Vereinschronik von 1900 bis 1924

Chronik von 1900 bis 1909

1900 - 2. Februar Neuwahl der Vorstandschaft: 1. Vorstand Martin Hofberger Krämer zu Schliersee. 2. Vorstand:  Nikolaus Bammer Bürgermeister in Schliersee. Schriftführer: Jakob Frei Gastwirt in Agatharied. Kassier:  Georg Leitner Oberleitenbauer.  6. April  Vertrag mit dem Musikmeister der Kurkapelle Schliersee Bernhard Wieland . Zum Stiftungsfest gibt es 50 Mark, bei Fronleichnam pro Mann 1,-- Mark und ein Bier, für Beerdigungen für Mitglieder des Vereins  2 Mark pro Musiker, außerhalb der Pfarrei 3 Mark. Beim Vereinsball bekommen die acht Musiker insgesamt 64 Mark.

1903 - 2. Februar Neuwahlen: Neuer 1. Vorstand Kaspar Haltmeier, restliche Vorstandschaft im Amt bestätigt.

1906 - 2. Februar Neuwahlen: 1. Vorstand Kaspar Haltmair Müller in der Mühl, 2. Vorstand Nikolaus Bammer Bürgermeister in Schliersee. Schriftführer Jakob Frei Gastwirt in Agatharied, Kassier Martin Hofberger Krämer in Schliersee.

1909 - 2. Februar Neuwahlen: 1. Vorstand Kaspar Haltmair Müller in der Mühl, 2. Vorstand Georg Sonnenstatter Schriftführer Jakob Frei Gastwirt in Agatharied und Kassier Josef Schmotz Hausham.


Chronik von 1910 bis 1919

1912 1. Vorstand Kaspar Haltmeier, Müller in der Mühl, neuer Kassier: Martin Hofberger

 

1914 – 1918 1. Weltkrieg  Der Veteranen- und Kriegerverein erklärt seinen Austritt aus dem Bayer. Kriegerbund (wurde dann wegen Kriegsbeginn auf das Kriegsende verschoben.) Während des Krieges wurde keine Wahl durchgeführt.) 85 Mann aus der Marktgemeinde Schliersee waren gefallen und 10 Mann vermisst.

 

1918 Neuer Schriftführer Georg Leitner, ab 1918 auch Kassier des Vereins. 

 

1919 - 5. Januar  In der heute stattgefundenen Ausschusssitzung wurde beschlossen, betreffs Kriegsgeschehen, da wegen der Lebensmittelknappheit eine Festlichkeit nicht abgehalten werden kann und seinerzeit eine solche von dem Gremium veranstaltet wird, jedem Krieger unseres Vereinseine Ehrengabe von fünf Mark zu spenden und das dem Vereinsdiener Fischer zustellen zu lassen. Von den 110 Kriegern wurde diese Ehrengabe an 103 Kriegern laut Unterschrift verteilt. 3 Krieger Rieder Benedikt, Georg und Ludwig Hofberger verzichteten zu Gunsten des Vereins. Ferner die Mitglieder: Selig Josef, Gerhart Nikolaus, Hollmann Josef, Stadler Michael waren nicht hier und wird dessen Betrag  einstweilen reserviert. Leitner Georg 1. Vorstand. 

 

1919 - 2. Februar Bei der heute stattgefunden Generalversammlung, welche nicht sehr stark besucht war, wurde zuerst der Jahresbericht bekanntgegeben, als dann wurde zur Wahl geschritten, welche  während der vier Kriegsjahre  aufgeschoben wurde., so dass solche nach 7 Jahren wieder stattfinden konnte. Der erste Wahlakt wurde mittels Stimmzettel durchgeführt und der Zweite, Ausschuss und Ersatz mittels Akklamation.   1. Vorstand Gottlieb Kiehlechner, 2. Vorstand Martin Rank Spieß, Schriftführer Lorenz Leitner Weindl, Kassier Georg Leitner sen., ab 02.03.1919 Anton Sommerauer .Dem bisherigen 1. Vorstand Kaspar Haltmeier wird das Ehrenvorstandsrecht mit Sitz und Stimme im Ausschuss verliehen. 1. Fahnenjunker:  Georg Leitner jun. 2. Fahnenjunker: Kloiber Andreas jun.  Ausschussmitglieder: Stadler Lorenz, Steinlechner Josef jun., Kloo Josef, Freudenreicher, Hofberger Josef, Schweinthaler, Reil Georg, Musikmeister und Duffner Ludwig, Schmiedemeister. Ersatzmitglieder:  Gschwendtberger Anton, Pfarrmessner, Herzinger Anton, Bergmann, Acher Peter, Josefsthal und Nachtmann Georg. 

 

1919 - 2. März fand nach üblicher Bekanntmachung fand die Ausschuss-Sitzung des Veteranen und Kriegervereins statt. Der langjährige hochverdiente Kassier Georg Leitner, Oberleitenbauer trat altershalber von seiner Funktion zurück. Als Vereinskassier wurde Anton Sommerauer vom Urtlbach ernannt und ihm von Herrn Georg Leitner die Akten, sowie der gesamte Kassenbestand übergeben. Sodann wurde der Ausschuss durch zwei weitere Mitglieder erweitert. Es wurden zwei altbewährt Kameraden nämlich Bammer Nikolaus und Sonnenstatter Georg sen. als Auschussmitglieder einstimmig ernannt. Schließlich wurden noch etliche Anträge eingebracht. Das Schießen bei Jahrtag und Festen soll wie altherkömmlich schon gewesen, von nun an wieder auf dem Weinberg vorgenommen werden. Zum Schluss wurde Herrn Georg Leitner  vom Vorstand Gottlieb Kiehlechner  für seine langjährige Tätigkeit im Verein, im Namen des Ausschusses der Dank ausgesprochen.  Georg Leitner Schriftführer. 

 

1919 - 27. April fand eine Ausschusssitzung des Veteranen und Kriegervereins statt. Betreff: Jahrtag, Jahresfest mit Vereinsball. Es wurde von den anwesenden Ausschussmitgliedern schließlich bestimmt, das Jahresfest wird am 3. Sonntag nach Ostern also am 11. Mai abzuhalten. Der Ball soll den zur zeitigen Verhältnissen entsprechend auf eine andere gerechtere Zeit verschoben werden. Georg Leitner Schriftführer. 

 

1919 - 11. Mai Am heutigen schönen Sonntage fand der altherkömmliche Jahrtag in feierlicher Weise wieder statt. Um 10.15 Uhr vormittags fand die Aufstellung der Parade vor dem Vereinslokal statt. Hierauf bewegte sich der stattliche Zug voran drei Tambours und die verstärkte Musikkapelle mit 16 Mann. Um ½ 11 Uhr fand die Feldmesse statt, bei welcher außer den im Laufe des Jahres verstorbenen Mitglieder und die auf dem Feld der Ehre gebliebenen Kameraden: Uffz Karl Gottmann, Gefr Lorenz Mairhofer, Gefr Johann Fuchs, Gefr. Josef Maul, Gefr Georg Bergmeier, Gefr Josef Wallner und Gefr Otto Schreyer vom H. Pfarrer Obermair gedacht wurde. Ausschuss-mitglied Lorenz Stadler hielt darauf im Vereinslokal, wo die Musikkapelle konzertierte, eine ergreifende Ansprache. Lorenz Leitner Schriftführer.


Chronik von 1920 bis 1924

1920 - Am 13. Mai war ein Redner des Bayerischen Kriegerbundes anwesend. Er hielt ein 1 ½ stündiges Referat über „Zweck, Ziel und Aufgaben, Leistungen und Organisationseinrichtung des Bundes“. Die Versammlung war üblicher Weise im Miesbacher Anzeiger bekannt gegeben worden. Nach dem Vortrag wurde über den weiteren Verbleib beim Bund mit Stimmzettel abgestimmt und war zwar einstimmig für den Bund. Leitner Schriftführer. 

 

1921 - 17. April Veteranenjahrtag 50 jähriges Jubiläum der Feldzugssoldaten von 1870/1871. 14 Altveteranen die 1866, 1870/71 gedient haben werden Ehrenmitglieder im Verein. 

 

1921 - 23. Juni Am heutigen Sonntag wurde die diesjährige General-versammlung im Vereinslokal zur Post um 10 Uhr nach dem Gottesdienst abgehalten. Vorstand Kiehlechner eröffnete selbst, begrüßte die anwesenden Kameraden und gab hierauf die Tagesordnung bekannt. Schriftführer Leitner erstattete hierauf den Jahresbericht. Zum Zeichen der Trauer für die 8 im verflossenen Jahr verstorbenen Kameraden erhob sich die Versammlung von den Sitzen. Sodann gab Kassier Sommerauer den Kassenbericht bekannt der mit Befriedigung entgegengenommen und dem Kassier der Dank ausgesprochen wurde. Auf Antrag Kiehlechner/Leitner wurden sodann die noch vorhandenen Altveteranen von 1866 und 1870/71 einstimmig zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt und Beitrag frei erklärt. Am 85. Stiftungsfest, am 17. April wird ein entsprechendes 50 jähriges Kriegerfest mit Ehrung der Feldzugssoldaten von 1866 und 1870/71 abgehalten. Das Begräbnisschießen von Kriegsteilnehmern die nicht dem Verein angehören soll nun die Gemeinde übernehmen. Nach dem keine weiteren Anträge mehr gestellt wurden schloss der 1. Vorstand Kiehlechner die 85. ordentliche Generalversammlung. Leitner Lorenz Schriftführer. 

Wie altherkömmlich so fand auch heuer wiederum der Veteranen-Jahrtag am 3. Sonntag nach Ostern in seinem alten Gepränge statt. Schwerste Böllerschüsse im frühen Morgengrauen leitete den für den Kriegerverein diesmal so hoch bedeutsamen Tag ein. Gilt es doch heute unser 85. Stiftungsfest und zugleich das 50 jährige Kriegerjubiläum unserer noch 14 lebenden Altveteranen zu feiern. Die Jubilare wurden teils mit Pferdegespann und teils durch den Autobesitzer Herrn Hösle bereits in den Morgenstunden ins Vereinslokal „Gasthof zur Post“ gefahren, wo die noch vor dem Abmarsch ein Frühstück einnahmen. Um ¾ 10 Uhr fand die Aufstellung des Festzuges statt. Unter den Klängen der verstärkten Musikkapelle Reil  (15 Mann) ging es zur Pfarrkirche wo die Feldmesse stattfand. Hernach hielt Herr Pfarrer Obermayr eine längere, der Bedeutung des Tages voll angepasste,  schöne Ansprache, daran anschließend fand am Kriegerdenkmal eine Ehrung für die Gefallenen statt. Es salutierten die Fahnen und vom nahen Weinberg aus hörte man drei weithin schallende Ehrensalven für die vor dem Feind gebliebenen tapferen Kameraden. Nach dem bestiegen die Jubilare wieder ihren geschmückten Wagen und zurück ging es zur alten Post, wo dann die weltliche Feier begann. Eröffnet durch zwei schneidige Märsche. Sodann ergriff Vorstand Kiehlechner das Wort. Im Namen des Vereins entbot er den Jubilaren den Willkommensgruß und brachte ihnen zum 50 jährigen Ehrentag die Glückwünsche sämtlicher Kameraden dar. Er beschloss mit einem donnernden 3 Hoch auf die Jubilare von 1866 und 1870/71. Hierauf folgten die von Herrn Hauptlehrer Ludwig Hellmeier verfassten sehr schönen Prologe vorgetragen von einem Mädchen und zwei Knaben. Leitner Margarete, Dietl Johann und Walter Albis. Nach einer schneidig durchgeführten Ouvertüre hielt der Schriftführer Lorenz Leitner die Festrede. Er führte die Jubilare ein halbes Jahrhundert zurück in jene Stunden da sie Abschied genommen von des Schlierseer‘s grünen Strand. Abschied von dem schönen bayerischen Oberland beseelt und begleitet von Mut und Tapferkeit und von dem Glück und Segenswünschen der Heimat hinausgezogen zum heißen Kampf fürs Vaterland. Manches Kriegerauge wurde feucht als man die ehernen Namen wie Helmstädt und Königsgrätz, Wörth und Weißenburg, Orlean und Verdun und die Höhen der Schieferberge war nahm. Sin Lob galt ebenfalls den Kämpfern von 1866 und 1870/71. Die Jubilare erhielten ein Festessen und wurden in Anbetracht und Würdigung ihrer 50 jährigen Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern und Herr Kaspar Haltmair zum Ehrenvorstand des Vereins ernannt. Die Musikkapelle brachte nur ausgesuchte Tonstücke zum Vortrag und so vergingen die Stunden nur zu rasch und sichtlich hocherfreut kehrten unsere alten Kampfesbrüder wieder mittels Fuhrwerk in ihr Heim zurück. Abends 7 Uhr fand der geschlossenen Vereinsball statt und so ging dieser schöne Tag seinem Ende entgegen. Leitner Schriftführer. 

 

1921 - 02. Oktober Am heutigen Tage fand im Veteranen u. Kriegerverein Ausschusssitzung statt. Es wurden sämtliche Vorstände aller bestehenden Ortsvereine eingeladen und sind auch erschienen. Tagesordnung war: Aufrufe und Stellungsnahmen zum Bayer. Landeskriegergedenktag. Es wurde sodann einstimmig beschlossen den 9. Oktober feierlich als Kriegergedenktag zu begehen mit gemeinschaftlicher Feldmesse und Gedenkreden vor der Kriegerkapelle. Die Kosten für die Musik und einmaliges Inserat geht zu Lasten aller. Leitner Schriftführer. 

 

1921 - 09. Oktober Ein herrlich schöner Sonntagmorgen Vereinsfahnen marschierten in ihre Standquartiere. Fahnen an öffentlichen Gebäuden waren auf Halbmast gehisst, denn der heutige Tag gilt den tapferen bayerischen Heldensöhnen die vor dem Feinde geblieben sind. Um ¾ 10 stellte sich am Gasthof zur Post der Kirchenzug mit acht Vereinen mit Fahnen unter Marschtritt unsere altbekannten Kapelle Reil in Bewegung. In der überfüllten Pfarrkirche fand sodann die Feldmesse statt. Anschließend daran  fanden vor der Kriegerkapelle eine Weihe der eindrucksvolle Gedenktafel für die 93 gefallen und vermissten Kämpfer unserer Pfarrgemeinde statt. Ein Vorstandsmitglied des Veteranenvereins legte nach einer erbauenden Ansprache, im Namen sämtlicher Vereine einen Kranz aus Eichenlaub an der Gedenktafel nieder. Am Gasthof zur Post lösten sich die Vereine wieder auf .Wir verkauften anschließend 57 Veteranenkalender. Lorenz Leitner Schriftführer. 

 

1921 - 30. Oktober Heute fand im Vereinslokal Ausschusssitzung statt. Es wurde Betreff der Kriegsgedenkmünze 1914 – 1918 beschlossen, die Sache durch Anschlag an der Gemeindetafel in Schliersee und Agatharied bekannt zu geben, wer sich für die Denkmünze interessiert soll sich bei der Vorstandschaft bzw. Schriftführer unter Vorweisung der nötigen Belege und Einzahlung der Unkosten von 10 Mark melden, von wo aus dann die Anträge gemeinsam weitergeleitet werden. Sodann soll für die unterstützungsbedürftigen Altveteranen an den Bayer. Kriegerbund um Unterstützung eingereicht werden. Weiterer Beschluss: Dass heuer wiederum nach langer Pause (seit 1913) eine Weihnachtsfeier mit Theateraufführung stattfinden  soll und wurde mit Bäckermeister Fritz Zanger sofort alles in die Wege geleitet. Aufführungstag soll wie alsdann der erste Sonntag im Dezember sein. Leitner Lorenz Schriftführer. 

 

1922 - 29. Januar Heute am 29. Januar fand die 86. Ordentliche Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee statt. Tagesordnung: Jahresbericht, Kassenbericht, Einzahlung der Jahresbeiträge, Neuaufnahmen und Neuwahl.  Dem Jahresbericht war zu entnehmen, dass sich im abgelaufenen Jahr der Mitgliederstand  erfreulicherweise wiederum durch 35 Neuaufnahmen vermehrte. Ausgetreten durch Wegzug sind 8 Mitglieder, gestorben 5 Mitglieder und zwar: Ferdinand Riedl, Pius Kieninger, Josef Schmied, Josef Huber und Martin Daubner.  Zum Zeichen der Treue erhob sich die Versammlung von den Sitzen. Der Mitgliederbestand vom heutigen ist 506 Mitglieder. Kassier Anton Sommerauer erstattete anschließend einen umfangreichen musterhaften geführten Kassenbericht, der allseits mit Befriedigung aufgenommen und Herrn Sommerauer der Dank der Versammlung und Entlastung erteilt wurde. Die Neuwahl ergab bei 68 Wählern folgendes Resultat:  1. Vorstand Lorenz Leitner zum Weindl, 2. Vorstand Martin Rank sen. Schliersee, Schriftführer Josef Stöger Schliersee und Kassier Anton Sommerauer Urtlbach.  1. Fahnenjunker Georg Leitner, 2. Fahnenjunker Georg Sonnenstatter. 1. Junker für Agatharied Nikolaus Gammel, 2 Junker für Agatharied Josef Walleitner.  Ausschussmitglieder:  Nikolaus Bammer Schliersee, Georg Sonnenstatter sen. Schliersee, Gottlieb Kiehlechner Schliersee, Josef Hofberger Schweinthal, Ludwig Duffner Westenhofen, Lorenz Stadler Naglbach, Josef Kloo Freudenreich, Josef Steinlechner jun. Agatharied, Georg Reil Westenhofen und Andreas Mair jun. Schliersee. Vereinsdiener für Schliersee: Xaver Fischer mit 100 M, Vereinsdiener für Agatharied Josef Sieber mit 50 M. Gemeinderat und Ausschussmitglied von der Schlierseer Kriegergedächtnisstiftung Max Bauer erstattete hierauf über die Verwaltung und Leistung dieser Kasse einen erläuternden umfassenden Rechenschaftsbericht. Es wurde auch beschlossen am 21. Mai 1922 vom neugegründeten Bruderverein Wiessee-Abwinkel die Fahnenweihe zu besuchen und am 11. Juni 1922 bei der Kriegerdenkmal-Einweihung zu Fischbachau sich mit voller Harmonie= Musik zu beteiligen und wurde diesbezüglich eine Zeichnungsliste zur Aufbringung des Kostenpunktes angelegt. Nachdem durch den neuen Vorstand noch eindringlich auf die Bayer. Kriegerzeitung und auf die Organisation des Kriegerbundes verwiesen, einigte man sich am Jahrtag einen Referenten vom Bayer. Kriegerbunde anzufordern. Die Prozente der Vereinsdiener für Beitragskassierung werden von dem treffenden Beitrag zugeschlagen. Mit Worten zum treuen Zusammenhalt und mit dem alten Kriegerwahlspruch „In Treue fest“ schloss Vorstand Lorenz Leitner die 86. Ordentliche Generalversammlung. Schriftführer Josef Stöger. 

 

1922 - 23. April Heute am 23. April fand die Ausschusssitzung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee statt. Es wurde beschlossen den Jahrtag heuer auf den 2. Sonntag nach Ostern, am 30. April abzuhalten, wegen dem 40 stündigen Gebet am dritten Sonntag. Der Ball soll beim Jahrtag Abend stattfinden.  Auf mehreren Einladungen zu Festlichkeiten einigte sich der Verein zur Teilnahme bei der Kriegerdenkmalsenthüllung  in Wies bei Miesbach am 14. Mai 1922. Bei der Fahnenweihe in Wiessee am 21. Mai 1922 und bei der Kriegerdenkmalsenthüllung in Fischbachau am 11. Juni 1922, bei letzteren mit Musikkapelle Reil und Tambour. Josef Stöger Schriftführer. 

 

1922 - 30. April Das alljährliche Stiftungsfest musste ausnahmsweise am 2. Sonntag nach Ostern statt. Der Kirchenzug setzte sich kurz vor 10 Uhr unter Marschtritt unserer altbekannten 18 Mann starken Musikkapelle Reil in Marsch. Hierauf die Feldmesse in der Pfarrkirche, anschließend Ehrung der Gefallenen-Gedenken in der Gedächtniskapelle dabei der Kirchenchor das Krieger Lied in ergreifender Weise sang: „Wer auf dem Felde der Ehre stirbt“ . Drei weithin schallende Schüsse bildeten den erhebenden Abschluss. Im Vereinslokal fand hierauf außerordentliche Generalversammlung statt. Vorstand Leitner verwies in kurzen Worten auf die Bedeutung des heutigen Tages, begrüßte die Mitglieder und hieß die 19 heute neu eingetretenen Kameraden herzlich willkommen. Sodann wurde beschlossen: Abmarsch und Sammelpunkte für Wies am 14. Mai, Wiessee 21. Mai und Fischbachau 11. Juni. Die Musik konzertierte noch bis 1 Uhr. In der Zwischenzeit wurde in rascher Weise zum Musik-Fond nach Fischbachau gesammelt. Der am Abend abgehaltene gut besuchte und in schönster Harmonie  verlaufene Vereins-Ball beschloss unseren heutigen Tag. Josef Stöger Schriftführer. 

 

1922 – 6. Juni - Am 6. Juni starb hochbetagt im Alter von 78 Jahren unser Ehrenvorstand Kaspar Haltmair Müllervater in der Mühl. Vierzig Jahre stand er in der Vorstandschaft stets war er für seinen Kriegerverein bedacht, so auch bis zu seinen Ableben, wo er uns noch in hochherziges Wiese 500 M (fünfhundert Mark) durch seine Angehörigen übermitteln ließ was wir hiermit beurkunden. Schliersee, den 24. Juni 1922. Anton Sommerauer Kassier, Lorenz Leitner 1. Vorstand, Josef Stöger Schriftführer. Von Josef Hofberger Schweintalerbauer in Attenberg wurden anlässlich der Beerdigung seines Vaters Georg Hofberger ein Betrag von 200 Mark (zweihundert Mark) dem Verein zur Entlastung der bedeutend gestiegenen Auslagen gestiftet. Stöger Schriftführer. 

 

1922 - 15. Juli Am 15. Juli fand Ausschusssitzung des Veteranen und Kriegervereins statt. Es handelte Betreff: Stiftungsfest am 6. August in Holzkirchen und Kriegerdenkmal Einweihung in Hausham am 27. August. Die Beteiligung an beiden Festlichkeiten wurde vom Ausschuss bejaht. Schliersee 20. Juli 1922 Stöger Schriftführer. 

 

1922 - 04. September Schenkung durch eifrige unermüdliche Betätigung unseres 1. Vorstandeswurde die zum Salutschießen gehörende Sicherheitsschnellfeuerkanone vom derzeitigen Besitzer Herrn Eisenmann schenkungsweise dem Veteranen und Kriegerverein Schliersee überlassen. Schliersee, den 4. September 1922 Stöger Schriftführer.  Schenkung. Zum Veteranen Jahrtag 1908 wurde von Herrn Bürgermeister Nikolaus Bammer, welcher stets das Leben und Aufblühen unseres Vereins förderte und den alten Soldatengeist festhielt, zur Verschönerung des Stiftungsfestes den Tambourmajorsstab nebst 2 Trommeln in edler Weise gestiftet. Stöger Josef, Schriftführer. Protokoll Jahresbericht 1922 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im abgelaufenen Jahr sind dem Veteranen und Kriegerverein 40 Kameraden beigetreten. Verzogen sind 19 Mann. Gestorben sind 10 Kameraden und zwar: Hübler Lazarus Veteran 1866 und 1870/71, am 05. März, Kuchler Johann Veteran 1866 und 1870/71, Merx Johann am 15 Mai, Haltmair Kaspar Müller in der Mühl Veteran 1870/71, am 6. Juni, Gerold Dominikus Veteran 1866 und 1870/71, am 7. Juni, Schmotz Dyonis, am 7. Juni, Hofberger Georg Schweinthaler Veteran 18/71 am 8. Juni, Meier Anton Veteran 1866 und 1870/71, am 18. Juni, Hernberger Xaver Veteran 1870/71, am 14. Juli, Müller Fritz, pens. Bergmann am 12. August. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Das alljährliche Stiftungsfest fand bei reger Anteilnahme am 30. April statt. Bei auswärtigen Festlichkeiten der es in diesem Jahr viele gab,  war unser Verein wie folgt beteiligt: Am 14. Mai Denkmalsfeier in Wies bei Miesbach, am 21. Mai bei der Fahnenweihe in Wiessee bei Tegernsee, am 11. Juni bei der Denkmalsenthüllung in Fischbachau bei welcher wir mit voller Harmonie-Musik und Tambour beteiligt waren. Am 5. August beim 50 jährigen Gründungsjubiläum des Kriegervereins Holzkirchen. Am 27. August hielt unser Nachbarverein Hausham seines mit eigenen Mitteln errichteten Denkmals die Einweihung wo wir ebenfalls uns beteiligten. Auf Einladung der Gemeinde-verwaltung Schliersee und das protestantische Vikariats Miesbach zur Finanzierung der in der protestantischen Kirche zu Miesbach errichteten Gedächtnistafel am Allerheiligentag stellten wir ebenfalls die Fahnenabordnung da auch aus der Marktgemeinde Schliersee ein gefallener Held auf der Tafel aufgezeigt wird. Schliersee, den 28. Januar 1923 Stöger, Schriftführer. 

 

1923 - 28. Januar Jahresbericht 1923 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im verflossenen Jahr sind dem Verein 16 Kameradenbeigetreten. Ausgetreten ist ein Mitglied. Gestorben sind drei Kameraden und zwar: Mayergünther Michael Ehrenmitglied und Feldzugsteilnehmer 1866 und 1870/71 am 23. Februar, Schenk Anton am 8. Oktober und Herr Raith Feldzugssoldaten 1914 – 1918 am 30. Oktober. Wir werden diesen aus unserer Mitte geschiedenen Kameraden ein ehrendes Gedenken widmen, und ersuche die Versammlung zum Zeichen der Trauer sich von ihren Sitzen zu erheben. Der derzeitige Mitgliederstand beziffert sich auf 7 Ehrenmitglieder, das sind die Veteranen von 1866 und 1870/71 und 402 aktive Mitglieder. 

 

1923 – 22. April Der Veteranen-Jahrtag fand bei großer Beteiligung am 22. April statt. Dabei wird mancher es als große Ehre empfunden haben, ehemals Soldat gewesen zu sein. Nach der kirchlichen Feier fand im Vereinslokal eine außerordentliche General- Versammlung statt. Tagesordnung war: Patenstellen beim neugegründeten Veteranen-Verein Agatharied und Bekanntgabe der bereits angezeigten Termine von Nachbarschaftsveranstaltungen, wo unser Verein folgend beteiligt war. Fahnenweihe in Irschenberg am 21. Mai, 50 jähriges Stiftungsfest in Elbach am 24. Juni, Fahnenweihe mit Denkmalenthüllung am Weinberg am 30. September, 25 jähriges Stiftungsfest des katholischen Arbeitervereins Schliersee am 7. Oktober, Denkmalsenthüllung in Bayrischzell am 28. Oktober und Heldenehrung in Schliersee am 4. November. Aus der Kronprinz Ruprecht Stiftung ist im Laufe des vergangenen Jahres eine kleine Unterstützung an die Bedürftigen unseres Vereines gelangt. Betreff Kriegerbund: Indem der Kriegerbund in unserem letzten Geschäftsjahr außer dem zu Beginn festgesetzten Beiträgen drei Mal weitere Beiträge forderte, beschließt die Vereinsleitung veranlasst bezüglich ein durch die beiden Vereinsdiener geladene Ausschusssitzung am 14. Oktober ein zu berufen. In dem damals bestehenden fürchterlichen Wirtschaftselend war unsere Vereinskasse nicht im Entferntesten gewachsen und eine Einkassierung bei den Mitgliedern, wo selbst dort die meisten schwer gelitten haben, erschien zwecklos. Andererseits die Versorgungslage der Feldzugsteilnehmern bereits in den Frühjahrsmonaten 1923 sich derart umgestaltete, dass nur mehr ganz schwer beschädigte Kameraden in ihren Restansprüchen durch den Kriegerbund erfolgreich vertreten werden können und nach eigehender Aussprache der Austritt aus dem Kriegerbund beschlossen. Schliersee, den 10.Februar 1924 Stöger, Schriftführer.