach den von Seite der Revisoren keinerlei Beanstandungen erfolgte, wurde dem Vorstand und stellv. Kassier Entlastung erteilt. Nun wurde zur satzungs-gemäßen Neuwahl geschritten. Das Ergebnis lautete:     1. Vorstand Lorenz Leitner Weindl. 2. Vorstand Martin Rank sen., 1. Schriftführer Josef Stöger 2. Schriftführer Bruckmair Leopold und Kassier Sebastian Landstorfer. 1. Fahnenjunker Leitner Georg, 2. Fahnenjunker A. ? und 3. Fahnenjunker Schmotz Josef. Ausschussmitglieder: Meier August, Stadler Johann, Bammer Nikolaus, Reil Georg, Stadler Lorenz, Daxner Michl, Duffner Ludwig, Auracher Georg. Revisoren: Greinwald Max, Mödl Alois. Bei Punkt Verschiedenes wurde angeregt und auch gleich festgelegt, dass beim jährlichen Stiftungsfest noch lebende Altveteranen im Zuge mitgefahren werden. Ferner soll in Zukunft bei Beerdigungen eines Kameraden die Musik nachdem  Seelengottesdienst ein Libera spielen, nach Schluss der Beerdigungsfeierlichkeit kehrt der Verein mit klingendem Spiel in das Vereinslokal zurück. Weiterhin wurde die Aufstellung der Vereine beim Landestrauertag geregelt. Vereine die vaterländisch und christlich gesinnt sind und Uniform tragen gehen beim Landestrauertag voraus. Hernach folgen die verschiedenen Vereine nach ihren Gründungsjahren. Dieser Beschluss wurde nach ziemlich langer Debatte einstimmig angenommen. Am 16. März galt es einem treuen Mitglied die letzte Ehre zu erweisen. Eine große Zahl von Mitgliedern gab dem verstorbenen Kameraden Joseph Eham, Wölflbauer in Althausham das letzte Geleit und beteiligten sich auch hernach an dem Trauergottesdienst in Hausham. Am Ostersonntag fand um 10 Uhr vormittags eine kurze Ausschusssitzung statt. Es nahmen 10 Mitglieder daran teil. Zu erledigen waren die Punkte 1.) Kosten für Orden, 2.) Auszeichnungen, 3.) Stiftungsfest. Der ältere Ordenskasten bedürfte einer gründlichen Reparatur, ebenso den Kasten und die Ausgestaltung sollte der neue angefertigt werden. Schreinermeister M. Frei von Westenhofen löste die ihm aufgetragen Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit des Vereins und soll selben auch hiermit öffentlicher Dank ausgesprochen sein. Ferner wurde noch lebhafter Diskussion beschlossen, denjenigen Altveteranen welche schon 50 und mehr Jahre dem Verein angehören eine kleine Auszeichnung für ihre Treue zu Teil werden zu lassen. Nur einige Wochen und des Todes harte Handgriff  wieder nach einem der Unseren. Kamerad Joseph Bichler, Christerbauer am Attenberg wurde am 12. April 1931 zur großen Armee abberufen. Als Schwerstkriegsbeschädigter musste er noch jahrelang ans Bett gefesselt sein bis er endlich von seinem schweren Leiden erlöst wurde. Der Verein beteiligte sich mit einer großen Anzahl von Mitgliedern bei der Beerdigung und dem darauffolgenden Gottesdienst. Drei Schuss als letzten Ehrenakt  abgegeben meldeten auch der Mitwelt, dass wieder einer aus dem großen Völkerringen zur letzten Reisegebettet wurde. Ehre seinem Andenken. Am 26. April 1931 fand dann die Feier des alljährlichen Jahrtages statt. Es war das 94. Stiftungsfest. Eine sehr große Anzahl Mitglieder, unter Vorantritt der Kurkapelle Reil, wie auch der beiden Patenvereine Agatharied und Parsberg-Wies und einer Fahnendeputation der Veteranen und Gebirgsschützen Kompanie Schliersee beteiligten sich am Kirchgang. Hochwürdigen Herrn Pfarrer Obermeier hielt eine schöne, der Feier angemessene Predigt. Nach dem Gottesdienst fand an der Kriegergedächtniskapelle unter ehrenden schönen Worten Kranzniederlegung durch Vorstand Leitner statt. Das immer ergreifende Lied vom „Guten Kameraden“, gespielt von der Kurkapelle, unterbrochen von drei Ehrensalven beendete den schönen Akt treuen Gedenkens. Der Rückmarsch zum Vereinslokal „Gasthof zur Post“ begleitet von schneidigen Marschklängen hatte viele Zuschauer angelockt. Vorstand Leitner begrüßte dort alle Kameraden,  besonders die beiden Patenvereine und dankte für das zahlreiche Erscheinen. Hierauf schritt er zur Ehrung unserer alten treuen Kameraden. Im schönen geschmackvoll dekorierten Saale nahmen die alten treuen Männer an der Ehrentafel Platz. Der Vorstand begrüßte in guter alter Bayernart die Wackeren und heftete als Zeichen der Anerkennung das Kreuz für 50 jährige Mitgliedschaft an die Brust. Es sind das: 1. Altbürgermeister Bammer, 2. Anton Staudacher Westenhofen 3. Wilhelm Ulbrich Glashütte, 4.Karl Stäblein Hausham, 5. Johann Roth Hausham, 6. Nikolaus Günser Schliersee,   7. Alb. Harnisch Schliersee. Den Altveteranen wurde ein kleines Festmahl bereitet, es schmeckte den alten Herren sehr gut und sie zeigten frohe Laune. Während des Mahles erhob sich Altbürgermeister Bammer und bedankte sich im Namen aller für die ihnen da gebrachte Ehrung. Sichtlich gerührt stimmten dann die alten Herren ihrem Redner bei, sogar manche Träne der Freude sah man über ihre Wangen rinnen. Leider war es dem einzigen Altveteranen von 1866 Georg Gruber nicht möglich zu erscheinen, Krankheit fesselte ihn ans Bett. Der Vorstand sprach die Hoffnung aus auf baldige Genesung und ließ selben die Grüße der Versammlung übermitteln. Noch lange Zeit blieben die Veteranen in alter Kameradschaft beisammen und Musikmeister Reil sorgte mit seiner Musikerschar durch ihre stets schneidigen Vorträge für gute Stimmung. Nicht zu vergessen sei, liebende Hände hatten die ganze große Anzahl von Ehrenzeichen unserer treuen verstorbenen Mitglieder blank geputzt und schön geordnet in den beiden Ordenskästen untergebracht. Auf einem Tisch in des Saales Mitte stehend umgeben von einem Kranze, fanden selbe allgemeine Beachtung. Nachdem die alten Herren sich noch an einem Schälchen Kaffee sich gütig taten, waren die wackeren Vereinsmitglieder nicht müßig gewesen, es war gute kameradschaftliche Stimmung und echte bayerische Gemütlichkeit zum Zuge gekommen. Durch das anhaltende Regenwetter eigentlich war das gute Bier schuld, lenke mancher seine Schritte erst spät abends heim zu. Der verflossene Tag zeigte so wieder recht im Schlierseer Veteranen Verein herrscht noch der alte gute Geist von Treue und Kameradschaft und so wird er auch hoffentlich bleiben.  Altem Brauch gemäß  beteiligte sich der Verein wieder mit namhaften Mitgliedern auf den beiden Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. Im Laufe des Jahres gab es noch verschiedene Male Gelegenheit zum Ausrücken. Beim Stiftungsfest des Veteranenvereins Agatharied, ferner beim 60. Stiftungsfest unseres Patenvereins Parsberg-Wies. Auch bei der Gedenkfeier für die gefallenen Oberländer (Freikorps Oberland) am Weinberg, sowie am Landestrauertag beteiligte sich der Verein in stattlicher Anzahl um das Gedächtnis der toten Helden zu ehren. Bei der am 25.10.1931  stattgefundenen Ausschusssitzung, welche von 10 Mann besucht war, wurde der Beschluss gefasst, Umstände halber, sich für dieses Jahr nicht offiziell an der Leonhardifahrt zu beteiligen. Am 04.12.1931 starb einer der ältesten Mitglieder Kamerad Lidschreiber Korbinian, genannt Braun Kurbi von Hausham. Der Verein beteiligte sich in guter Stärke bei der Beerdigung in Westenhofen, sowie beim Gedenkgottesdienst in Hausham. Am 5. Dezember 1931 feierte unser geschätztes Mitglied, Herr Altbürgermeister Nikolaus Bammer seinen 80.  Geburtstag. Vorstand Leitner und Schriftführer Stöger übermittelten in einem Geburtstagsschreiben die besten Wünsche des Vereins. Herr Altbürgermeister Bammer brachte in einem herzlich gehaltenen Schreiben seine Freude und Dank dafür zum Ausdruck. Eine schöne Schenkung von zwei Vereinsmitgliedern sei hier verzeichnet, treue Anhänglichkeit an den Verein war das Motiv dazu. Kamerad Maier Andreas, 2. Fahnenjunker stiftete 1 Kürass und einen Helm und einen Säbel. Kamerad Hösle Andreas zeigte auch gleich seine Treue dem Verein gegenüber und stiftete ebenfalls Kürass, Helm und Säbel. Im Namen des Vereins sei hiermit den Stiftern Dank ausgesprochen. Aufbewahrt sind diese Sachen bei Herrn Bammer Altbürgermeister. Wie in den letzten Jahren so stellte auch heuer wieder Frau Bratzl zum ehrenden Gedenken der toten Helden einen prachtvollen Christbaum zum Krieger-denkmal. Während der Mitternachtsmesse erstrahlte selber im herrlichen Lichterkranze zur großen Freude der Gemeinde Angehörigen. Der großherzigen, edlen Stifterin sei hiermit der Dank des Vereins ausgesprochen. Der Verein gedachte auch zu Weihnachten, dem Fest der Liebe und Güte, seiner hilfebedürftigen Mitglieder indem er einer Anzahl derselben ein kleines Christgeschenk in Form baren Geldes zukommen ließ. Schon am ersten Tage des neuen Jahres musste der Verein einem Mitglied die letzte Ehre erweisen. Kamerad Max Gmeiner von Hausham, ein noch junger, rühriger Mann wurde zur großen Armee abberufen. Selber war er auch Angehöriger, der dem Verein angeschlossenen Gebirgsschützenkompanie, welche in  sehr stattlicher Anzahl, wie der Veteranen Verein den Sarg eskortierte. Ehre seinem Andenken. Einem der jüngsten Mitglieder folgte nach kurzer Zeit, eines der Ältesten. Kamerad Wilhelm Ulbrich, welcher 52 Jahre dem Veteranen Verein angehörte wurde am 15. Januar 1932 zum letzten Appell befohlen. Am Jahrtag saß er noch stillvergnügt am Ehrentisch der Altveteranen und freute sich der ihm zu Teil gewordenen 50 jährigen Auszeichnung. Bei der Beerdigung und dem darauf folgenden Gottesdienste erwies eine schöne Anzahl von Mitgliedern dem toten, treuen Kameraden die letzte Ehre. Er hielt fürwahr den Wahlspruch des Vereins „In Treue fest“ indem er ein ganzes Menschenalter dem Verein die Treue hielt. Hiermit schließen wir das Vereinsjahr und dem Wunsche, dass der Verein verschont bleibe von schlimmen Zeitläufen, dass Kameradschaft und guter Geist auch weiterhin unseren Reihen herrschen und wir alle baldigst wieder erleben  würden den Aufstieg unseres lieben teuren Heimatlandes. In Treue fest. Mitgliederbewegung: 2 Ehrenmitglieder, 335 aktive Mitglieder, 5 Mitglieder gestorben, 8 Mitglieder ausgetreten oder verzogen, 7 Neuaufnahmen. Schliersee 31. Januar 1932 Schriftführer.

 

 

 

1932 - 31. Januar Jahresbericht 1932. Am Sonntag, den 31. Januar 1932 nachmittags ½ 3 Uhr fand sich eine größere Anzahl vom Mitgliedern, 63 an der Zahl, im Vereinslokal „Gasthof zur Post“ in Schliersee ein, um dort die satzungs-gemäße festgelegte 95. Generalversammlung des Vereins abzuhalten. Vor Eintritt in die Versammlung gedachte Vorstand Leitner der im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Mitglieder. Die Versammlung ehrte dieselben durch Silentium und Erheben von den Sitzen. Hierauf wurde vom II. Schrift-führer Bruckmair der ziemlich umfangreiche Jahresbericht verlesen, welcher von der Versammlung für gut und richtig befunden wurde. Der Vorstand sprach in kurzen, kernigen Worten dem Schriftführer den Dank aus. Hierauf erfolgte durch Kassier Kamerad Landstorfer die Verlesung des Kassenberichtes. Die Kasse wies einen zufriedenstellenden Stand auf. Unser erprobter Revisor Kamerad Herr Max Greinwald gab den Revisionsbericht bekannt und betonte, dass die Kasse mustergültig geführt wurde, dass die Arbeit des Kassiers peinlich sauber und äußerst korrekt geführt wurde, wofür dem Kassier von Seite der Vorstandschaft der Dank des Vereins ausgesprochen wurde. Herrn Kamerad Greinwald die auch an dieser Stelle für seine geleistete Arbeit der Dank des Vereins ausgesprochen. Hierauf folgte Punkt 3 Angelegenheit Sommerauer. Vorstand Leitner erklärte in kurzen Worten den Stand der Angelegenheiten, es gäbe da nichts zu verschweigen, verlas den Schriftwechsel zwischen Konkursverwalter und dem Verein und ersuchte die Versammlung um Diskussion und Anregungen. Nach mehreren Ansprachen fand die Anregung des Herrn Kameraden Max Greinwald Zustimmung, dass von der Vorstand aus die Hilfe eines guten Kassenverwalters in Anspruch zu nehmen sei und man weiterhin der Angelegenheit ihren Lauf lassen wollte. Herrn Greinwald wurde die Bitte unterbreitet dem Verein in dieser Sache seine bewährte Hilfe zu leihen. Herr Greinwald versprach dies.  Dank dafür im Namen des Vereins. Hierauf folgten  noch einige kurze Anfragen welche durch die Vorstandschaft geklärt wurden. Vorstand Leitner schloss hierauf die Versammlung mit dem Bayer. Wahlspruch „In Treue fest“. Nun folgte der gemütliche Teil, der neue Herbergsvater ließ sich als Mitglied eintragen und ließ gleich als Einführung ein schönes Fass Freibier auflegen. Beim gemütlichen Zusammensein verflossen die Stunden nur allzu rasch. 2. Fahnenjunker Meier Andre übernahm in liebenswürdiger Weise die Reinigungsarbeiten, sowie die Instandhaltung der dem Verein gehörigen Waffen und Dekorationsstücke, wofür selben an dieser Stelle der Dank des Vereins ausgesprochen sei. Kaum war das neue Jahr begonnen, so griff schon des Todes fahle Hand nach einer Anzahl unserer alten treuen Mitglieder um dieselben zum letzten Appell zurufen. Am 11. Januar  winkte als erster dieses Jahres Wilhelm Ulbrich von der Glashütte zur großen Armee ein. 51 Jahre war dem Verein treues Mitglied und im Besitze des Erinnerungskreuzes für 50 Jahre Mitgliedschaft. Einige Wochen nur und schon wieder musste ihm ein treues Mitglied folgen. Am 11. Februar verschied Herr Josef Hernberger, Probstbauer in Fischhausen. 47 Jahre gehörte er dem Verein an.  Ehre seinem Gedenken. Am 1. April erlitt der Verein einen schweren Verlust. Unser Ehrenmitglied Georg Gruber, pens. Fahrhauer von Westenhofen schloss die Augen zum ewigen Schlummer. Mit ihn ist der letzte Krieger unserer Gemeinde von uns geschieden aus Deutschlands großer Zeit.  1866 und 1870 – 1871 sahen selben als tapferen Mitkämpfer in unserer alten glorreichen bayerischen Armee. Sein Andenken bleibt gesichert in der Geschichte des Vereins. Nur zwei Tage darauf musste abermals ein altes treues Mitglied dem Rufe des unerbittlichen Todes folgen. Karl Stäblein, pens. Magazin Verw. Von Hausham. Im Vorjahr saßen noch zwei dieser alten Herren am Tische der Jubilare für 50 Jahre Mitgliedschaft unter ihnen auch Stäblein. Heute deckt sie der kühle Boden. Bei allen diesen Fällen rückte eine stattliche Anzahl von Mitgliedern zur Erweisung der letzten Ehrenbezeugung zur Beerdigung und den darauf folgenden Gottesdiensten ab. Doch auf ernste Tage folgten auch wieder schöne Zeiten. Am Sonntag, den 17. April fand der herkömmliche Krieger-Jahrtag statt. Im Rahmen einer einfachen aber denkwürdigen Feier wurde das 95. Stiftungsfest des Vereins begangen. Vor dem Vereinslokal erfolgte die Aufstellung zum Festzug in die Pfarrkirche. Unter Vorantritt der Tamboure  und der Musikkapelle Reil, denen zwei Jubilare folgten, zog der Stattliche Zug an dem sich noch der Patenverein Parsberg-Wies, sowie Agatharied beteiligten, bei schneidigen Marschklängen durch den Ort. Hochwürdiger Herr Dekan Obermeier unterstrich in der Predigt die Bedeutung des 95. Stiftungsfestes, besonders für den ältesten Ortsverein, dessen Mitglieder für Vaterland und Heimat gekämpft und gelitten haben. Als Vorbild stellte uns Herr Dekan Obermeier den Feldmarschall Tilly hin, der vor 300 Jahren für sein Vaterland kämpfte und verblutete. Stark im Glauben an Gott war Tilly das Vorbild eines Kriegers. Der Feldmesse mit den kraftvollen Choralen folgte ein sinniger Akt an der Kriegergedächtniskapelle mit Kranzniederlegung und dem Lied vom „Guten Kameraden“. Unter schneidigen Marschklängen  ging es wieder zurück zum Vereinslokal, wo sich bei einem auserlesenen Konzertprogramm der Kurkapelle bald beste Stimmung einstellte. Vorstand Lorenz Leitner begrüßte dort alle und sprach noch passende Worte im Sinne des Jubiläumstages. Besonders hob er hervor, dass zwei Veteranen auf eine 50 jährige Mitgliedschaft zurückblicken können. Er dankte ihnen im Namen des Vereins für die Treue, die sie dem Verein ein halbes Jahrhundert gewahrt und überreichte Josef Leitner, Högerbauer im Kasten und Josef Steinlechner von Rain das schmucke Erinnerungskreuz. Die beiden Jubilare die zusammen beim 1. Bayer. Inf. Regiment gedient haben wurden noch besonders überrascht und bis zu Tränen gerührt als die Kurkapelle als besondere Widmung den alten Parademarsch der „Einser“ mit Tambourbegleitung spielte. Abends fand im Vereinslokal der Veteranenball statt, bei dem allerbeste Stimmung herrschte, wozu Freibier und die feschen Walzerklänge der Musik das ihre beitrugen. Der Verein beteiligte sich wie alljährlich so auch heuer mit einer stattlichen Mitgliederzahl an den beiden Fronleichnamsprozessionen. Auch beim Stiftungsfeste der Agatharieder und Wieser Veteranenverein waren Kameraden des Vereins vertreten. Abermals griff der Tod in die Reihen des Vereins, wieder einer von der alten Garde rückte zur großen Armee ab. Kamerad Stanislaus Günser schloss am 02.09.1933 die Augen zum ewigen Schlummer. Bei der Beerdigung,  sowie dem darauf folgenden Gottesdienst wurde selben vom Verein die letzte Ehre erwiesen. Kamerad Günser gedacht in seinem Testament des Vereins und ließ der Kasse einen annehmbaren Betrag zukommen. Dank und Ehre seinem Andenken. Die Sommermonate verliefen ruhig im Vereinsleben, danach kam der Landestrauertag. In welch ergreifender Weise dieser Tag in Schliersee immer gefeiert wird, durfte nicht leicht  irgendwer schöner und pietätsvoller sein. Man fühlt Schlierseer Helden werden nie der Vergessenheit anheimfallen. Herzlicher Dank gehört Frau Bratzl welche auch heuer wieder den gefallenen zur Ehren den prächtigen Christbaum in der Heiligen Nacht erstrahlen ließ. Eine wirklich schöne treffende Huldigung unserer teuren Toten. Nochmals des Vereins und der Hinterbliebenen Dank. Zu Weihnachten erhielten wieder eine Anzahl Kameraden kleine Geldgeschenke, nur schade, dass nicht allen geholfen werden kann. Hiermit schließen wir das Vereinsjahr 1932. Möge es das letzte der trüben Jahre gewesen sein. Wolle ein gutes Geschick helfen, dass wieder alle unsere Mitglieder in ihrem Berufe Beschäftigung finden, dass der Verein verschont bleibe von noch schlimmeren Zeiten und dass wir alle baldigst erleben möchten die glorreiche Wiedergeburt unseres schönen teuren Heimatlandes. Auch weiterhin soll unser Wahlspruch Geltung haben gehört werden allerorten. „In Treue fest“. Mitgliederbewegung: 1 Ehrenmitglied, 320 aktive Mitglieder, vier gestorben, 11 verzogen, vier Neuzugänge. Schliersee 5. Februar 1933 Bruckmair Leopold Schriftführer.

 

 

 

1933 - 5. Februar Am Sonntag den 5. Februar 1933 nachmittags ½ 3 Uhr fand sich eine stattliche Zahl von Mitgliedern im Vereinslokal ein, um daselbst die in den Tagesblättern bekannt gegebene 96. Ordentliche Generalversammlung abzuhalten. Nach herzlicher Begrüßung der erschienenen Mitglieder durch Vorstand Leitner gedachte derselbe in ehrenden Worten der im Vorjahr verstorbenen Mitglieder und ersuchte die Versammlung zum ehrenden Gedenken um Erheben von den Sitzen. Hierauf erfolgte durch den 2. Schriftführer Verlesen des Jahresberichtes. Nach selben legte Kassier Landstorfer den Kassenbericht ab, welcher von der Versammlung mit Zufriedenheit wahrgenommen wurde. Es ist das für einen Vereinskassier auch angemessene Augenblicke wenn der Versammlung ein guter Stand der Finanzen vorgezeigt werden kann. Vorstand Leitner dankte in kurzen Worten Schriftführer und Kassier für geleistete Arbeit und erteilte Herrn Kassier Entlastung. Durch den Vorstand wurden verschiedene Anfragen aus dem Mitgliederkreise beantwortet. Vorstand Leitner schloss sodann mit einem „In Treue fest“ die Versammlung. Die Mitglieder blieben noch geraume Zeit in angeregter Unterhaltung beisammen, tauschten wie es unter alten Soldaten der Brauch ist, angenehme und ernste Erinnerungen aus. Wir standen in einer politischen hoch bewegten Zeit. Deutschlands Einigung war vollzogen. Adolf Hitler zum Führer ernannt. Am 1 Mai fand in Hausham ein Massenaufmarsch statt. Der Verein beteiligte sich in gemessener Stärke daran. Am 7. Mai 1933 fand das 96. Stiftungsfest verbunden mit Jahrtag statt zudem sich auch die Abordnungen der Patenvereine Parsberg-Wies und Agatharied eingefunden hatten. Ein stattlicher Zug marschierte unter Vorantritt des Trommlerkorps und der Kurkapelle Reil unter schneidigen Marschklängen zur Pfarrkirche Schliersee um dort der Stiftungsmesse, verbunden mit herrlicher Predigt beizuwohnen. Zu einer kurzen, aber erhebenden Feier gestaltete sich noch das nach den kirchlichen Zeremonien vor der Kriegergedächtniskapelle abgehaltene Totengedenken, wobei Vorstand Leitner Lorenz mit ehrenden Worten und mit dem Gelöbnis, den für das Vaterland Gefallenen ein dauerndes Andenken zu bewahren einen prächtigen Kranz in der Kapelle niederlegte. Trommelwirbel ertönte, das Lied vom „Guten Kameraden“ von der Musik herrlich gespielt und dann war der sinnige Akt beendet. Marschmusik temperamentsvoll, begleitete den Zug durch die Ortschaft zum Vereinslokal, dortselbst Auflösung. Im Saale fanden sich dann die Teilnehmer wieder zusammen und erlebten einige fröhliche Stunden bei musikalischen Vorträgen der Kurkapelle. Nach kurzem Beisammensein erhob sich Vorstand Leitner und bemerkte es gäbe einen Ehren Akt zu erledigen. Es galt dem alten treuen Mitglied Florian Huber, pens. Stallmeister das Ehrenkreuz für 50 jährige Mitgliedschaft zu überreichen.  Der Vorstand heftete dem treuen Mitglied das Ehrenkreuz an die Brust und sprach dem Jubilar Dank und Anerkennung für seine Treue gegenüber dem Verein  aus. Der Jubilar war direkt zu Tränen gerührt und doch erfreut über die Anerkennung. Von Seite des Vereins wurde dem Jubilar, sowie dem Gast des Vereines, dem alten Krieger Biberger von Hausham ein kleines Mahl gereicht. Die beiden alten Herrensprachen dem Verein und dessen Vorstand den herzlichsten Dank aus. Am 9. Juni 1933 starb ein alter Kamerad, Mitglied Johann Pappenauer, Landwirt Elbach welcher seit 1896 unserem Verein angehörte. Von Seite des Vereins wurde selben auch die letzte Ehre erwiesen. An den beiden Fronleichnamsprozessionen  rückten auch heuer wieder eine stattliche Zahl von Mitgliedern aus, doch konnte wegen starken Regens die Feier nicht im Freien abgehalten werden. Am 9. Juli war in Hausham Primiz Feier des hochwürdigen Herrn Jakob Huber Sohn unseres Vereinsmitgliedes J. Huber. Der Verein beteiligte sich in ziemlicher Stärke an diesem hohen Feste. Ebenso rückte eine stattliche Anzahl von Mitgliedern aus bei den Stiftungsfesten unserer Patenvereine Parsberg-Wies und Agatharied. Während der Sommer-monate herrschte Ruhe im Vereinsbetrieb. Getreu unserem Wahlspruch „In Treue fest“ beteiligte sich der Verein am Kriegergedächtnis Gottesdienste. Er gilt alljährlich unseren treuen Helden in fremder Erde ein liebes Gedenken zu erweisen und gerade hier zeigt sich Schliersee von der schönsten und besten Seite, es vergisst seine braven Kriegerhelden nicht. Am 3. November 1933 mussten wir wieder ein altes Mitglied Herrn Florian Huber, pens. Stallmeister zu Grabe geleiten. Im Frühjahr er Kamerad das Ehrenzeichen für 50 jährige Mitgliedschaft. Nur kurze Zeit durfte er dies schmucke Kreuzlein tragen dann wurde er einberufen zur großen Armee. Stark war die Beteiligung bei der Beerdigung sowie beim Gottesdienst. Ehre seinem Andenken. Nur kurze Zeit und abermals ging ein Mitglied von uns. Am 28.Novemeber 1933 starb Herr Georg Schreier, Lohnkutschereibesitzer und Feldzugsteilnehmer. Auch hier wurde von Seite des Vereins dem toten Kämpfer die letzte Ehre erwiesen. Wie alljährlich, so schmückte auch heuer Frau Bratzl einen herrlichen Christbaum vor der Gedächtniskapelle. Wirklich eine schöne und erhebende Ehrung unserer treuen Helden. Der Dank  des Vereins und der Hinterbliebenen ist der edlen Stifterin sicher. Gleich zu Jahresbeginn griff Schnitter Tod nochmals in unsere Reihen. Am 5. Februar 1934 verschied unerwartet schnell unser früherer Herbergsvater Herr Privatier Georg Modl, 30 Jahre gehörte er dem Verein als treues Mitglied an. Wir werden ihm ein stetes Gedenken wahren. Trotz Behinderung und Bevormundung durch die nationalsozialistischen Machthaber wird das Stiftungsfest mit Kirchenbesuch durchgeführt. Zum Schlusse nochmals auf das abgelaufene Jahr zurück blickend, Es waren Zeiten großen Geschehens, Umwälzungen die uns vor dem Schlimmsten bewahrten und die uns einen Führer bescherten, denn wir so lange entbehren mussten, einen Führer dem es beschieden sein möge unser teures Vaterland  wieder empor zu bringen aus der Knechtschaft, der unserem Volke wieder Wehrhaftigkeit verschafft und uns hinführt auf den Platz der uns Deutschen gebührt. Wir aber wollen unseren alten Wahlspruch treu bleiben, der da heißt: „In Treue fest“. Mitgliederbewegung: 1 Ehrenmitglied, 308 aktive Mitglieder, 4 gestorbene Mitglieder, 4 Neuaufnahmen. Bruckmair Lorenz Schriftführer.

 

 

 

1934 - 7. Februar Getreu dem alten Brauche fanden sich auch am 7. Februar 1934 zahlreiche Mitglieder zusammen um die ordentliche 97. General Versammlung des Vereins abzuhalten. Nach den üblichen Begrüßungsworten durch den Vorstand erfolgte die Verlesung des Jahresberichtes sowie des Kassenstandes. Schriftführer und Kassier erhielten von der Versammlung uneingeschränktes Lob, ebenso wurde dem Kassier Entlastung erteilt. Nach reger Aussprache über Vereinsangelegenheiten schloss der Vorstand mit einem „In Treue fest“. Hierauf erfolgte dann zwangsloses Zusammensein der Kameraden  unter sich, Erinnerungen wurden ausgetauscht, kurz so eine rechte kameradschaftliche Stimmung trat zu Tage. Am 18. März 1934 rückte eine stattliche Anzahl Kameraden zur Ehrung des Herrn Hochwürdigen Primizianten aus. Ostermontag war es, wieder galt es einem Sohn Schliersees, dem obengenannten H.H. Primizianten Sixtus Impler an seinem schönsten Tage zu zeigen, dass sich altes Brauchtum und christlicher Brauch sehr wohl vereinen lassen in unserer bewegten Zeit. H.H. Primiziant war hocherfreut über diese Ehrung. Veteranenjahrtag, welch einen Zug hatte doch ehedem dieser Tag, dass in Schliersee ist noch viel des schönen Guten aus der vergangenen Zeit erhalten. Schon lange vor Beginn  des Festes versammelten sich die Kameraden, galt es doch auch heuer wieder zwei alte treue Mitglieder für 50 jährige Zugehörigkeit zum Verein zu ehren. Es sind dies, Herr Peter Merx, Westenhofen und Herr Sebastian Meier, Agatharied. Nach Formierung des Kirchenzuges wurden die beiden Jubilare zur Kirche geleitet. H.H. Dekan sprach wieder in seiner vorbildlichen deutschen Weise. Schön ergreifende Musikstücke der Kapelle Reil verherrlichten die Feier. Nach einer sehr schneidigen, echt deutschen Ansprache legte der Vorstand Lorenz Leitner am Kriegerdenkmal einen prachtvollen Kranz nieder. Unter Vorantritt der Kurkapelle Reil ging es durch die Ortschaft dem Vereinslokal zu. Schneidige Marschweisen ertönten kurz, wieder einmal militärischer Geist kam zum Durchbruch. Herr Vorstand Leitner heftete dann unter ehrenden Worten das schlichte Kreuz an die alte Brust. Die Musik intonierte noch einige festliche Weisen. Die Jubilare konnten nach Herzenslust trinken und Essen und einen fröhlichen Nachmittag verbringen. Die Stimmung war riesig, doch erlitt  selbe eine kleine Trübung. Herr Major Grauvogel aus Rottach hielt einen Vortrag über S.A.K. II. Die Aussprache wurde ziemlich erregt und es kam zu keinem ges…… Ergebnis. Reden flogen hin und her nur gut das alles nicht so ernstgenommen wurde. Wäre zu wünschen, dass derlei Aussprachen nicht gerade am Jahrtag sondern an einem anderen bestimmten Sonntage abgehalten werden, es leidet die gemütliche Stimmung darunter. Zu dem 100 jährigen Stiftungsfest des Veteranenvereins Valley wurde auch eine starke Mannschaft abgestellt. An den beiden Fronleichnamsprozessionen war der Verein stets gut vertreten. Die Stiftungsfeste der Patenvereine Agatharied und Parsberg – Wies wurden auch mit einer größeren Anzahl besucht. Den Sommer über war es ruhig im Vereinsleben. Am Landestrauertag beteiligte sich eine starke Abordnung. Zu der alten traditionellen Leonhardifahrt stellte Kamerad Leitner vom Oberleiten, ebenso Unterleiten den schön geschmückten Wagen wofür selben der herzliche Dank gebührt. Leider mussten wir auch im vergangenen Geschäftsjahr unsere treuen Kameraden verlieren. Es sind dies: Georg Daxner, Bauer in der Öd, gestorben am 20. Juni 1934, selber war Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918, Schnitzenbaumer Josef, pens. Bergmann, gestorben am 24. Oktober 1934 und Georg Frey, Schreinermeister in Westenhofen, gestorben am 01. Januar 1935. Die Beteiligung bei der Beerdigung der letzten Ehre für die treuen Kameraden war gut und zeigte kameradschaftlichen Sinn. So ist denn wieder ein Jahr vergangen, mancherlei Befürchtungen traten Gott sei Dank nicht ein, es ist wieder Ruhe eingekehrt in unserem lieben Vaterlande. Möge ein gnädiges Geschick lange den Führer erhalten und mit ihm den Weltfrieden. Ein Hoch dem Vaterland, ein „In Treue fest“ dem Vereine und ein gutes sich verstehen allen Mitgliedern. Dass walte Gott. Mitgliederbewegung: 1 Ehrenmitglied, 302 aktive Mitglieder, 5 Mitglieder gestorben, 3 Mitglieder verzogen und 4 neue Mitglieder aufgenommen. Schliersee 01.02.1935 Bruckmeier L. 1. Schriftführer.


 

Chronik von 1935 bis 1939

1935 - 1. Februar Getreu dem alten Brauche versammelten sich am Sonntag, den 01. Februar 1935 eine stattliche Zahl von Mitgliedern um die 98. Ordentliche General Versammlung des Vereins abzuhalten. Nach den üblichen Einleitungsworten durch den Vorstand, nunmehr Kameradschaftsführer, gedachte selber der im Vorjahr verstorbenen Kameraden. Die Versammlung ehrte selbe durch Erheben von den Sitzen. Durch den Schriftführer wurde der Jahresbericht vorgetragen, der Kassenbericht durch den unermüdlichen Kassenverwalter Kamerad Landstorfer erstellt ergab ein erfreuliches Bild. Dem fleißigen Kameraden wurde Entlastung erteilt und der Dank für seine redlichen Mühen ausgesprochen. Ebenso dankte der Vorstand den beiden Revisoren  und dem Schriftführer. Nach regen Wortaustausch und Gegenfragen wurde die Versammlung geschlossen und Stunden frohen Beisammenseins zeigten von guter Kameradschaft. Am 16. März 1935 abends 8 Uhr erlebten wir Deutsche die große Stunde unser Führer verkündete der Welt, dass sich Deutschland seine Wehrfreiheit selbst wieder nimmt und seine Ehre und seine Grenzen wieder selbst zu verteidigen bereit ist. Unter tosenden Beifall wurde das Gesetz der allgemeinen Wehrpflicht wieder eingeführt,  schon befinden sich eine Anzahl junger Schlierseer unter den Waffen und nicht gar lange wird es mehr hergehen und junges frisches Blut füllt die gelichteten Reihen unseres Vereins wieder auf. Der dritte Sonntag nach Ostern war wieder angebrochen, Vereinsjahrtag, dies Wort hat halt immer noch seinen guten alten Klang. Auf allen Wegen und Stegen kamen sie hervor die treuen Vereinskameraden um durch ihre Teilnahme zu beweisen, dass Mannestreue noch herrscht in unseren Reihen. Unter Vorantritt von Tambouren und der schneidigen Musik Kapelle Reil erfolgte der Abmarsch zur Kirche. Wie immer so hielt auch da wieder Herr Dekan ein zu Herzen gehende Rede. Musikklänge verschönten die Feldmesse. Hernach fand durch den Kameradschaftsführer Leitner an der Krieger-gedächtnis Kapelle Kranzniederlegung unter aufrechten deutschen Worten statt. Ein herrliches Requiem der Kapelle Reil sowie das Lied vom „Guten Kameraden“ beschlossen die ergreifende Feier. Unter flotten Musikklängen und wehenden Fahnen ging es zurück zur Herberge. Die beiden Patenvereine Miesbach-Wies und Agatharied waren je durch eine größere Anzahl von Mitgliedern vertreten. Im Gasthof Post als Vereinslokal war alles schön gerichtet, besonders der Platz der Jubilare war geschmackvoll dekoriert und fand allseits Anerkennung. Die Ausschussmitglieder geleiteten die 2 Jubilare, Herrn Josef Stadler sen. Michlbauer von Hausham und Herrn Georg Kolb, Schuhmachermeister  Schliersee zu den Ehrenplätzen. Nach einigen Musikstücken ergriff der Vorstand  Leitner das Wort, begrüßte die lieben Gäste und Mitglieder. Unter Dankesworten und Wünschen heftete selber dann den Beiden Jubilaren das Kreuz für 50 jährige Dienstzeit an die Brust. Selbe dankten gerührt für die ihnen zu Teil gewordene Ehrung. Möge ein gut Geschick selbe noch lange dem Verein erhalten. Bei frohen Zusammensein und guter Musik verflossen die Stunden nur zu bald und der schöne Tag ging für manchen zu früh zu Ende. Am 22. Mai 1935 beteiligte sich eine Abordnung bei der Gedenkfeier am Oberlanddenkmal. An den beiden Fronleichnamsprozessionen rückten je eine größere Anzahl von Mitgliedern aus. Am Landestrauertag sowie beim Kameradschaftstreffen in Rottach waren je eine Anzahl Mitglieder vertreten. Ein gutes Zeichen waltete heuer über unserer Veteranen Kameradschaft, hatten wir doch das ganze Jahr über keinen Todesfall in unseren Reihen. Freuen wir uns dessen, seien wir alle überzeugt, dass durch des Führers Befreiungstat der deutsche Wehrwille aufs neue gestärkt, dass wieder junge Männer zu uns kommen und die Reihen neu aufzufüllen. Hegen wir die feste Hoffnung und den Wunsch ein neues starkes Reich möge erblühen, uns zur Freude, den anderen zur Achtung. In Treue fest. Mitgliederstand: 390 Mann, 1 Ehrenmitglied, Ausgetreten 4, Neuaufnahmen 5. Schliersee, den 2. Februar 1936 Bruckmeier II. Schriftführer.

 

 

 

1936 - 2. Februar Dem alten Brauch gemäß versammelten sich am Sonntag, den 2. Februar 1936 eine stattliche Anzahl treuer Kameraden zur Abhaltung der 99. ordentlichen Hauptversammlung des Veteranen und Kriegerkameradschaft Schliersee. Nach den einleitenden Begrüßungsworten des Kameradschafts-führers erstatteten Schriftführer und Kassier ihre Berichte. Beiden wurde der Dank für geleistete Arbeit ausgesprochen und dem Kassier Entlastung erteilt. Kamerad-schaftsführer Leitner berichtete über Reisen zu Kriegsschauplätzen Aufnahme zum ….. und Verschiedenes. Zahlreiche Anfragen wurden gestellt und beantwortet. Kamerad Rausch hielt einen Vortrag über das Schießwesen, Aufstellung eines Kreisschießwartes. Rege Aufmerksamkeit wurde seinen Worten gezollt. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils blieben die alten Kameraden noch schöne geraume Zeit beisammen um in guter Stimmung alte Erinnerungen auszutauschen. Veteranenjahrtag Einen guten Klang hat dieses Wort immer noch Zeugnis davon legte der 26. April 1936 ab. Von allen Seiten zogen die Kameraden herbei um diesen Ehrentag festlich zu begehen. In einer Anzahl, wie nicht leicht wurde unter Vorantritt der Kurkapelle zur Kirche gezogen. Herr Dekan verstand es wieder meisterhaft zu den Männern zu reden immer den Sinn der alten Kameradschaft und Treue hervorhebend wirkten seine Worte auf die alten Soldaten und Kämpfer des Weltkrieges ganz erhebend ein. Feierliche Musikstücke verschönten die Feldmesse. Nach Beendigung des Gottesdienstes fand an der Kriegergedächtniskapelle durch den Kameradschaftsführer Kranzniederlegung statt. Markante, kernige Worte fand der Kameradschaftsführer zu Ehren der Gefallenen und zur Mahnung an die Lebenden.  Ein sehr schönes Requiem und das Lied vom „Guten Kameraden“ gespielt von der Kurkapelle beschlossen den kirchlichen Teil. Mit schneidiger Marschmusik ging es durch die Ortschaft zurück zum Herbergslokal. Unsere Patenvereine Parsberg – Wies und Agatharied waren je mit einer Fahne und einer Anzahl von Mitgliedern erschienen und verlebten im Kreise der Schlierseer Kameraden frohe Stunden geselligen Zusammenseins. Wie alljährlich rückten auch im vergangenen Jahr die Kameraden aus zu den Stiftungsfesten in Parsberg –Wies und Agatharied ebenso beteiligte sich jeweils eine größere Anzahl bei den Fronleichnamsprozessionen, sowie am Heldengedenktag. Am 21. Juni 1936 fand eine außerordentliche Hauptver-sammlung statt. Kameradschaftsführer Leitner begrüßte Herrn Major Rutz, Generaloberst a.D. Reinhard Vorsitzenden des Reichskriegerbundes und General Ritter von Leck, Führer des Hochland und der Ostmark. Herr Major Ruth hielt einen Vortrag über Wesen und Wirken des Reichskriegerbundes. In der darauffolgenden Diskussion beteiligten sich die Kameraden Bauer Josef, Mödl Georg, Bartl Lorenz und Bauer Max. Eine weitere Ausschusssitzung fand am 19. September 1936 statt. Punkte waren: Beitrag zur Schulgemeinde und Rapport über den Befunde der Mitglieder zum Reichskriegerbund. Die letzte Ausschusssitzung fand am 27. Dezember 1936 statt. Führer Leitner berichtete über seine Teilnahme am Schulungskurse in Bad Tölz, ebenso über die geplante Hundertjahrfeier. Nachdem im Jahr 1935 Gevatter Tod unsere Kameradschaft verschonte, griff er im abgelaufenen Jahr desto besser zu. Acht treuen alten Kameraden mussten zum letzten Appell antreten, immer mehr lichtete sich der Bestand. Es sind dies die Kameraden: Leitner Johann langjähriger Austrags-bauer beim Hinterköck, gestorben 28. März 1936 , Staudacher Anton Inhaber des Ehrenkreuzes für 50 jährige Mitgliedschaft gestorben 16. Juni 1936, Faschingsbauer Florian, pens. Bergmann, gestorben am 13. Juli 1936, Wernberger Peter, Probstbauer in Fischhausen, gestorben am 19. August 1936, Schöffmann Johann, langjähriger Fuhrknecht beim Bot Meier, gestorben am 31. August 1936, Gasteiger Josef, pens. Bergmann Westenhofen, Inhaber des Ehrenkreuzes für 50 jährige Mitgliedschaft,  gestorben am 15. September 1936, Steinberger Josef, pens. Bergmann Hausham, gestorben am 26. September 1936 und Fuchs Nikolaus, langjähriger Ehehalter (Dienstbote). beim Müller in der Mühl, gestorben am 25. November. Jedem dieser treuen Kameraden wurden die letzte Ehre erwiesen durch Beteiligung bei Beerdigung und dem Gottesdienste. Wir schließen das Vereinsjahr mit dem Wunsche unser teures Vaterland möge fernerhin unter des Führers Hand verschont bleiben von schwerem, es möge uns ein starkes Reich erblühen, uns zur Freude, den Anderen zur Achtung. Heil Hitler, In Treue fest. Mitgliederbestand am 1. Januar 1937: 1 Ehrenmitglied, 289 aktive Mitglieder, 8  Mitglieder gestorben, 6 Neuaufnahmen. Schliersee 31. Januar 1937 Bruckmair L. II. Schriftführer.

 

 

 

1937 - 31. Januar – 100 Jahrfeier Jahreswende, beim Ertönen dieses Wortes werden Kameradschaftsführung und Ausschuss der verschiedensten Kameradschaften davon gemahnt Rechenschaft abzulegen über ihre gelistete Arbeit und über die Vorkommnisse während des zurückgelegten Jahres. Altem Brauch und Herkommen gemäß versammelte sich am Sonntag, den 31. Januar 1937 eine stattliche Zahl von 85 Angehörigen der Kameradschaft zum 100. Jahreshauptappell. Nach den einleitenden Begrüßungsworten durch den Kameradschaftsführer erstatteten Schriftführer und Kassier ihre Berichte wofür ihnen Dank und dem Kassier Entlastung erteilt wurde. Nun kam es auf Anregung des Kameradschaftsführers Leitner zu einer lebhaften Aussprache galt es doch Hundertjahrfeier zu halten in kürzester Zeit. Der Kameradschafts-führer legte den Versammelten alles vor, wie hoch kommt uns dieser Festtag in dieser oder jener Form abgehalten! Sollen wir diesen Tag feiern in großer Aufmachung oder in einfacher Weise. Alles wurde durchgesprochen, bei festlichen Gepränge der auszugebenden Einladungen an die vorgesetzten Stellen , Musikbeschaffung, Ausschmückung des Ortes und der Lokale, es gab ein Für und Wieder. Kameradschaftsführer Leitner erklärte, der Ausschuss sei mit dem Willen der Kameraden voll einverstanden nur bittet er um gut-gemeinte auch ausführende Anregungen.  Zum Schlusse einigte man sich auf einen Vorschlag aus der Versammlung. Wenn auch Hundertjahrfeiern selten sind, so wollen wir doch in unserer ernsten Zeit diesen Ehrentag in ruhiger, einfacher Weise, nur unter uns und den Patenvereinen Agatharied und Parsberg – Wies, sowie den Schlierseer Vereinen hervor gegangenen Kamerad-schaft Hausham zu begehen. Einladungen erfolgen nicht!  Und gerade dieser Vorschlag eines treuen Kameraden fand allseitige Zustimmung. Die Führung der Kameradschaft wurde von den Mitgliedern beauftragt für diesen Tag Vorbereitung zu treffen um einen würdigen stimmungsvollen Verlauf der seltenen Feier zu gewährleisten. Kameradschaftsführer Leitner versprach von Seite der Führung soll alles geschehen was zu machen im Stande ist, um ein für die Kameradschaft, sowie für den Ort Schliersee würdiges Fest zu begehen. Die mit den einzelnen Vorarbeiten bedachten Kameraden wollen selbstverständlich ihr Können einsetzen um eine reibungslose Feier zu ermöglichen. Nach verschiedenen Anfragen und Aussprachen blieb man noch geraume Zeit beisammen und unterhielt sich, wie es unter alten Kriegerkameraden der Brauch ist. Kameradschaftsführer Leitner ersuchte nochmals die Kameraden treu zusammenzuhalten und an dem 100 jährigen Ehrentag möglichst vollzählig zu erscheinen, was ihn freudigst zugesagt wurde. Allenthalben im Ort rührten sich in den letzten Märzwochen und Anfangs April fleißige Hände , galt es doch Ort, Kirche und Festlokal zu schmücken für die Hundertjahrfeier, einfach schön und würdig war die ausgegebene Parole und dieselbe wurde befolgt. Bereits der Vorabend am Samstag den 17. April 1937 vereinte die Kameraden. Nach 6 Uhr klang Trommelwirbel und Marschmusik durch Schliersees Straßen, mit wehender Vereinsfahne, der eine starke Fahnenabordnung der Gebirgsschützen folgte, marschierte ein langer Zug im strammen Schritte zuerst zur Kriegergedächtnisstätte im Friedhof Westenhofen. Vor dem geschmückten Kreuz, den Gedächtnisse unserer treuen gefallenen Helden geweiht, wurde Aufstellung genommen. Hell klangen die Glocken vom Turm, drei Schüsse hallten ihr Echo von den Bergen wieder, als Kameradschaftsführer Leitner der toten Waffenbrüder gedachte. Leise und verhaltener Klang des immer schönen Liedes vom „Guten Kameraden“ über die Gräberreihen, tiefbewegte Herzen und mit Tränen in den Augen sah man manchen Angehörigen der lieben Gefallenen neben einem Grabe stehen. Der Zug formierte sich wieder und marschierte zum Oberlanddenkmal auf dem Weinberg den 52 Helden vom Annaberg und den vielen Gefallenen der Bewegung wurde hier ein Kranz geweiht. Schon senkten sich die Schatten der Nacht als der Zug die Kriegergedächtniskapelle erreichte. 85 Söhne der Gemeinde Schliersee haben ihr Bestes, ihr Leben dem Vaterlande geopfert, ihre Namen sind an den Wänden der Kapelle für die Nachwelt festgehalten, auch sie sollten am Vorabend der Hundertjahrfeier nicht vergessen sein. Im Scheine der Fackeln, unter großer Beteiligung der Schlierseer Bevölkerung fand auf dem Kirchplatze der Zapfenstreich statt. Mit dem Absingen der nationalen Lieder fand die stimmungsvolle Feier des Vorabends ihren würdigen Abschluss.  18. April 1937 100 Jahrfeier  Festsonntag ein schöner Tag versprach es zu werden. Bereits beim Morgengrauen krachten die Böller und um 6 Uhr zog die Kurkapelle mit klingenden Spiele und Trommelwirbel zum großen Wecken durch die Straßen Schliersees. Es zog auch den säumigsten Schläfer aus den Federn und zum Fenster. Auch die fremden Gäste in ihren Quartieren ahnten, heute ist was los in Schliersee und sie sollten nicht enttäuscht werden. Auf den Straßen der Ortschaft und in der Umgebung wurde es lebendig. Die Kameraden zogen dem Ziel Schliersee zu. Gegen neun Uhr ritten drei Mann in Friedensuniform, 2 Chevauleger und ein schwerer Reiter (Maier Andre, Bartl Lorenz, Löw J.) auf Kriegspferden durch die Straßen. In Westenhofen sammelten die Bruder-vereine Agatharied und Parsberg-Wies und Hausham in stattlicher Mitgliederzahl. Setzten doch gerade diese Vereine ihren ganzen Stolz darin, stark und geschlossen in Schliersee zu erscheinen. Unter Vorantritt der Musikkapelle Wies wurde zum Sammelplatz marschiert, erfolgte herzliche Begrüßung durch die Jubelkameradschaft. Um ¾ 10 Uhr ging es zur Kirche. Dichtgedrängt war die schöne Kirche voll von treuen deutschen Kriegerkameraden erhebend und ergreifend waren die Worte des Predigers, er verstand es die Männer zu fassen und zu aufmerksamen Zuhörern zu machen. Die Feldmesse wurde verschönt durch schöne Musik Einlagen. Nach Beendigung des feierlichen Feldgottesdienstes stellte sich in der Lauterer Straße der Festzug auf. Im Festzuge marschierte die Jubelkameradschaft, die Patenkameradschaften Parsberg-Wies, Agatharied, Hausham, die Gebirgsschützen, eine Abordnung des Soldatenbundes geführt vom L.d.K. Herr Dr. Egerland, sowie die N.S. Kriegsversorgung. 2 Musikkapellen, Schliersee Kurkapelle und die auch bestens bekannte Wieser Musikkapelle unter Meister Holzapfel sorgten für schneidige Marschmusik. Die Straßenränder waren dicht belagert mit Zuschauern, die fremden Gäste konnten noch echt bayerische Bodenständigkeit und Zusammenhalt sehen. Man glaubte der Zug müsse kein Ende mehr haben, so zahlreich war die Beteiligung, von Seite der Jubel-kameradschaft waren 94% der Mitglieder anwesend, nur Kranke und auf Reisen befindliche waren abwesend. Im Garten der Post wurde Halt gemacht und im Viereck angetreten. Kameradschaftsführer Leitner begrüßte offiziell die erschienenen Kameradschaften und Abordnungen. In seiner Festrede bemerkte er, dass sich im Jahre 1837 15 Männer, Bauern und Bürger zusammen-schlossen, Männer die noch unter Napoleon kämpften und in selber schweren Zeit dem Vaterlande dienten. Sie gründeten einen Verein, der unter dem Worte „In Treue fest“ mit Gott für König und Vaterland der Kameradschaft und Hilfsbereitschaft und Pflege des soldatischen Geistes stand. Hundert Jahre , so bemerkte der Redner weiter, sind ins Meer der Vergangenheit gesunken, mancher Name von den 15 Gründern ist noch heute auf einem Grabstein zu lesen, mancher aber auch  gänzlich verschwunden aus dem Leben unserer Zeit. Ihre Gründung aber blieb und wurde stark. Gerade die Kameraden der Jetztzeit, alle haben sie das große Ringen im Weltkriege mitgemacht, viele dieser vergossen ihr Blut und opferten ihre Gesundheit, sie alle haben die schwere Jahre des Niedergangs und des Zerfalles unseres lieben Vaterlandes, desto mehr freuen wir uns, dass dem Volke wieder ein Retter erstand und wir unsere 100 Jahrfeier wieder in einem freien, wehrhaften und auch von der Mitwelt angesehenen Deutschland begehen können. Mit dem herzlichsten Dank an die Erschienenen für ihre Teilnahme und mit der Bitte auch fernerhin treu zusammen zu halten endete Kameradschaftsführer Leitner seine Rede. Ganz besonders führte Leitner aus, freue es ihn und die Kameradschaft, heute zur Jubelfeier schon Vertreter der neuen Wehrmacht begrüßen zu dürfen und er hege die feste Zuversicht, dass auch wieder wie einst, Alt und Jung treue Kameradschaft halten werden. Der Führer des jungen Soldatenbundes, Herr Dr. Egerland versprach selbstverständlich soll ein gutes Zusammenwirken und aufrichtige treue Kameradschaft zwischen der ruhmreichen alten  und der neuen Wehrmacht bestehen bleiben. Nun ging es zur Überreichung der Fahnenbänder. Die Jungfrauen in heimatlicher Festtracht und weißgekleideten Mädchen trugen auf Kissen die schönsten Seidenbänder. Namens des Veteranenvereins Parsberg-Wies, entbot in einem prachtvoll vorgetragenen Vortrag, die Tochter des Kameradschaftsführers die herzlichen Glückwünsche. Frl. Meier vom Simmer in der Hög und ihr Vater waren selbst die Verfasser dieses schönen Gedichtes. Für Agatharied sprach Frl. Lisl Kuchler den Prolog, welcher durch den schönen Sinn und die gute Vortragsweise die Zuhörer sehr erfreute. Ganz besondere Ehre aber erzeugte Agatharied der Jubel-kameradschaft noch, in dem sie die alte Fahne wieder als Geschenk überreichte von herzlich guten Worten begleitet. Für die Kameradschaft Schliersee sprach in wohlgeformten Worten die Begrüßungsworte und den Prolog Frl. Lisl Antretter. Zum Schluss der offiziellen Festlichkeit sprach nochmals der Kameradschaftsführer Leitner kurze Worte und seine Worte klangen aus in einem dreifachen Sieg Heil auf den Führer und Wiedererwecker der deutschen Wehrhaftigkeit. Nun gab es kein Halten mehr, es ging hinein in den schön gezierten Saal zu Speis und Trank. Nachdem vorher an alle Teilnehmer Freibiermarken verabreicht wurden, herrschte bald prächtige Stimmung. Doch so ein Fest erfordert für die Führung immer wieder Arbeit. Galt es doch noch unsere Kameraden für 50 jährige Mitgliedschaft zu ehren. Wie in den Vorjahren waltete auch das Jahr wieder Kamerad Meier Gustl als unermüdliche Tischordonnanz für die Herren Jubilare. Es sind dies: Leitner Franz Rotmeßner, Sonnenstatter Georg, Wieland Bernhard, Schnitzenbaumer Georg, Kloiber Andreas sen. und Wühr Sebastian. Der Kameradschaftsführer heftete den Jubilaren unter ehrenden Worten das Kreuz für 50 jährige Zugehörigkeit an die Brust. Beglückwünschte alle auf das Herzlichste und dankte ihnen für ihre Treue und bat selbe sie müssen an diesem Tag unsere lieben Gäste sein und auch weiterhin uns ihre Treue schenken. Musikmeister Reil und seine Männer wurden nicht müde uns durch flotte Märsche und schöne Weisen zu erfreuen. Dann folgte noch ein langes gemütliches Beisammensein bei froher kameradschaftlicher Unterhaltung. Am Montag fand dann noch ein Gottesdienst für die verstorbenen der Kameradschaft mit Requiem und Libra statt, welcher auch gut besucht war. Hiermit hat die Jahrhundertfeier ihr Ende gefunden.

 

Die Kameradschaft beteiligte sich noch an den beiden Fronleichnams-prozessionen, ferner am Kreistag in Bad Tölz, sowie am Kreisaufmarsch in Miesbach im Verband des Kriegervereins Elbach. Am Heiligen Abend  wurde wieder in der Christmette für die verstorbenen und gefallenen Kameraden das Amt gelesen, leider blieb heuer der schöne Christbaum aus. Herzlicher Dank gebührt Herrn Malermeister Franz Gruber für die unentgeltliche Renovierung des Eisernen Kreuzes an der Kriegergedächtniskapelle. Leider hat unsere Kameradschaft auch trübe Tage gesehen, Tage an denen ein uns lieber Kamerad zur großen Armee einberufen wurde. Acht treue Kameraden verließen uns dieses Jahr. Es sind dies: Kolb Georg gestorben am 23. Juli 1937 50 Jahre Mitglied, Meier Hans gestorben am 13. August 1937, Baumann Peter gestorben am 23. September 1937, Knappich Alois gestorben am 27. Oktober 1937, Roth Josef sen. gestorben am 5. Dezember 1937 50 Jahre Mitglied, Sieber Georg gestorben am 6. Dezember 1937, Merx Peter gestorben am 11. Dezember 1937 und unser Ehrenmitglied Ex. General von Stetten gestorben am 04. August 1937. Bei der Beerdigung und darauffolgenden Gottesdienste beteiligte sich je eine Abordnung mit Fahnen. Wir wollen den treuen Kameraden ein liebes Gedenken bewahren.  Mithin schließen wir das Jahr 1937 mit dem Wunsche es möge uns auch weiterhin erhalten bleiben, Friede und Ruhe im deutschen Lande, es möge auch weiterhin unser hochgeschätzter Führer, Deutschland auf dem Wege führen und leiten der uns und der Mitwelt von Stützen ist. Das walte Gott. In Treue fest. Mitgliederbewegung:  282 aktive Kameraden, 8 Kameraden gestorben, vier Kameraden ausgetreten. Schliersee am 30. 01.1938 Bruckmair Lorenz II. Schriftführer.

 

 

 

1938 - 6. Februar Getreu dem alten Brauch versammelten sich auch am 6. Februar 1938 wieder eine große Anzahl Mitglieder und die Führung der Kriegerkameradschaft Schliersee um Rückschau zu halten und Bericht zu geben über das verflossene Jahr. Nach einleitenden Begrüßungsworten  durch Kameradschaftsführer Leitner erstatteten der Schriftführer und Kassier ihre Berichte, wofür ihnen der Dank der Kameraden ausgesprochen wurde, dem Kassier die Entlastung erteilt. Eine rege Aussprache setzte ein, betreff Kyffhäuserbund, doch allmählich setzte sich die Meinung durch, dass gegen den Sturm doch nicht gut anzukämpfen sei. Kameradschaftsführer Leitner erteilte diesbezüglich Auskünfte über alle möglichen schwebenden Fragen, er betonte besonders 101 Jahre steht jetzt die Kameradschaft Schliersee ein Fels in der wogenden Brandung, halten wir auch fernerhin doch die alten Soldatentugenden Ehrlichkeit, Furchtlosigkeit und Treue, dann wird die Kameradschaft sicher auch ein 2. Jahrhundert überdauern, zudem noch dem Willen unseres Führers Adolf Hitler die jungen entlassenen Mannschaften der neuen Wehrmacht ihre Aufnahme finden sollen, in den alten Krieger-kameradschaften Alt und Jung sollen sich ergänzen, anerkannt sollen werden und bleiben die Taten der Alten, ihre Einsatzfreudigkeit, ihr Mut, ihr Streben für das Vaterland soll beispielgebend sein für alle Zeiten. Schon in den ersten Märztagen stiegen dunkle Wolken auf am zwielichtigen Horizont, welche Sturm andeuteten. Bange Sorge haftete auf vielen deutschen Herzen, Einberufungen aller Altersklassen erfolgten, wie soll das enden war die Frage? Ein gütiges Geschick und die geniale Staatskunst unseres hochverehrten Führers brachte es zu Wege das Schwere abzuwenden. Kampflos war es möglich 7 Millionen Deutscher einzugliedern ins neue Deutsche Reich Jubel und Begeisterung allenthalben. In der Kameradschaft herrschte sogar Leben, eingezogen war der Monat Mai. Kriegeraufmarsch in München. Am 15. Mai 1938 lebhaftes Treiben im Orte, die alte herrliche 100 jährige Fahne wurde hervorgeholt und eine starke Anzahl von Kameraden zog nach München. Von Station zu Station wurden der Treuen mehr uns so kam eine Kundgebung in München zu Stande die nicht so leicht zu übertreffen werden wird. Die hundertjährige Fahne erregte überall Aufsehen und Achtung und erhielte auch von hoher Stelle die Medaillen für 100 jähriges Bestehen verliehen. Zum Aufmarsch nach München wurde zudem eine Kyffhäuser Fahne beschafft. Kamerad Kreiskriegerführer Atzenböck Miesbach stiftete den Fahnentragebrustschild mit Fahnenjunkerarmbinde. An dieser Stelle sei dem edlen Gönner und Förderer nochmals bester Dank ausgesprochen. Auch in Miesbach bei der Kreistagung war die Kameradschaft vertreten, selbstverständlich auch bei den örtlichen Festlichkeiten, ebenso Fronleichnam und am Kriegergedenktag. Der alljährliche Jahrtag wurde in gewohnter Weise mit Kirchgang, Gedenken und noch kameradschaftlichen Zusammensein verbracht. Schlierseer Kriegerjahrtag ist über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt, er kann und soll auch weiterhin Vorbild sein. Kameradschaftsführer Leitner wurde zu den Schulungskursen für Kameradschaftsführer eingezogen. Kamerad Leitners Art verbürgt für erfolgreichen Besuch. Am 21. Mai 1938 erlitten wir einen schweren Verlust, einer der ältesten Getreuen, Altbürgermeister Bammer wurde zur großen Armee abberufen. Eine Schenkung von 100 Mark an die Kameradschaft zeigte, dass der edle Gönner viel hielt auf seine Kriegerkameradschaft. Die Sommermonate verliefen in Ruhe. September war es, freche Judensöldner, gewissenlose Staatsmänner setzten ihre ganze Kraft ein, unser schönes deutsches Land in den Krieg zu hetzen. Unser herrlicher Führer war nicht gewillt solche Bedrohungen weiterhin anzunehmen. Ein Aufmarsch von nie geahnter Kraft an den Grenzen zeigte dem tschechischen….  Und seinem Gleichgesinnten Gönnern, Deutschland ist auch heute noch auf seinen Posten und gewillt erst recht zu bleiben. In letzter Minute noch gelang es den Staatsmännern das Schlimmste zu verhüten. Danken wir unserem Führer, dem Schöpfer des neuen Großdeutschland. Große Tage erlebte die Kameradschaft, doch gab es auch ernste Tage, besonders solche an denen es galt verstorbenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen. Fünf treue Freunde verließen uns für immer, ihre Namen folgen: Kamerad Nikolaus Bammer Altbürgermeister, gestorben am 22. Mai 1938, Georg Zirn, gestorben am 9. Juni 1938, Josef Sachs, gestorben am 30. Juli 1938, Bartl Stuhlreiter, Kriegsteilnehmer 1915-1916,  gestorben am 14. Oktober 1938. Sie hielten treue zur guten Sache bis zum Ende. Ehre ihrem Andenken. So schließt auch hiermit das Geschäftsjahr 1938 mit dem Wunsche, ein Größerer wolle uns erhalten, Führer und Land, Friede und Ordnung. Halten wir Adolf Hitler die Treue, er führt uns auch weiterhin durch alle Fährnisse enden. Mit einem Sieg Heil auf den Führer vergessen wir nicht unseren Wahlspruch, der da heißt: In Treue fest. Mitgliederbewegung: 277 aktive Mitglieder, 5 Mitglieder gestorben, 5 Mitglieder ausgetreten oder verzogen, 2 Neuaufnahmen. Schliersee 5. Februar 1939 Bruckmair L. II. Schriftführer.


Chronik von 1939 – 1945  2. Weltkrieg 

 

1939  5. Februar  Treu dem alten Brauche versammelten sich am Sonntag, den 5. Februar 1939 eine große Anzahl von Mitgliedern um den 102. Jahreshaupt-appell der Kriegerkameradschaft Schliersee unter dem Vorsitz des Kameradschaftsführers Lorenz Leitner abzuhalten. Den Eintritt in die Versammlung begrüßte der Kameradschaftsführer die Gäste, die Geschäftsträgern der Partei, Herrn Kreisleiter Danninger , Ortsgruppenleiter Burkhart, den Gauführungsleiter Herrn Glück, sowie den Herrn Kreiskriegerführer Atzenböck aus Miesbach. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung erfolgte Verlesung des Jahresberichtes vom Schriftführer, ebenso durch den Kassier. Herrn Landstorfer wurde durch den Kameradschaftsführer der Dank ausgesprochen für seine musterhafte Geschäftsführung. Die beiden Revisoren erstatteten Bericht, hierauf dem Kassier Entlastung erteilt. Von einer geplanten Neuwahl der Kameradschaftsführung wurde auf ein weiteres Jahr abgesehen, lediglich einige kleine Änderungen wurden vorgenommen. 1. Kameradschaftsführer bleibt Lorenz Leitner. An Stelle des durch Krankheit ausscheidenden 2. Kamerad-schaftsführer, Herrn Martin Rank wurde Herr Kurt Kögl bestimmt. Kassier Landstorfer und die beiden Schriftführer bleiben bis auf weiteres. Zum Propagandawart wurde Herr Schliermeier Wolfgang, zum Fahnenwart Kloiber Andreas und zum Schießwart Kamerad Lorenz Stadler aufgestellt. Der erweiterte Ausschuss bleibt wie bisher bestehen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles legte Herr Kreiskriegerführer Atzenböck in längerer Rede Ziele und Zweck des Reichskriegerbundes Kyffhäuser dar. Die Ausführungen des Herrn Atzenböcks brachten viel Interessantes. Die notwendig gewordenen Beitragserhöhungen fand weniger Anklang, doch es ging nicht umhin, es wurde ein Beitrag von 30 Pfg. je Mitglied an den Reichskriegerbund und von nochmaligen 20 Pfg. für die Kameradschaft festgesetzt.  Nach seinen Ausführungen überreichte Herr Atzenböck an Kreisleiter Danninger, sowie an Kassier Landstorfer unter ehrenden Worten die Kyffhäuser Ehrennadel. Herr Kreisleiter Danninger sowie Gauschulungsleiter Glück richteten ebenfalls markige Worte an die Versammelten und fanden entsprechende Anerkennung. Beteiligung bei besonderen Anlässen. Der herkömmliche Jahrtag konnte leider nicht in dem gewohnten Rahmen abgehalten werden, es wurde eine sehr schöne Feldmesse doch ohne Kirchenparade abgehalten. Hernach war wieder wie alljährlich Beisammensein der Kameraden im Vereinslokal gute Stimmung herrschte. Ein alter Kamerad, Benedikt Rummelsberger erhielt das Ehrenzeichen für 50 jährige Mitgliedschaft, zugleich wurde selben ein Geschenk überreicht. Am 10. Mai 1939 beteiligte sich eine große Anzahl Kameraden am Kreistage in Miesbach zum Kreisaufmarsch. Am Reichskriegertag in Kassel beteiligten sich 4 Mann mit Fahne, der imposante Aufmarsch wird den Teilnehmern unvergesslich bleiben. Bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen waren jeweils zahlreiche Mitglieder vertreten. Bei der am 9. November stattgefundenen Gedenkfeier für die Gefallenen, gedachte der Kameradschaftsführer Leitner in ehrenden Worten der toten Helden. Ihre Namen sind: Hechenberger Anton, Unteroffizier in einem GebArtRgt. gefallen bei Lemberg/Polen, Dießl Heinz, Oberleutnant in einem GebJgRgt. gefallen bei Grodek/Polen, Greinwald Max, SS-Verfügungstruppe, gefallen bei der Erstürmung von Modlin/Polen. Sie besiegelten ihre Treue zum Vaterland mit ihrem Heldentod. Ihr Andenken in Ehren zu halten, ist heiligste Pflicht der Kameradschaftswerte, schwere Zeiten sind wieder über unser teures Vaterland hereingebrochen. Krieg dieses harte Wort ertönt im ganzen Land Polen, durch unseren Hauptfeind England gehetzt, wagte es, auf einen Konflikt mit Deutschland ankommen zu lassen. In einer nie gesehenen kurzen Zeit von 18 Tagen war das großsprecherische Polen mit seinem gesamten Heer vernichtet oder gefangen. Die kräftige deutsche Faust wird auch unseren anderen beiden Gegnern England und Frankreich zeigen, dass die Zeiten deutscher Ohnmacht und Langmütigkeit vorbei sind. 16 Mann unserer Kameradschaft, die schon im großen Weltkriege standen und teilweise bluteten, mussten aufs Neue zu den Waffen greifen, sie stellten auch hier wieder ihren Mann und geben der jungen Mannschaft ein leuchtendes Beispiel von Mannesmut und soldatischen Können. Möge ein gnädiges Geschick ihnen die teure Heimat mit ihren Lieben baldigst wiedersehen lassen und gebe Gott, dass dieses Blutvergießen ein baldiges Ende finden wolle mit einem deutschen Siege über den französischen Vernichtungswillen. Aus der Gemeinde Schliersee stehen in dieser Zeit 300 Mann bei der Wehrmacht.  Ausschusssitzungen fanden drei statt. Die letzte war am 12. Dezember 1939, dabei gedachte der Kameradschaftsführer Leitner, der im jetzigen Feldzug gefallenen Schlierseer Helden, ferner gedachte selber in ehrenden Worten des greisen Feldmarschalles Makensen zu dessen 90. Geburtstage. Auch wurde beschlossen den im Felde stehenden Kameraden je ein Weihnachtspaket zu senden, dies wurde dann in die Tat umgesetzt. Leider hatten wir auch dieses Jahr wieder Verluste treuer Kameraden. Zur großen Armee wurden abberufen:  Georg Beer, Gemeinde Kommissar gestorben am 19. März 1939, Meier Sebastian, pens. Bergmann, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 12.Juni 1939, Wieland Leonhard, Hausbesitzer, 50 jährige Mitgliedschaft,  gestorben am 26.06.1939, Schmotz Josef, Bauer Gschwendt, Kriegszugsteilnehmer 1914-1918, gestorben am 16. September 1939, Wühr Sebastian, Hausbesitzer, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 6. Oktober 1939, Falteiner Andreas, Holzarbeiter, gestorben am 05. November 1939, Sonnenstatter Georg, Landwirt, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 6. November 1939 und Schliersmeier Wolfgang, gestorben am 27. Januar 1940. Vier Kameraden mit über 50 jährigen Treue als Verlust in einem Jahr vermerken zu müssen ist für eine Kameradschaft schon ein sehr herber Verlust. . Die Kameradschaftsführung dankte ihnen für ihre Treue durch jedes malige Abstellen einer Anzahl von Mitgliedern bei der Beerdigung und Gottesdienste. Hiermit schließen wir das Geschäftsjahr 1939 mit dem Wunsche, ein Höherer möge auch weiterhin beistehen unserer treuen Wehrmacht, der es gelingen möge den feindlichen Ansturm zu Nichte zu machen, damit baldigst wieder einkehre Friede im Lande, damit wir ehestens wieder begrüßen können alle die Unfern welche am Feinde stehen, ihnen sei versichert, dass sie in unseren Reihen nicht vergessen seien. Halten wir auch in Zukunft unserem verehrten Führer Adolf Hitler unsere Treue und werden wir mit einem Gelöbnis an denselben. Vergessen wir aber auch nicht unseren alten Wahlspruch der heißt: In Treue fest. Mitgliederbewegung: -.- aktive Mitglieder, -,- Ehrenmitglieder, -.- gestorbene Mitglieder, ausgetretene, bzw. verzogene Mitglieder und neu eingetretene Mitglieder. Schliersee, den 28. Januar 1940 Bruckmair L. Schriftführer. 

 

1940  Ein stürmischer Wintertag, der 28. Januar 1940. Trotzdem ließ sich eine größere Anzahl von Kameraden nicht irre machen am Erscheinen zum 103. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee. Kameradschaftsführer Leitner Lorenz begrüßte den Kreiskriegerführer Herrn Graf und dessen Adjutanten Herrn Kürzinger, beide Herren von Miesbach. Auch galt sein Gruß den verschiedenen Kameraden. Kameradschaftsführer Leitner führte gleich zu Beginn des Appells an, dass es zum letzten Mal sei, dass er den Appell eröffne, denn er lege unweigerlich sein Amt als Führer der Kameradschaft nieder, nachdem er im Vorjahr sich nur mehr herbeiließ auf ein Jahr die Geschäfte zu führen. Herr Kreiskriegerführer, sowie die Versammlung nahmen es zur Kenntnis, von Seite des Herrn Kreiskriegerführer wurde Kamerad Leitner der Dank für seine jahrelange Arbeit ausgesprochen. Zugleich wurde die Aufstellung eines Kameradschaftsführers notwendig. Auf verschiedene Vorschläge hin, einigte man sich auf die Person des II. Vorstandes Herrn Karl Kögl von Schliersee. An Stelle des ausgeschiedenen Kassiers wurde Herr A. Mödl mit der Kassenführung betraut. Herr Kameradschaftsführer Kögl übernahm nun den Vorsitz und führte den Appell weiter durch. Es gab verschiedene Angelegenheiten zu besprechen, wie Ehrensold für über 70 J. Mitglieder und Verschiedenes. Bei der Besprechung über den jährlichen abzuhaltenden Jahrtag wurde das Verbot der Beteiligung der Fahne am Kirchgangmit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es war überhaupt gegen frühere Hauptappelle keine rechte Stimmung vorhanden, Schneller als gewöhnlich leerte sich nach Beendigung der Versammlung das Lokal. Am Schluss sprach Kameradschaftsführer Kögl noch einige Worte, ersuchte die Kameraden auch weiterhin treu zur Sache zu stehen und bat um Mithilfe aller. Mit einem Gedenken an den Führer schloss die Versammlung. Am 10. März 1940 fand unter Beteiligung von etwa 20 Kameraden der Heldengedenktag statt. Am Weinbergdenkmal wurde unter entsprechendem Nachruf ein schöner Kranz niedergelegt. In einer sturmbewegten Zeit, Ende April fiel die Feier des altherkömmlichen Jahrtages.

 

Am 28. April 1940 trat die Kameradschaft im Friedhof an zur Kranzniederlegung an der Kriegergedächtniskapelle, kurze Ansprachen, die Musik intonierte das schöne alte Lied, „Ich hatte einen guten Kameraden“, dann ging es zum Gedächtnisgottesdienst. Sehr schöne Predigt und Feldmesse. Anschließend Marsch zum Lokal, Gasthof zur Post, daselbst ein kurzer Appell mit Ansprache durch den Kameradschaftsführer. Ein Früh-schoppen Konzert der Kurkapelle Reil hielt die Mitglieder  noch längere Zeit beisammen. Die Beteiligung an der Feier ließ zu wünschen übrig. Grund hierzu werden verschiedene Neueinführungen gewesen sein. Die anschließenden Monate verliefen in der Heimat in Ruhe, doch draußen am Feinde herrschte ganz großer Betrieb. Viele Kameraden aus dem schönen Schliersee standen im schweren Kampfe an allen Fronten von Narvik im Norden bis zur spanischen Küste. Überall waren unsere Leute anzutreffen. Unser Erbfeind und dessen Trabanten wurden in unglaublich kurzer Zeit durch mächtige Schläge zu Boden geschmettert und ihre Länder durch unsere junge, schneidige Wehrmacht besetzt. Leider riss der Tod auch manche Lücke, aus Schliersee erlitten bei diesen schweren Kämpfen 3 Kameraden den Heldentod. Es sind dies die Kameraden August Steininger, Lehrer Ludwig Müllner und Dentist, Ortsgruppenleiter Otto Burkhart. Sie besiegelten ihre Treue zum Führer und Großdeutschland mit ihrem köstlichsten, ihrem jungen Leben. Ehre ihrem Andenken. Für spätere Zeiten sei hier vermerkt, dass aus der Gemeinde Schliersee am Jahresschluss 1940 400 Mann zum Heeresdienst eingezogen waren. Am 29. September 1940 war ein Appell der Kameradschaft anberaumt, obwohl ein richtiges Versammlungswetter war hatte sich nur ein verhältnismäßig kleines Häuflein unentwegter Kameraden eingefunden. Kameradschaftsführer Kögl eröffnete die Zusammenkunft mit seinem Gruß den Führer. Nach einem kurzen Rückblick über die gewaltigen Geschehnisse im verflossenen Frühjahr wurde der während dieser Kämpfe auf dem Feld der Ehre  gebliebenen treuen Kameraden gedacht. Nach Bekanntgabe von verschiedenen wichtigen Einläufen sprach der Kameradschaftsführer über Ziele, Aufgaben und Leistungen des Reichskriegerbundes. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wieder unsere treuen Kameraden zur großen Armee abberufen. Es sind dies: Leitner Thomas, gestorben am 26. April 1940, Demmel Sylvester, gestorben am 27. April 1940 und Stangl Andreas, gestorben am 19. November 1940. Die Kameradschaft dankte den Kameraden durch Abstellung von Kameraden zur Beerdigung und zum Gottesdienste. Ein ehrendes Gedenken in der Kameradschaft sei Ihnen stets bewahrt. So ist wieder ein Jahr verflossen, ein Jahr rumreichen Geschehens und großer Taten. Ein Jahr des Sieges liegt wieder hinter uns und in stolzer Ergriffenheit blicken wir zurück auf die stets unglaublichen Ruhmestaten unseres Heeres, Luftwaffe und Marine. Mit dem unerschütterlichen Vertrauen an unseren Führer und die von ihm neu errichtete Wehrmacht, warten wir auf den Tag, der uns den Sieg mit Frieden bringen wird. In Treue fest. Mitgliederstand am 01. Januar 1940 aktive Mitglieder 75, Ehrenmitglieder 15, gestorbene Mitglieder vier. Schliersee, den 26. Januar 1941 Bruckmair L. Zusatz: Beinahe 20 Jahre führte unser lieber Kameradschaftsführer Lorenz Leitner die Geschicke der Kameradschaft. Ein aufrechter deutscher Mann der stets seinen Mann stellte in guten, wie in schlimmen Tagen, der auch einmal zurückschreckte, jedermann gegenüber offen und ehrlich seine Anschauungen, die zudem nie die Schlechtesten waren zu vertreten. Unter seiner zielbewussten Führung erreichte die Kameradschaft, früher Veteranen und Kriegerverein Schliersee die stattliche Mitgliederzahl von über 500 Mitgliedern. Gar manchen Kampf hatte er auszufechten in allen möglichen Instanzen, doch sein offenes, zur rechten Zeit manchmal scharfes Wort verschaffte ihm stets die Achtung aller auch seiner Gegner. Mit Leitner verlieren wir einen Kameradschaftsführer, der stets bestrebt war Gegensätze zu mildern und auszugleichen. Nur ungern sehen ihn die Kameradschafts-mitglieder scheiden von seinem Posten, doch wir alle sind überzeugt, dass Leitner auch fernerhin der Kameradschaft die Treue halten wird. Nochmals herzlichen Dank für die jahrelange Arbeit. In der Geschichte der Kameradschaft Schliersee nimmt sein Name einen der ersten Plätze ein. Die nachkommende Generation wird beim durch blättern der Bücher immer wieder auf diesen Namen stoßen und seine Tätigkeit ermessen können. Nochmals recht herzlichen Dank dem lieben Kameraden Leitner. Als Anerkennung für seine treuen Dienste wurde Leitner in der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

 

1941 - Am 26. Januar 1941 fand im alten, trauten Lokal zur Post der 104. Jahreshauptappell der Kameradschaft statt. Wenn in den früheren Jahren die Kameraden statt zuhauf erschienen waren, so war die Enttäuschung dieses Mal doch beinahe zu stark, denn nur 15 Mann waren erschienen. Es war zu bekannt, dass die Stimmung in den Reihen der Kameradschaftsmitglieder, infolge der in den letzten Jahren erlassenen Verfügungen und die erhöhten Beitragszulagen nicht die beste war und deswegen die vielen Austritte erfolgten. Kameradschaftsführer Kögl eröffnete um 3 Uhr mit einem Gruß an die Frontkameraden und Führer Adolf Hitler den Appell. Nach Verlesen des Jahrestätigkeitsberichtes, sowie nachfolgenden Kassenbericht, gedachte der Kameradschaftsführer der treuen Gefallenen und Verstorbenen aus den Reihen der Kameradschaft. Ein stilles Gedenken folgte. Schriftsatz und Kasse wurden in Ordnung befunden und dem Kassier Entlastung erteilt. Desgleichen dankte der Kameradschaftsführer dem Kassier und Schriftführer für ihre Arbeit. Die Aussprache unter den Anwesenden war natürlich entsprechend kurz. Kameradschaftsführer ernannte zu seinem Stellvertreter Herrn Schliersmeier Wolfgang, welcher die Sache annahm und treffende, packende Worte an die Anwesenden richtete, zugleich mit der Bitte doch jetzt in der schweren Kriegszeit die Kameradschaft, welche schon über hundert Jahre besteht nicht ganz aufgehen zu lassen. Es kommt auch wieder eine andere Zeit und die jetzigen Frontsoldaten sollen nicht den Vorwurf erheben können, dass ihre Vorfahren die alte hergebrachte Tradition nicht mehr gewahrt haben. Die Anregung einer monatlichen Zusammenkunft fand keine willige Aufnahme, ebenso die Beschaffung einer einheitlichen Bekleidung (Uniform) , welche in der jetzigen schweren Zeit überhaupt nicht durchführbar ist. Nach einem Schlusswort des Kameradschaftsführers wurde der Appell zu Ende geführt, die wenigen Kameraden blieben noch längere Zeit unter sich beisammen. Nun folgten ein paar Monate ruhiger Zeiten für die Kameradschaft. Am 23. März 1941 richtete Kameradschaftsführer Kögl ein Gesuch an den Kreiskriegerführer um Enthebung von seinem Posten als Kameradschaftsführer, welcher genehmigt wurde in Anbetracht der großen Arbeitsüberlastung des Kameraden Kögl. Herr Kreiskriegerführer betraute den Stellvertreter Herrn Schliersmeier mit der vorläufigen weiteren Kameradschaftsführung. Herr Schliersmeier verfügt schon über ziemliche Erfahrung in der Führung. Bei dem alljährlichen Heldengedenktag war die Kameradschaft in mäßiger Weise vertreten. Am 5. Mai 1941 fand der alljährlich Jahrtag statt, aber welche Änderungen gegen früher, keinerlei Stimmung, Herr Dekan hielt die Feldmesse, hernach fand im Vereinslokal gesellige Zusammenkunft statt. Kleine Aussprache unter den Anwesenden. Kameradschaftsführer Schliersmeier sprach den zurück-getretenen Kameradschaftsführer den Dank aus für seine geleistete Arbeit und Mühe, sowie für die Opfer, welche er für die Kameradschaft erbracht hatte. Auf Anordnung der Gebietsführung müssen die Führer von Kameradschaften an Kreistagungen in Miesbach teilnehmen. Kamerad Schliersmeier besuchte davon drei, war die erste am 16. März, die Zweite am 5. Mai und die dritte am 30. November stattfanden. Kamerad Hofberger Josef erhielt aus der Vereinskasse eine Unterstützung von 40 Mark. Von Seite des Kriegerbundes, Abteilung München wurde für das am 23.09.1941 geborene Kind Gisela Seidl ein Sparkassenbuch von 50 Mark geschenkt. Auch im vergangenen Jahr hatten wir wieder schmerzliche Verluste. Zur großen Armee wurden wieder Nachtragende Mitglieder und Kameraden abberufen:  Johann Stadler jun, Michlbauer in Althausham, Josef Gaschler, Hilfsarbeiter Neuhaus, Franz Leitner, Bauernsohn Kreuth, Florian Köpferl, Bauer in Öd, Johann Walser, Bauer in Fehn, Josef Sachs, Molkereibesitzer Schliersee. Die Kameradschaftsführung war bei den Beerdigungen, sowie den darauffolgenden Gottesdiensten vertreten. Die Verstorbenen waren treue Anhänger der Kameradschaft und wir empfinden ihren Verlust als sehr schmerzlich. Ehre ihrem Andenken. Der rauhe männermordende Krieg riss auch in unsere Gemeinde schmerzliche Lücken. Eine Reihe von jungen Männern gab ihr Bestes für Führer und Vaterland. Im abgelaufenen Vereinsjahr starben den Heldentod: 

Obergefreiter Wolfgang Schauer, Soldat Ludwig Anzenhofer, Soldat Georg Stöger, Soldat Josef Bachmann, Leutnant Freiherr H. von Glötzl, Wachtmeister Johann Schliersmeier, Gefreiter Otto Panradl, Obergefreiter Lorenz Schneider, Soldat Rudolf Karpf, Unteroffizier Hermann Schusterbauer, Gefreiter Andreas Mairhofer.

 

Großen Dank schulden wir allen diesen treuen Helden, welche durch ihr Lebensopfer bei halfen, die Feinde von unseren Grenzen fernzuhalten. Im tropischen Klima, auf Kreta, auf den Eisfeldern Russlands, auf Sturm bewegten Meere, überall stellten sie ihren Mann. Zeigen wir uns ihrer würdig, in dem wir alle bei helfen unseren kämpfenden Kameraden das Los ein wenig zu erleichtern durch fleißige Mithilfe an den Sammlungen für unsere Wehrmachtsangehörigen. Möge es uns verehrten Führer möglich sein, im Jahre 1942 seine Truppen zum endgültigen Siege zu führen, möge bald wieder zurückkehren die schöne Friedenszeit, auf das wieder überall an allen Orten unsere siegreichen Heimkehrer Ordnung und Arbeit finden. Mit diesem Wunsche schließen wir das Geschäftsjahr 1041 mit unserem Wahlspruch: In Treue fest. Heil Hitler. Mitgliederstand am 01.01.1942  93 aktive Mitglieder, 6 Ehrenmitglieder, 10 Doppelmitglieder, 5 Mitglieder bei der Wehrmacht, davon 72 für den Bund. Schliersee, den 25. 01.1942 Bruckmair L.  Schriftführer.

 

1942 - 18. Januar Nach der alter Sitte und Brauch gemäß versammelten sich am 18.01.1942 in unserem angestammten Vereinslokal zur Post ein kleines Häuflein Getreuer um den 105. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee abzuhalten. Nach einleitenden Worten des Kameradschaftsführers Schliersmeier wurde der treuen Gefallenen, sowie der aus unseren Reihen zur großen Armee abberufenen gedacht. Ein ehrendes Gedenken fand durch Erheben von den Sitzen und kurzen Schweigen statt. Der verdiente Vereinskassier erstattete Kassenbericht und wurde ihm für mustergültige Kassenführung Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt. Der Schriftführer erstattete den Jahresbericht, welcher gutgeheißen wurde. Nach dem Verlesen verschiedener Einläufe wurde zur freien Aussprache geschritten, doch die Stimmung war unter den Anwesenden nicht dazu angetan aus  sich herauszugehen. Nicht die Kriegsstimmung allein ist schuld, sondern auch die stete Änderung und Bevormundung trägt dazu bei. Die Mitgliederzahl zum Schwinden zu bringen. Von Neuzugängen ist gar nicht zu reden. Was ist nur aus der stolzen Kriegerkameradschaft Schliersee geworden, ehedem 320 Mitglieder, darunter hohe und höchste Offiziere und jetzt ein Häuflein alter Herren, welche nur noch aus Achtung vor der schönen alten Sache die Fahne hochhalten, um dieselbe dann nach erfolgten Kriegsende unserm siegreichen Heimkehrern zu treuen Händen zu übergeben. Welche Fülle von Ereignissen ist seit dem Bestehen der Kameradschaft schon hereingebrochen, gute und schlimme Zeiten, immer waren die Männer Schliersees auf allen möglichen Kriegsschauplätzen zu treffen. Hohe und höchste Auszeichnungen sprechen davon. Auch dieser blutige Krieg welcher nur von unseren Erbfeinden und kapitalistischen Verbrechern aufgezwungen wurde, rief aus der Gemeinde Schliersee 514 wackere Männer zu den Fahnen. Bis zum heutigen Tage, den 24. Januar 1943 gaben 44 dieser Helden ihr Blut und Leben für Führer und Volk. Hoffen wir mit Zuversicht, dass unsere stolzen Wehrmachtsteile heuer die Feinde zu Boden schmettern und damit wieder Friede einkehrt in unser Europa und die Völker sich wieder erholen können von den schweren Wunden. Wie alljährlich fand am 3. Sonntag nach Ostern  der herkömmlich Kriegerjahrtag statt. An der schönen Stätte, der Gedächtniskapelle wurde unter ehrenden Worten für die treuen Helden ein Kranz niedergelegt. Hierauf gemeinsamer Kirchgang, treffende Worte des amtierenden Geistlichen verschönten die einfache Feier. Hernach fand im Herbergslokal kurzes Beisammensein der Kameraden statt. Wie stolz marschierte einst die Kameradschaft mit wehenden Fahnen und schmetternder Marschmusik durch die Ortschaft. Möge doch auch der Zeitpunkt wieder kommen, dass wir an Festen der Kameradschaft unsere schönen Traditionsfahnen wieder entrollen dürfen und neben der Reichsfahne zeigen, dem auch unsere stolze, mutige Wehrmacht soll von Zeit zu Zeit die Traditionsfahnen der Truppenteile aus dem Armeemuseum und zeigt sie öffentlich. Wie sich Helden des Weltkrieges fanden unter diesen Fahnen den Heldentod. An Stelle des ausgeschiedenen Kameradschaftsführers leitete bis auf weiteres Kamerad Kögl die Geschicke der Kameradschaft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr griff auch Schnitter Tod wieder in unsere Reihen. Gerade zwei der ältesten Kameraden wurden zur großen Armee abberufen.  Steinlechner Josef, Rain bei Hausham, 60 Jahre gehörte der Kameradschaft Schliersee an. Das Ehrenzeichen für 50 jährige Mitgliedschaft zierte seine Brust. Leitner Josef, Högerbauer vom Kasten, ebenfalls Inhaber der Auszeichnung für 50 jährige Zugehörigkeit. Beide hielten die vielen Jahre treu zur Kameradschaft in guten und schlimmen Zeiten. Wir werden der treuen Kameraden weiterhin ehrend gedenken. Noch zwei Opfer wurde aus unseren Reihen gefordert Peter Hechenleitner, Bauer in Oberbodenrain. Auch er war ein treuer Anhänger unserer alten Kameradschaft, ein gerngesehener Kamerad. Am Helden-gedenktag und bei der Ehrung gefallener Helden war eine Abordnung der Kameradschaft vertreten. Nun ist es still geworden in unseren Reihen, die lange Kriegsdauer und die Sorge um unsere teuren Angehörigen auf allen möglichen Kriegsschauplätzen macht die Gemüter ernster, doch als alte Soldaten und Kämpfer wollen wir durchhalten bis an den Tag an welchem unsere jungen Helden zurückkehren in ihre schöne Bergheimat, dann sollen dieselben weiter-führen das Band der Kameradschaft. So schließen wir das Geschäftsjahr 1942, mit der Bitte ein Höherer möge unsere Wehrmacht beistehen im schweren Endkampf, dass es gelinge endlich einen dauernden siegreichen Frieden zu erhalten. Halten wir auch fernerhin unserem verehrten Führer Adolf Hitler unentwegte Treue, enden wir mit einem Gelöbnis an denselben, vergessen wir aber auch nicht unseren alten Wahlspruch, der da heißt: In Treue fest. Mitgliederbewegung: Zahl der aktiven Mitglieder 65, derzeit beim Militär 2, Ehrenmitglieder 6  Schliersee, den 24. Januar 1943  Bruckmair Leopold Schriftwart.

 

Für Volk und Heimat ihr Leben haben hingegeben im abgelaufenen Jahre 1942,

22 Kameraden der Gemeinde Schliersee: 

Eyrainer, Marinus,             gefallen am 05.01.1942 

Steiner, Karl,                       gefallen am 08.01.1942 

Diessl, Karl,                         gefallen am 15.01.1942 

Gehrer, Paul,                      gefallen am 30.01.1942 

Zahrer, Kaspar,                  gefallen am 31.01.1942 

Stadler, Johann,                gefallen am 03.02.1942 

Bartl, Lorenz,                      gefallen am 05.03.1942 

Tränkl, Hans,                      gefallen am 16.03.1942 

Schumann, Felix,               gefallen am 25.04.1942 

Märkl, Fritz,                        gefallen am 17.05.1942 

Maier, Theodor,                gefallen am 26.05.1942

Frings, Englbert,                gefallen am 27.05.1942

Hirtreiter, Johann,            gefallen am 09.06.1942 

Mühlberger, Josef,           gefallen am 12.08.1942 

Stiglmaier, Xaver,              gefallen am 28.09.1942 

Huber, Georg,                    gefallen am 30.09.1942

Lübben, Elfried,                 gefallen am 01.10.1942

Schötz, Josef,                     gefallen am 08.10.1942 

Gruber, Georg,                  gefallen am 20.10.1942

Pöschl, Josef,                      gefallen am 04.11.1942 

Eixenberger, Peter,           gefallen am 19.11.1942 

Pongratz, Karl,                   gefallen am 30.11.1942

Aus unserer Kameradschaft zur großen Armee sind abgerufen worden die Kameraden:  Leitner Josef, Högerbauer in Hausham. Hechenleitner Peter, Agatharied. Gerloff Hermann, Inh. d. Hotels Wendelstein Schliersee.

 

1943 - 24. Januar -24 Mann stark, ein winziges Häuflein gegen frühere Jahre waren am 24.01.1943 erschienen um den 106. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee abzuhalten. Herr Kameradschaftsführer Kögl begrüßt als Gast das Ehrenmitglied Lorenz Leitner und Gaupropagandaleiter Kamerad Kürzinger aus Miesbach, sowie das kleine Häuflein Getreuer. Der Kameradschaftsführer ersuchte den Schriftwart Bruckmair um Verlesung der Namen der im Jahr 1942 gefallenen 22 Schlierseer Helden.  Ebenso wurde der 3 Männer aus unseren Reihen Verstorbenen gedacht. Eine Minute des Schweigens und Erheben von den Sitzen wurde als letzte Ehre erwiesen. Der Schriftführer verlas hierauf den Jahresbericht, welcher gutgeheißen wurde. Der Kassen-bericht erstattet durch Kamerad Mödl, wurde als mustergültig anerkannt und dem Kassier Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt.  Hierauf ergriff Kamerad Kürzinger das Wort. Fahnenfrage die ewig Strittige muss einmal erörtert werden. Es ist unbestritten, dass wir an der alten Fahne hängen, aber es sei nun einmal von General Reinhardt, Berlin befohlen, dass die Traditions-fahnen in der Öffentlichkeit nicht mehr gezeigt werden dürfen, und hierin haben wir als alte Soldaten zu gehorchen. Die Fahnen sollen an einem sicheren Platze, vorgeschlagen war der Sitzungssaal im Rathaus verwahrt werden und nur bei ganz festlichen Anlässen könnten dieselben herausgeholt werden. Bei Beerdigungen hat nur die neue Bundesfahne zu erscheinen, beim darauf folgenden Gottesdienste darf die Bundesfahne nicht mit in die Kirche genommen werden. Bis auf weiteres, d.h. das nach dem Kriegsende bleibt der Führerstab wie folgt: Kameradschaftsführer Karl Kögl, Kassenwart Alois Mödl, Schriftwart Leopold Bruckmair, Fahnenjunker Jennerwein. Nach Schluss des Appells welcher mit einem „Sieg Heil“ auf den Führer schloss, blieb man noch ein Stündchen im kameradschaftlichen Kreise beisammen. Man freute sich und versprach sich bald wieder einmal zu treffen, dies war jedoch eher der Fall als gedacht. Am 30. Januar 1943 wurde unser ehemalige II. Fahnenjunker Josef Schmotz, Wienerbauer von Hausham zu Grabe getragen. Ein alter aufrechter deutscher Mann, ein alter Oberlandler Bauer von altem Schrot und Korn, ein treuer Kamerad unserer Kameradschaft ist von uns gegangen. Eine Anzahl von treuen Kameraden gab ihm das letzte Geleit im Westenhofener Friedhof, ebenso beim nachherigen Gottesdienste in Hausham. Einige Wochen später wurde uns wieder ein alter Kamerad zur großen Armee einberufen. Franz Xaver Leitner, Rotmeßner von Schliersee. Ein Kreis von Kameraden erwies dem Treuen den letzten Liebesdienst bei Beerdigung und Gottesdienst. Auch der Monat Mai verlangte von der Kameradschaft Tribut. Am 11. Mai 1943 wurde der Oberpostschaffner Spitzl Josef zu Grabe getragen. Auch diesem Kameraden wurden die letzten Ehren erwiesen. So schrumpfte das Häufchen der alten Kameraden immer mehr zusammen, doch lassen wir die Hoffnung nicht fallen, wir alten Kameraden wollen es doch auch noch erleben, dass unsere Heimkehrer die Kameradschaft wieder zur vollen Blüte bringen und stolz und aufrecht wieder den schönen Kriegerjahrtag feiern.  Kriegerjahrtag 7. Mai 1943 wie ein Häufchen Versprengter gingen wir zur Kirche. Wo bist du geblieben du schöne ehemalige Zeit. Unsere gefallenen Helden des jetzigen Krieges würden uns sicher nicht nachtragen, wenn wir jährlich einmal mit schmetternder Marschmusik unseren Ehrentag begehen würden. Die Kameradschaft rückte auch zum Heldengedenktag, sowie den Heldenehrungen mit je einer Abordnung aus, ebenso bei verschiedenen Veranstaltungen der N.S.D.A.P. Durch oberste Verordnung wurde der Kyffhäuserbund aufgehoben. Gar zu schmerzlich ist dies für uns gerade nicht, die Vereine sind jetzt wieder mehr selbstständig, doch sind mehr und mehr in die Partei eingegliedert. Sonst verlief das abgelaufene Jahr, was Vereinsarbeit anbelangt ruhig. Galten wir alten Kameraden aus, einmal muss der schreckliche, Männermorden, genannt Krieg auch ausgehen, dann übergeben wir das Banner zu treuen jungen Händen. Fürchterliches müssen unsere lieben Helden durchmachen, besonders an der Ostfront werden nach monatelangen Anstürmen der wilden Horden. Unsere lieben Schlierseer Krieger sind an allen Kriegsschauplätzen zu treffen, im hohen Norden bei der Eisregion, in Afrikas Wüsten auf Sizilien und Süditalien. Andere schlagen sich mit den Partisanen am Balkan rum, ebenso sind dieselben am Atlantik anzutreffen. Seien wir stolz auf unsere wackeren jungen Leute. Im Vorjahr äußerten wir den Wunsch, der nächste Jahreshauptappell möge schon im Friedenszustande abgehalten werden können, doch welche Enttäuschung , sind wir froh, wenn wir 1945 beim Appell unsere Jungen um uns haben. So schließen wir dann unser Geschäftsjahr 1943 mit dem Wunsche, unsere Wehrmachtsteile mögen unsere Feinde an allen Fronten zu Boden ringen, damit endlich wieder Friede und Ruhe einkehre im deutschen Heimatlande, dass unsere Lieben wieder heimkehren zu ihren Lieben und den schönen Bergen und der lieben Schlierseer Heimat. Halten wir aber alle auf unseren Führer Treue, leisten wir ihm Gefolgschaft in seinem schwere Kampfe, enden wir mit einem Gelöbnis an denselben, doch halten wir unseren alten ererbten Wahlspruch bis in die fernste Zeit hoch, er soll nicht vergessen werden, auch fernerhin heißt er: In Treue fest.    Schliersee, den 16. Januar 1944 Bruckmair Leopold Schriftwart. Mitgliederstand: Aktiv 107, Passiv 2, Ehrenmitglieder 4

 

Für Volk und Heimat gefallene und gestorbene Krieger im Jahre 1943

Gefreiter Hinterseher Johann,              gefallen am 19.01.1943 

Oberfeldmeister Behringer Helmut,    gefallen am 23.02.1943 

Unteroffizier Zellermeier Peter,           gefallen am 09.03.1943 

Obergefreiter Siebentritt Josef,            gefallen am 31.01.1943 

Obergefreiter Windisch Wolfgang,      gefallen am 11.03.1943 

Grenadier Heinzinger Gottlieb,            gefallen am 20.03.1943 

Obergefreiter Merkl Bruno,                  gefallen am 21.03.1943 

Gefreiter Ferstl Max,                              gefallen am 04.04.1943 

Gefreiter Goßner Max,                           gefallen am 08.06.1943 

Obergefreiter Stickl Thomas,                gefallen am 12.06.1943 

Gefreiter Thaler Georg,                          gefallen am 03.08.1943 

Jäger Eichenseher Sebastian,                gefallen am 18.08.1943 

Gefreiter Lewald Korbinian,                  gefallen am 30.08.1943 

Obergefreiter Graf Georg,                     gefallen am 02.09.1943

Unteroffizier Huber Gerhard,               gefallen am 06.10.1943 

Obergefreiter Estner Martin,                gefallen am 09.10.1943 

Leutnant Gack Hans,                               gefallen am 06.10.1943 

Feldwebel Kray Georg,                           gefallen am 04.11.1943 

Pionier Mayer Andreas,                         gefallen am 06.11.1943

Obergefreiter Lechner Josef,                gefallen am 21.12.1943 

 

1944 - 16. Januar Ein schöner sonniger Wintertag, ohne Schnee, der 16. Januar 1944. Langsam kamen die Kameraden zuwege, um in unseren alten Vereins-lokal zur Post den 107. Jahreshauptappell abzuhalten. 32 Männer wurden vom Kameradschaftsführer willkommen geheißen. Nach einleitenden Worten und Gruß an den obersten Heerführer, unserem Führer , ersuchte der Kamerad-schaftsführer um Verlesung der Namen der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Schlierseer Krieger. Vier Mitglieder der Kameradschaft und 20 treue Gefallene wurden durch den Schriftführer der Kameradschaft verlesen. Die Anwesenden ehren dieselben durch Anhören im Stehen und dem deutschen Gruß. Kameradschaftsführer ersuchte hierauf um Bekanntgabe des Jahresberichtes durch den Schriftführer. Nach Verlesen desselben gab dann der Schriftführer noch den Kassenbericht für den in Geschäften abwesenden Kassier bekannt. Die Kassenführung wurden von den Revisoren Kameraden Landstorfer und Jennerwein geprüft und in Ordnung befunden, worauf dann Entlastung erteilt wurde. Mittlerweile war von Seiten der Partei, Herr Ortsgruppenleiter Rotmaurer erschienen und vom Kameradschaftsführer mit warmen Worten begrüßt. Kameradschaftsführer Kögl gab dann noch verschiedene Einläufe bekannt, wie Auflösung des Kyffhäuser Bundes, neue Statuten und Anderes. Auch die Beitragsfrage kam zur Sprache, der Beitrag beträgt monatlich 0,20 Pfennige, im Jahre 2,40 Mark. Es wurde eine Aussprache angeregt, aber es meldete sich niemand zu Wort. Herr Dollinger sprach dann in kurzen mannhaften Worten zu den Anwesenden, man merkte gar nicht, dass gegenüber in früher Zeit ein Mann zu uns sprach, der selbst Frontkämpfer des ersten Weltkrieges, unseren Fragen Verständnis auf der ganzen Linie hatte und sich bereit erklärte uns nach bestem Wissen zur Seite zu stehen. Auch von unserer Seite wird dem Herrn rege Mitarbeit zugesichert Kameradschaftsführer ersuchte um bessere Beteiligung bei Beerdigungen und Heldenehrungen. Kamerad Landstorfer richtete auch kurz wohlgemeinte Worte an die Kameraden, er betonte die Zuversichtlichkeit der Fronttruppen. Sein Sohn welcher gerade auf Urlaub von Schitomir (Russland) da war, wusste seinem Vater nur Gutes über den Geist der Truppe zu berichten. Nachdem sich überhaupt niemand zu Worte meldete, schloss der Kameradschaftsführer den Hauptappell mit einem Gruß an den Führer. Die Mitglieder trennten sich bald, denn leider war der Geschmack der Biere nicht dazu angetan Stimmung zu bereiten. Die Tätigkeit in der Kameradschaft leidet natürlich unter den ungeheuren Geschehnissen des größten aller Kriege. 5 Jahre vergingen, das 6. schwere Kriegsjahr forderte von der kämpfenden Truppe das Äußerste, von den daheim gebliebenen Entbehrungen, die man nie für möglich hielt. Einschränkungen auf allen Gebieten, hautsächlich im geschäftlichen Leben zeigen uns so recht, wohin es führen würde, wenn der Kampfgeist der Heimat zu Grabe ginge. Unser aller Existenz, wenn nicht aller Leben wäre zerstört.  Schwere Prüfungszeit für unser Volk, allenthalben drängen unsere Feinde in deutsches Gebiet, zerstörend und mordend. Hoffen wir und bauen wir auf unsere stolze, starke Wehrmacht und der Führung, dass es gelingen möge Einhalt zu gebieten und unser herrliches Land zu retten von den unerbittlichen  tierischen Feinden. Wieder hat eine Reihe von jungen tapferen Helden unserer engeren Heimat Blut und Leben gelassen für uns und unsere Angehörigen, soll dies wirklich auch wieder umsonst gewesen sein. Zeigen uns wir dem würdig, durch mannhaftes Ausharren bis zum endgültigen, hoffentlich guten Ende. Viele unserer Kameraden, Angehörige, welche glaubten in diesem Ringen nicht mehr zum aktiven Einsatz zu kommen, wurde durch die Bildung und Aufruf des Volkssturmes der Ernst der Lage neuerdings zum Bewusstsein gebracht. Für unsere Nachwelt sei hier vermerkt, dass die ganze männliche Bevölkerung von 16 – 60 Jahren hierzu beigezogen wurde. Es wurden über allen Orten Kompanien und Bataillone errichtet und regelmäßig Übungen abgehalten. Auch verdient festgehalten zu werden, dass auch unsere Mädel überall im Einsatz waren als, Funk-, Flakhelferinnen, beim Sanitätswesen, ein Volk von solcher Einsatzfreudigkeit kann und darf nicht untergehen. Das Leben und Treiben in der Kameradschaft ging ruhig vor sich, es gab keine Beschlüsse, an der Heldengedenkfeier, auch an sonstigen Veranstaltungen, welche ja der Zeit gemäß alle in ruhigen, bescheidenen Bahnen abgehalten wurden., nahmen Abordnungen teil. Desgleichen bei Begräbnissen verstorbener Kameraden. Jetzt handelt es sich hauptsächlich nur noch darum, dass ein Häuflein Getreuer die Fahne der Kameradschaft zu treuen Händen sich hält und die Kameradschaft noch einigermaßen lebend erfüllt, bis der Tag kommt an dem dieselbe jungen Händen, gestählt im jetzigen Weltkriege übergeben werden kann. Wir schließen mit dem Wunsche, dass dies bald geschehen könne, hoffen wir, dass uns der Führer des deutschen Volkes einen baldigen Frieden verschaffe, seinen Feinden der nicht wieder die Gefahr eines neuen Weltenbrandes in sich birgt. Wir Alten wollen aber auch unseren Wahlspruch, der auch heute noch Geltung hat nicht vergessen und zu Schanden kommen lassen, darum auch weiterhin: In Treue fest. Schliersee, den 11. März 1945 L. Bruckmair, Schriftführer.

 

Mitgliederbestand: Aktive 107, Passiv 2, Ehrenmitglieder 4. Verstorbene Mitglieder im Jahre 1944:  Holneicher Michael, pens. Bergmann, Hausham,  Kloiber Andreas sen., Säger, Schliersee und  Gößle Andreas, Kraftfahrzeug-Meister, Schliersee.

 

1945 – 11. März - Wieder ein Jahr und kein Kriegsende abzusehen. Gerade diese Meinung wurde auch am 11. März 1945, dem bestimmten Termin für den 108. General Hauptappell der Kameradschaft allenthalben geäußert. Am Heldengedenktag an dem auch die Kameradschaft teilnahm, versammelten sich im kleinen Nebenzimmer Gasthof zur Post 28 alte, treue Mitglieder um kurze Abrechnung über das verflossene Jahr entgegenzunehmen. Nach kurzen einleitenden Worten durch Kameradschaftsführer Kögl, ein Sieg Heil auf den Führer und hernach Verlesen des Jahresberichtes durch den Schriftwart. Kassenbericht vorgetragen durch Kassenwart Mödl ergab einen guten Kassenbestand. Es wurde beschlossen für das Jahr 1944 keine Beiträge einzuheben, wie es für 1945 sein soll, wird noch die Zeit ergeben. Die Zeit die früher bei Jahresabschluss oft zu kurz wurde, und man noch abends tapfere, trinkfeste Mannen antraf, war das mal hingegen zu lang. Es gab Bier, und in welcher Güte, dass  man gleich erschaudern konnte. Die kräftigsten brachten es auf eine ganze Halbe. Man könnte mit den Studenten sagen, oh schöne Burschenherrlichkeit, wohin bist du gekommen. In einer halben Stunde war der ganze Appell vorbei. Leider. Und was soll jetzt werden, dies fragte man sich gegenseitig und nur zu bald wussten wir Bescheid. Die von Norden und Westen eindringenden Feinde kamen immer näher, was soll diese Heerscharen noch aufhalten können. So kam der April und mit ihm Tag für Tag Bombenangriffe, Tiefflieger Angriffe auf friedliche Landbewohner. Schreiber dieses fuhr täglich als Kurier von Hausham nach München, teils mit Bahn, teils mit dem Motorrad, man sah der Auflösung stündlich entgegen. Immer wieder schwere Angriffe, Ende April fassten noch wahnwitzige Elemente , aufgestellt durch Kreisleiter Danninger, Schliersee, den Entschluss als Wehrwölfe Widerstand zu leisten. Die Waffen SS bezog Stellungen beim Brennten,  ein Geschütz stand beim Staudacher in Westenhofen. Wenn der Wille des Herrn Kreisleiters Danninger durchgedrungen wäre, würde Hausham und Schliersee ein Trümmerhaufen sein. Am letzten April abends um 07.00 Uhr eröffnete die SS das Geschützfeuer auf die aus Miesbach einrückenden Franzosen (de Gaulle Truppen). Im Nachmittag des 2. Mai 1945 kam es dann auch zu den letzten Kämpfen um Hausham und Schliersee. Es gab noch eine Reihe von Gefallenen und eine Anzahl zerstörter Häuser, vornehmlich in Hausham. Das bei Staudacher stehende Geschütz schoss noch das Brenten-Anwesen oder Hausham in Brand, weil dort ein weißes Tuch heraus gehängt wurde. In Schliersee schlug eine schwere Granate in der Stöger Alm ein, ohne indes Opfer an Menschen zu fordern, nur Gebäudeschäden. Auch in der näheren und weiteren Umgebung waren Einschläge zu verzeichnen. Am 3. Mai 1945 rückten schon in der Frühe amerikanische Panzer, leichte und schwere ein. Für unsere Gegend war der Krieg vorläufig zu Ende. Schon am gleichen Tage kamen unsere Gefangenen in dichten Reihen durch Schliersee zurück, eskortiert von Amerikanern. Man glaubte kein Ende abzusehen, so ging es Tage lang fort. Die ganze Gegend war bestreut mit Ausrüstungsstücken, hunderte von Autos jeder Gattung standen und lagen umher, teils noch gefüllt mit Ausrüstung und wertvollen Geräten. Eine Zerstörung sonders Gleichen setzte ein. Mancher deckte seinen Bedarf an Wertsachen, Geräten, Uniformteilen auf Jahre hinaus ein. Die Amerikaner machten gleich gründliche Arbeit, Waffenablieferungspflicht, wertvolle Waffen wurden verbrannt oder sonst zerstört. Die Personen welche unsere Gegend  noch zerstören lassen wollten, sind feiger Weise geflohen, aber das Geschick hat sie später doch noch ereilt. Mit unserer Vereinstätigkeit war es natürlich vorbei. Zu Fronleichnam gestatteten die Ami’s die Prozession, unsere alte liebe blau weiße Fahne kam nochmals zur offenen Schau, die Gebirgsschützen gingen auch ohne Waffen mit dem Umgang. Obwohl ein sehr schöner Tag war und alles farbenprächtig sich zeigte, wussten wir doch, dies wird auf lange Jahre hinaus das letzte Mal gewesen sein. Es kamen Verordnungen, Auflösung aller militärischen Organisationen, der Kriegervereine, überhaupt jeglichen Tun und Lassens, was an Militär erinnerte. Es kam das Verbot in Marschformation zu gehen, überhaupt durfte nichts in diesem Sinne geschehen, denn die Deutschen sollen so schnell nicht wieder zu den Waffen oder gar zu einem Kriege kommen. So wurde halt Schluss gemacht. Jetzt da ich dies niederschreibe 13. Januar 1946 ist Deutschland zertrümmert und von den Feindmächten besetzt. Hunderttausende unserer jungen Leute befinden sich noch in Gefangenschaft in Aller Herren Länder, wohl denen, die in englischer oder amerikanischer Gefangenschaft waren, die wurden noch anständig behandelt! Überhaupt waren die Amerikanersehr anständig, wohl zurückhaltend, doch wirklich gerecht und nicht so hasserfüllt. Aus dem russischen besetzten Teil kann man nicht viel Gutes hören. Ein Schlierseer, Bramböck Hugo kam zu Tode erkrankt auf dem Fußwege aus russischer Gefangenschaft noch bis zur Tür seiner Wohnung in Schliersee. Beim Öffnen fiel er den Seinen wie leblos in die Arme und verschied kurze Zeit darauf. Diese Niederschrift soll kein Jahresbericht mehr sein, sondern der Nachwelt zeigen, wie es um uns bestellt war nach diesem schrecklichen Ringen. Hernach ging es unter der einheimischen Bevölkerung nicht immer schön zu. Es war manchmal, als ob die guten Elemente alle untergehen müssten. Das Denunzianten-Wesen blühte wie noch nie, Angebereien der schlimmsten Sorte fanden statt, so dass selbst unsere Feinde ihre Abscheu ob solchen Gebarens äußerten. Durch die starke Zuströmung von ausgewiesenen Deutschen aus Österreich, Tschechei und so weiter hatten wir Übervölkerung, man hörte hier nur noch fremde Laute, die Heimatsprache durfte in diesem Babylon unterzugehen. Die Wirtschaften waren geschlossen und mit Ukrainern und Polen belegt, ebenso die Schulhäuser. Was an Ablieferung an die Sieger stattfinden musste, hauptsächlich Holz, das werden unsere Nachkommen an den gelichteten Wäldern spüren. So könnte man ein ganzes Buch schreiben über die traurige Zeit nach dem Kriege. Wann nach vielen Jahren dieses Buch mal zur Hand genommen wird, sollen sie wissen, dass wir unserer Kriegerkameradschaft Schliersee treu waren bis zum Ende. So wie sich die Sonne um die Achse dreht, werden sich auch die Zeiten wieder mal bessern. Vielleicht gestatten unsere Sieger, nachdem sie gesehen, dass das deutsche Volk keinen Krieg will oder wollte, sondern nur dessen Führung, wieder mal den Zusammenschluss der Kriegskameraden, welche dann wieder weiterfahren können, wo wir aufhörten. Nach besten Wissen war die Kameradschaftsführung bestrebt die Geschicke des Vereins zu leiten, schöne Zeiten waren es und auch sehr ernste, dass der feste Zusammenhalt in jeder Zeitwährend des langen Bestandes, meisterte jede Schwierigkeit. So schließen wir in Gottes Namen dieses Buch , möge ein höherer Wille, als der menschliche, wieder Gerechtigkeit und Frieden einziehen lassen in unser schönes Heimatland, dann ihr lieben jüngeren Kameraden unserer schönen Gegend, holt dieses Buch hervor und macht weiter, fangt zu zählen an bei 110. 109 Jahre bestand die Kameradschaft, nochmals und wieder so lang soll auch bei den Jüngeren unser Wahlspruch Geltung haben. Trotz alledem, In Treue fest.  Geschrieben von Leopold Bruckmair, Oberforstwart zu Hausham 66 Jahre alt, als Schriftführer der Kameradschaft Schliersee 13.01.1946.

 

1945 – 8. Mai - Kriegsende - 322 Schlierseer Bürger waren als Soldaten im Einsatz gefallen und 59 Männer galten als vermisst.