Chronik von 1939 bis 1945


1939 – 1945 2. Weltkrieg

 

Vereinsjahr 1939

5. Februar 1939 - Treu dem alten Brauche versammelten sich am Sonntag, den 5. Februar 1939 eine große Anzahl von Mitgliedern um den 102. Jahreshaupt-appell der Kriegerkameradschaft Schliersee unter dem Vorsitz des Kameradschaftsführers Lorenz Leitner abzuhalten. Den Eintritt in die Versammlung begrüßte der Kameradschaftsführer die Gäste, die Geschäfts-trägern der Partei, Herrn Kreisleiter Danninger , Ortsgruppenleiter Burkhart, den Gauführungsleiter Herrn Glück, sowie den Herrn Kreiskriegerführer Atzenböck aus Miesbach. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung erfolgte Verlesung des Jahresberichtes vom Schriftführer, ebenso durch den Kassier. Herrn Landstorfer wurde durch den Kameradschaftsführer der Dank ausgesprochen für seine musterhafte Geschäftsführung. Die beiden Revisoren erstatteten Bericht, hierauf dem Kassier Entlastung erteilt. Von einer geplanten Neuwahl der Kameradschaftsführung wurde auf ein weiteres Jahr abgesehen, lediglich einige kleine Änderungen wurden vorgenommen. 1. Kameradschaftsführer bleibt Lorenz Leitner. An Stelle des durch Krankheit ausscheidenden 2. Kamerad-schaftsführer, Herrn Martin Rank wurde Herr Kurt Kögl bestimmt. Kassier Landstorfer und die beiden Schriftführer bleiben bis auf weiteres. Zum Propagandawart wurde Herr Schliersmeier Wolfgang, zum Fahnenwart Kloiber Andreas und zum Schießwart Kamerad Lorenz Stadler aufgestellt. Der erweiterte Ausschuss bleibt wie bisher bestehen. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles legte Herr Kreiskriegerführer Atzenböck in längerer Rede Ziele und Zweck des Reichskriegerbundes Kyffhäuser dar. Die Ausführungen des Herrn Atzenböcks brachten viel Interessantes. Die notwendig gewordenen Beitragserhöhungen fand weniger Anklang, doch es ging nicht umhin, es wurde ein Beitrag von 30 Pfg. je Mitglied an den Reichskriegerbund und von nochmaligen 20 Pfg. für die Kameradschaft festgesetzt.  Nach seinen Ausführungen überreichte Herr Atzenböck an Kreisleiter Danninger, sowie an Kassier Landstorfer unter ehrenden Worten die Kyffhäuser Ehrennadel. Herr Kreisleiter Danninger sowie Gauschulungsleiter Glück richteten ebenfalls markige Worte an die Versammelten und fanden entsprechende Anerkennung. Beteiligung bei besonderen Anlässen. Der herkömmliche Jahrtag konnte leider nicht in dem gewohnten Rahmen abgehalten werden, es wurde eine sehr schöne Feldmesse doch ohne Kirchenparade abgehalten. Hernach war wieder wie alljährlich Beisammensein der Kameraden im Vereinslokal gute Stimmung herrschte. Ein alter Kamerad, Benedikt Rummelsberger erhielt das Ehrenzeichen für 50 jährige Mitgliedschaft, zugleich wurde selben ein Geschenk überreicht.

Am 10. Mai 1939 beteiligte sich eine große Anzahl Kameraden am Kreistage in Miesbach zum Kreisaufmarsch. Am Reichskriegertag in Kassel beteiligten sich 4 Mann mit Fahne, der imposante Aufmarsch wird den Teilnehmern unvergesslich bleiben. Bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen waren jeweils zahlreiche Mitglieder vertreten.

Bei der am 9. November 1939 stattgefundenen Gedenkfeier für die Gefallenen, gedachte der Kameradschaftsführer Leitner in ehrenden Worten der toten Helden. Ihre Namen sind: Hechenberger Anton, Unteroffizier in einem GebArtRgt. gefallen bei Lemberg/Polen, Dießl Heinz, Oberleutnant in einem GebJgRgt. gefallen bei Grodek/Polen, Greinwald Max, SS-Verfügungstruppe, gefallen bei der Erstürmung von Modlin/Polen. Sie besiegelten ihre Treue zum Vaterland mit ihrem Heldentod. Ihr Andenken in Ehren zu halten, ist heiligste Pflicht der Kameradschaftswerte, schwere Zeiten sind wieder über unser teures Vaterland hereingebrochen. Krieg dieses harte Wort ertönt im ganzen Land Polen, durch unseren Hauptfeind England gehetzt, wagte es, auf einen Konflikt mit Deutschland ankommen zu lassen. In einer nie gesehenen kurzen Zeit von 18 Tagen war das großsprecherische Polen mit seinem gesamten Heer vernichtet oder gefangen. Die kräftige deutsche Faust wird auch unseren anderen beiden Gegnern England und Frankreich zeigen, dass die Zeiten deutscher Ohnmacht und Langmütigkeit vorbei sind. 16 Mann unserer Kameradschaft, die schon im großen Weltkriege standen und teilweise bluteten, mussten aufs Neue zu den Waffen greifen, sie stellten auch hier wieder ihren Mann und geben der jungen Mannschaft ein leuchtendes Beispiel von Mannesmut und soldatischen Können. Möge ein gnädiges Geschick ihnen die teure Heimat mit ihren Lieben baldigst wiedersehen lassen und gebe Gott, dass dieses Blutvergießen ein baldiges Ende finden wolle mit einem deutschen Siege über den französischen Vernichtungswillen. Aus der Gemeinde Schliersee stehen in dieser Zeit 300 Mann bei der Wehrmacht. Ausschusssitzungen fanden drei statt. Die letzte war am 12. Dezember 1939, dabei gedachte der Kameradschaftsführer Leitner, der im jetzigen Feldzug gefallenen Schlierseer Helden, ferner gedachte selber in ehrenden Worten des greisen Feldmarschalles Makensen zu dessen 90. Geburtstage. Auch wurde beschlossen den im Felde stehenden Kameraden je ein Weihnachtspaket zu senden, dies wurde dann in die Tat umgesetzt. Leider hatten wir auch dieses Jahr wieder Verluste treuer Kameraden. Zur großen Armee wurden abberufen:  Georg Beer, Gemeinde Kommissar gestorben am 19. März 1939, Meier Sebastian, pens. Bergmann, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 12.Juni 1939, Wieland Leonhard, Hausbesitzer, 50 jährige Mitgliedschaft,  gestorben am 26.06.1939, Schmotz Josef, Bauer Gschwendt, Kriegszugsteilnehmer 1914-1918, gestorben am 16. September 1939, Wühr Sebastian, Hausbesitzer, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 6. Oktober 1939, Falteiner Andreas, Holzarbeiter, gestorben am 05. November 1939, Sonnenstatter Georg, Landwirt, 50 jährige Mitgliedschaft, gestorben am 6. November 1939 und Schliersmeier Wolfgang, gestorben am 27. Januar 1940. Vier Kameraden mit über 50 jährigen Treue als Verlust in einem Jahr vermerken zu müssen ist für eine Kameradschaft schon ein sehr herber Verlust. Die Kameradschaftsführung dankte ihnen für ihre Treue durch jedes malige Abstellen einer Anzahl von Mitgliedern bei der Beerdigung und Gottesdienste. Hiermit schließen wir das Geschäftsjahr 1939 mit dem Wunsche, ein Höherer möge auch weiterhin beistehen unserer treuen Wehrmacht, der es gelingen möge den feindlichen Ansturm zu Nichte zu machen, damit baldigst wieder einkehre Friede im Lande, damit wir ehestens wieder begrüßen können alle die Unfern welche am Feinde stehen, ihnen sei versichert, dass sie in unseren Reihen nicht vergessen seien. Halten wir auch in Zukunft unserem verehrten Führer Adolf Hitler unsere Treue und werden wir mit einem Gelöbnis an denselben. Vergessen wir aber auch nicht unseren alten Wahlspruch der heißt: „In Treue fest.“

Mitgliederbewegung: -.- aktive Mitglieder, -,- Ehrenmitglieder, -.- gestorbene Mitglieder, ausgetretene, bzw. verzogene Mitglieder und neu eingetretene Mitglieder.

Schliersee, den 28. Januar 1940 Bruckmair L. Schriftführer. 

 

Vereinsjahr 1940

28. Januar 1940 - Ein stürmischer Wintertag, der 28. Januar 1940. Trotzdem ließ sich eine größere Anzahl von Kameraden nicht irre machen am Erscheinen zum 103. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee. Kameradschaftsführer Leitner Lorenz begrüßte den Kreiskriegerführer Herrn Graf und dessen Adjutanten Herrn Kürzinger, beide Herren von Miesbach. Auch galt sein Gruß den verschiedenen Kameraden. Kameradschaftsführer Leitner führte gleich zu Beginn des Appells an, dass es zum letzten Mal sei, dass er den Appell eröffne, denn er lege unweigerlich sein Amt als Führer der Kameradschaft nieder, nachdem er im Vorjahr sich nur mehr herbeiließ auf ein Jahr die Geschäfte zu führen. Herr Kreiskriegerführer, sowie die Versammlung nahmen es zur Kenntnis, von Seite des Herrn Kreiskriegerführer wurde Kamerad Leitner der Dank für seine jahrelange Arbeit ausgesprochen. Zugleich wurde die Aufstellung eines Kameradschaftsführers notwendig. Auf verschiedene Vorschläge hin, einigte man sich auf die Person des II. Vorstandes Herrn Karl Kögl von Schliersee. An Stelle des ausgeschiedenen Kassiers wurde Herr A. Mödl mit der Kassenführung betraut. Herr Kameradschaftsführer Kögl übernahm nun den Vorsitz und führte den Appell weiter durch. Es gab verschiedene Angelegenheiten zu besprechen, wie Ehrensold für über 70 J. Mitglieder und Verschiedenes. Bei der Besprechung über den jährlichen abzuhaltenden Jahrtag wurde das Verbot der Beteiligung der Fahne am Kirchgangmit gemischten Gefühlen aufgenommen. Es war überhaupt gegen frühere Hauptappelle keine rechte Stimmung vorhanden, Schneller als gewöhnlich leerte sich nach Beendigung der Versammlung das Lokal. Am Schluss sprach Kameradschaftsführer Kögl noch einige Worte, ersuchte die Kameraden auch weiterhin treu zur Sache zu stehen und bat um Mithilfe aller. Mit einem Gedenken an den Führer schloss die Versammlung. Am 10. März 1940 fand unter Beteiligung von etwa 20 Kameraden der Heldengedenktag statt. Am Weinbergdenkmal wurde unter entsprechendem Nachruf ein schöner Kranz niedergelegt. In einer sturmbewegten Zeit, Ende April fiel die Feier des altherkömmlichen Jahrtages.

Am 28. April 1940 trat die Kameradschaft im Friedhof an zur Kranzniederlegung an der Kriegergedächtniskapelle, kurze Ansprachen, die Musik intonierte das schöne alte Lied, „Ich hatte einen guten Kameraden“, dann ging es zum Gedächtnisgottesdienst. Sehr schöne Predigt und Feldmesse. Anschließend Marsch zum Lokal, Gasthof zur Post, daselbst ein kurzer Appell mit Ansprache durch den Kameradschaftsführer. Ein Früh-schoppen Konzert der Kurkapelle Reil hielt die Mitglieder noch längere Zeit beisammen. Die Beteiligung an der Feier ließ zu wünschen übrig. Grund hierzu werden verschiedene Neueinführungen gewesen sein. Die anschließenden Monate verliefen in der Heimat in Ruhe, doch draußen am Feinde herrschte ganz großer Betrieb. Viele Kameraden aus dem schönen Schliersee standen im schweren Kampfe an allen Fronten von Narvik im Norden bis zur spanischen Küste. Überall waren unsere Leute anzutreffen. Unser Erbfeind und dessen Trabanten wurden in unglaublich kurzer Zeit durch mächtige Schläge zu Boden geschmettert und ihre Länder durch unsere junge, schneidige Wehrmacht besetzt. Leider riss der Tod auch manche Lücke, aus Schliersee erlitten bei diesen schweren Kämpfen 3 Kameraden den Heldentod. Es sind dies die Kameraden August Steininger, Lehrer Ludwig Müllner und Dentist, Ortsgruppenleiter Otto Burkhart. Sie besiegelten ihre Treue zum Führer und Großdeutschland mit ihrem köstlichsten, ihrem jungen Leben. Ehre ihrem Andenken. Für spätere Zeiten sei hier vermerkt, dass aus der Gemeinde Schliersee am Jahresschluss 1940 400 Mann zum Heeresdienst eingezogen waren. Am 29. September 1940 war ein Appell der Kameradschaft anberaumt, obwohl ein richtiges Versammlungswetter war hatte sich nur ein verhältnismäßig kleines Häuflein unentwegter Kameraden eingefunden. Kameradschaftsführer Kögl eröffnete die Zusammenkunft mit seinem Gruß den Führer. Nach einem kurzen Rückblick über die gewaltigen Geschehnisse im verflossenen Frühjahr wurde der während dieser Kämpfe auf dem Feld der Ehre gebliebenen treuen Kameraden gedacht. Nach Bekanntgabe von verschiedenen wichtigen Einläufen sprach der Kameradschaftsführer über Ziele, Aufgaben und Leistungen des Reichskriegerbundes. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden wieder unsere treuen Kameraden zur großen Armee abberufen. Es sind dies: Leitner Thomas, gestorben am 26. April 1940, Demmel Sylvester, gestorben am 27. April 1940 und Stangl Andreas, gestorben am 19. November 1940. Die Kameradschaft dankte den Kameraden durch Abstellung von Kameraden zur Beerdigung und zum Gottesdienste. Ein ehrendes Gedenken in der Kameradschaft sei Ihnen stets bewahrt. So ist wieder ein Jahr verflossen, ein Jahr rumreichen Geschehens und großer Taten. Ein Jahr des Sieges liegt wieder hinter uns und in stolzer Ergriffenheit blicken wir zurück auf die stets unglaublichen Ruhmestaten unseres Heeres, Luftwaffe und Marine. Mit dem unerschütterlichen Vertrauen an unseren Führer und die von ihm neu errichtete Wehrmacht, warten wir auf den Tag, der uns den Sieg mit Frieden bringen wird. „In Treue fest“

Mitgliederstand am 01. Januar 1940 aktive Mitglieder 75, Ehrenmitglieder 15, gestorbene Mitglieder vier.

Schliersee, den 26. Januar 1941 Bruckmair L.

Zusatz: Beinahe 20 Jahre führte unser lieber Kameradschaftsführer Lorenz Leitner die Geschicke der Kameradschaft. Ein aufrechter deutscher Mann der stets seinen Mann stellte in guten, wie in schlimmen Tagen, der auch einmal zurückschreckte, jedermann gegenüber offen und ehrlich seine Anschauungen, die zudem nie die Schlechtesten waren zu vertreten. Unter seiner zielbewussten Führung erreichte die Kameradschaft, früher Veteranen und Kriegerverein Schliersee die stattliche Mitgliederzahl von über 500 Mitgliedern. Gar manchen Kampf hatte er auszufechten in allen möglichen Instanzen, doch sein offenes, zur rechten Zeit manchmal scharfes Wort verschaffte ihm stets die Achtung aller auch seiner Gegner. Mit Leitner verlieren wir einen Kameradschaftsführer, der stets bestrebt war Gegensätze zu mildern und auszugleichen. Nur ungern sehen ihn die Kameradschafts-mitglieder scheiden von seinem Posten, doch wir alle sind überzeugt, dass Leitner auch fernerhin der Kameradschaft die Treue halten wird. Nochmals herzlichen Dank für die jahrelange Arbeit. In der Geschichte der Kameradschaft Schliersee nimmt sein Name einen der ersten Plätze ein. Die nachkommende Generation wird beim durch blättern der Bücher immer wieder auf diesen Namen stoßen und seine Tätigkeit ermessen können. Nochmals recht herzlichen Dank dem lieben Kameraden Leitner. Als Anerkennung für seine treuen Dienste wurde Leitner in der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Vereinsjahr 1941

Am 26. Januar 1941 -fand im alten, trauten Lokal zur Post der 104. Jahreshauptappell der Kameradschaft statt. Wenn in den früheren Jahren die Kameraden statt zuhauf erschienen waren, so war die Enttäuschung dieses Mal doch beinahe zu stark, denn nur 15 Mann waren erschienen. Es war zu bekannt, dass die Stimmung in den Reihen der Kameradschaftsmitglieder, infolge der in den letzten Jahren erlassenen Verfügungen und die erhöhten Beitragszulagen nicht die beste war und deswegen die vielen Austritte erfolgten. Kameradschaftsführer Kögl eröffnete um 3 Uhr mit einem Gruß an die Frontkameraden und Führer Adolf Hitler den Appell. Nach Verlesen des Jahrestätigkeitsberichtes, sowie nachfolgenden Kassenbericht, gedachte der Kameradschaftsführer der treuen Gefallenen und Verstorbenen aus den Reihen der Kameradschaft. Ein stilles Gedenken folgte. Schriftsatz und Kasse wurden in Ordnung befunden und dem Kassier Entlastung erteilt. Desgleichen dankte der Kameradschaftsführer dem Kassier und Schriftführer für ihre Arbeit. Die Aussprache unter den Anwesenden war natürlich entsprechend kurz. Kameradschaftsführer ernannte zu seinem Stellvertreter Herrn Schliersmeier Wolfgang, welcher die Sache annahm und treffende, packende Worte an die Anwesenden richtete, zugleich mit der Bitte doch jetzt in der schweren Kriegszeit die Kameradschaft, welche schon über hundert Jahre besteht nicht ganz aufgehen zu lassen. Es kommt auch wieder eine andere Zeit und die jetzigen Frontsoldaten sollen nicht den Vorwurf erheben können, dass ihre Vorfahren die alte hergebrachte Tradition nicht mehr gewahrt haben. Die Anregung einer monatlichen Zusammenkunft fand keine willige Aufnahme, ebenso die Beschaffung einer einheitlichen Bekleidung (Uniform) , welche in der jetzigen schweren Zeit überhaupt nicht durchführbar ist. Nach einem Schlusswort des Kameradschaftsführers wurde der Appell zu Ende geführt, die wenigen Kameraden blieben noch längere Zeit unter sich beisammen. Nun folgten ein paar Monate ruhiger Zeiten für die Kameradschaft.

Am 23. März 1941 richtete Kameradschaftsführer Kögl ein Gesuch an den Kreiskriegerführer um Enthebung von seinem Posten als Kameradschaftsführer, welcher genehmigt wurde in Anbetracht der großen Arbeitsüberlastung des Kameraden Kögl. Herr Kreiskriegerführer betraute den Stellvertreter Herrn Schliersmeier mit der vorläufigen weiteren Kameradschaftsführung. Herr Schliersmeier verfügt schon über ziemliche Erfahrung in der Führung. Bei dem alljährlichen Heldengedenktag war die Kameradschaft in mäßiger Weise vertreten. Am

5. Mai 1941 fand der alljährlich Jahrtag statt, aber welche Änderungen gegen früher, keinerlei Stimmung, Herr Dekan hielt die Feldmesse, hernach fand im Vereinslokal gesellige Zusammenkunft statt. Kleine Aussprache unter den Anwesenden. Kameradschaftsführer Schliersmeier sprach den zurück-getretenen Kameradschaftsführer den Dank aus für seine geleistete Arbeit und Mühe, sowie für die Opfer, welche er für die Kameradschaft erbracht hatte. Auf Anordnung der Gebietsführung müssen die Führer von Kameradschaften an Kreistagungen in Miesbach teilnehmen. Kamerad Schliersmeier besuchte davon drei, war die erste am 16. März, die Zweite am 5. Mai und die dritte am 30. November stattfanden. Kamerad Hofberger Josef erhielt aus der Vereinskasse eine Unterstützung von 40 Mark. Von Seite des Kriegerbundes, Abteilung München wurde für das am 23.09.1941 geborene Kind Gisela Seidl ein Sparkassenbuch von 50 Mark geschenkt. Auch im vergangenen Jahr hatten wir wieder schmerzliche Verluste. Zur großen Armee wurden wieder Nachtragende Mitglieder und Kameraden abberufen:  Johann Stadler jun., Michlbauer in Althausham, Josef Gaschler, Hilfsarbeiter Neuhaus, Franz Leitner, Bauernsohn Kreuth, Florian Köpferl, Bauer in Öd, Johann Walser, Bauer in Fehn, Josef Sachs, Molkereibesitzer Schliersee. Die Kameradschaftsführung war bei den Beerdigungen, sowie den darauffolgenden Gottesdiensten vertreten. Die Verstorbenen waren treue Anhänger der Kameradschaft und wir empfinden ihren Verlust als sehr schmerzlich. Ehre ihrem Andenken. Der rauhe männermordende Krieg riss auch in unsere Gemeinde schmerzliche Lücken. Eine Reihe von jungen Männern gab ihr Bestes für Führer und Vaterland. Im abgelaufenen Vereinsjahr starben den Heldentod:

Obergefreiter Wolfgang Schauer, Soldat Ludwig Anzenhofer, Soldat Georg Stöger, Soldat Josef Bachmann, Leutnant Freiherr H. von Glötzl, Wachtmeister Johann Schliersmeier, Gefreiter Otto Panradl, Obergefreiter Lorenz Schneider, Soldat Rudolf Karpf, Unteroffizier Hermann Schusterbauer, Gefreiter Andreas Mairhofer.

Großen Dank schulden wir allen diesen treuen Helden, welche durch ihr Lebensopfer bei halfen, die Feinde von unseren Grenzen fernzuhalten. Im tropischen Klima, auf Kreta, auf den Eisfeldern Russlands, auf Sturm bewegten Meere, überall stellten sie ihren Mann. Zeigen wir uns ihrer würdig, in dem wir alle bei helfen unseren kämpfenden Kameraden das Los ein wenig zu erleichtern durch fleißige Mithilfe an den Sammlungen für unsere Wehrmachtsangehörigen. Möge es uns verehrten Führer möglich sein, im Jahre 1942 seine Truppen zum endgültigen Siege zu führen, möge bald wieder zurückkehren die schöne Friedenszeit, auf das wieder überall an allen Orten unsere siegreichen Heimkehrer Ordnung und Arbeit finden. Mit diesem Wunsche schließen wir das Geschäftsjahr 1041 mit unserem Wahlspruch: „In Treue fest“ Heil Hitler. Mitgliederstand am 01.01.1942: 93 aktive Mitglieder, 6 Ehrenmitglieder, 10 Doppelmitglieder, 5 Mitglieder bei der Wehrmacht, davon 72 für den Bund. Schliersee, den 25. 01.1942 Bruckmair L.  Schriftführer.

 

Vereinsjahr 1942

18. Januar 1942 - Nach der alter Sitte und Brauch gemäß versammelten sich am 18.01.1942 in unserem angestammten Vereinslokal zur Post ein kleines Häuflein Getreuer um den 105. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee abzuhalten. Nach einleitenden Worten des Kameradschaftsführers Schliersmeier wurde der treuen Gefallenen, sowie der aus unseren Reihen zur großen Armee abberufenen gedacht. Ein ehrendes Gedenken fand durch Erheben von den Sitzen und kurzen Schweigen statt. Der verdiente Vereinskassier erstattete Kassenbericht und wurde ihm für mustergültige Kassenführung Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt. Der Schriftführer erstattete den Jahresbericht, welcher gutgeheißen wurde. Nach dem Verlesen verschiedener Einläufe wurde zur freien Aussprache geschritten, doch die Stimmung war unter den Anwesenden nicht dazu angetan aus sich herauszugehen. Nicht die Kriegsstimmung allein ist schuld, sondern auch die stete Änderung und Bevormundung trägt dazu bei. Die Mitgliederzahl zum Schwinden zu bringen. Von Neuzugängen ist gar nicht zu reden. Was ist nur aus der stolzen Kriegerkameradschaft Schliersee geworden, ehedem 320 Mitglieder, darunter hohe und höchste Offiziere und jetzt ein Häuflein alter Herren, welche nur noch aus Achtung vor der schönen alten Sache die Fahne hochhalten, um dieselbe dann nach erfolgten Kriegsende unserm siegreichen Heimkehrern zu treuen Händen zu übergeben. Welche Fülle von Ereignissen ist seit dem Bestehen der Kameradschaft schon hereingebrochen, gute und schlimme Zeiten, immer waren die Männer Schliersees auf allen möglichen Kriegsschauplätzen zu treffen. Hohe und höchste Auszeichnungen sprechen davon. Auch dieser blutige Krieg welcher nur von unseren Erbfeinden und kapitalistischen Verbrechern aufgezwungen wurde, rief aus der Gemeinde Schliersee 514 wackere Männer zu den Fahnen. Bis zum heutigen Tage, den 24. Januar 1943 gaben 44 dieser Helden ihr Blut und Leben für Führer und Volk. Hoffen wir mit Zuversicht, dass unsere stolzen Wehrmachtsteile heuer die Feinde zu Boden schmettern und damit wieder Friede einkehrt in unser Europa und die Völker sich wieder erholen können von den schweren Wunden. Wie alljährlich fand am 3. Sonntag nach Ostern der herkömmlich Kriegerjahrtag statt. An der schönen Stätte, der Gedächtniskapelle wurde unter ehrenden Worten für die treuen Helden ein Kranz niedergelegt. Hierauf gemeinsamer Kirchgang, treffende Worte des amtierenden Geistlichen verschönten die einfache Feier. Hernach fand im Herbergslokal kurzes Beisammensein der Kameraden statt. Wie stolz marschierte einst die Kameradschaft mit wehenden Fahnen und schmetternder Marschmusik durch die Ortschaft. Möge doch auch der Zeitpunkt wieder kommen, dass wir an Festen der Kameradschaft unsere schönen Traditionsfahnen wieder entrollen dürfen und neben der Reichsfahne zeigen, dem auch unsere stolze, mutige Wehrmacht soll von Zeit zu Zeit die Traditionsfahnen der Truppenteile aus dem Armeemuseum und zeigt sie öffentlich. Wie sich Helden des Weltkrieges fanden unter diesen Fahnen den Heldentod. An Stelle des ausgeschiedenen Kameradschaftsführers leitete bis auf weiteres Kamerad Kögl die Geschicke der Kameradschaft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr griff auch Schnitter Tod wieder in unsere Reihen. Gerade zwei der ältesten Kameraden wurden zur großen Armee abberufen.  Steinlechner Josef, Rain bei Hausham, 60 Jahre gehörte der Kameradschaft Schliersee an. Das Ehrenzeichen für 50 jährige Mitgliedschaft zierte seine Brust. Leitner Josef, Högerbauer vom Kasten, ebenfalls Inhaber der Auszeichnung für 50 jährige Zugehörigkeit. Beide hielten die vielen Jahre treu zur Kameradschaft in guten und schlimmen Zeiten. Wir werden der treuen Kameraden weiterhin ehrend gedenken. Noch zwei Opfer wurde aus unseren Reihen gefordert Peter Hechenleitner, Bauer in Oberbodenrain. Auch er war ein treuer Anhänger unserer alten Kameradschaft, ein gerngesehener Kamerad. Am Helden-gedenktag und bei der Ehrung gefallener Helden war eine Abordnung der Kameradschaft vertreten. Nun ist es still geworden in unseren Reihen, die lange Kriegsdauer und die Sorge um unsere teuren Angehörigen auf allen möglichen Kriegsschauplätzen macht die Gemüter ernster, doch als alte Soldaten und Kämpfer wollen wir durchhalten bis an den Tag an welchem unsere jungen Helden zurückkehren in ihre schöne Bergheimat, dann sollen dieselben weiter-führen das Band der Kameradschaft. So schließen wir das Geschäftsjahr 1942, mit der Bitte ein Höherer möge unsere Wehrmacht beistehen im schweren Endkampf, dass es gelinge endlich einen dauernden siegreichen Frieden zu erhalten. Halten wir auch fernerhin unserem verehrten Führer Adolf Hitler unentwegte Treue, enden wir mit einem Gelöbnis an denselben, vergessen wir aber auch nicht unseren alten Wahlspruch, der da heißt: „In Treue fest“ Mitgliederbewegung: Zahl der aktiven Mitglieder 65, derzeit beim Militär 2, Ehrenmitglieder 6 Schliersee, den 24. Januar 1943 - Bruckmair Leopold Schriftwart.

Für Volk und Heimat ihr Leben haben hingegeben im abgelaufenen Jahre 1942, 22 Kameraden der Gemeinde Schliersee:

Eyrainer, Marinus,            gefallen am 05.01.1942

Steiner, Karl,                       gefallen am 08.01.1942

Diessl, Karl,                          gefallen am 15.01.1942

Gehrer, Paul,                      gefallen am 30.01.1942

Zahrer, Kaspar,                   gefallen am 31.01.1942

Stadler, Johann,                 gefallen am 03.02.1942

Bartl, Lorenz,                      gefallen am 05.03.1942

Tränkl, Hans,                       gefallen am 16.03.1942

Schumann, Felix,               gefallen am 25.04.1942

Märkl, Fritz,                         gefallen am 17.05.1942

Maier, Theodor,                gefallen am 26.05.1942

Frings, Englbert,                 gefallen am 27.05.1942

Hirtreiter, Johann,             gefallen am 09.06.1942

Mühlberger, Josef,            gefallen am 12.08.1942

Stiglmaier, Xaver,              gefallen am 28.09.1942

Huber, Georg,                    gefallen am 30.09.1942

Lübben, Elfried,                 gefallen am 01.10.1942

Schötz, Josef,                      gefallen am 08.10.1942

Gruber, Georg,                   gefallen am 20.10.1942

Pöschl, Josef,                      gefallen am 04.11.1942

Eixenberger, Peter,           gefallen am 19.11.1942

Pongratz, Karl,                    gefallen am 30.11.1942

Aus unserer Kameradschaft zur großen Armee sind abgerufen worden die Kameraden:  Leitner Josef, Högerbauer in Hausham. Hechenleitner Peter, Agatharied. Gerloff Hermann, Inh. d. Hotels Wendelstein Schliersee.

 

Vereinsjahr 1943

24. Januar 1943 - 24 Mann stark, ein winziges Häuflein gegen frühere Jahre waren am 24.01.1943 erschienen um den 106. Jahreshauptappell der Kriegerkameradschaft Schliersee abzuhalten. Herr Kameradschaftsführer Kögl begrüßt als Gast das Ehrenmitglied Lorenz Leitner und Gaupropagandaleiter Kamerad Kürzinger aus Miesbach, sowie das kleine Häuflein Getreuer. Der Kameradschaftsführer ersuchte den Schriftwart Bruckmair um Verlesung der Namen der im Jahr 1942 gefallenen 22 Schlierseer Helden.  Ebenso wurde der 3 Männer aus unseren Reihen Verstorbenen gedacht. Eine Minute des Schweigens und Erheben von den Sitzen wurde als letzte Ehre erwiesen. Der Schriftführer verlas hierauf den Jahresbericht, welcher gutgeheißen wurde. Der Kassen-bericht erstattet durch Kamerad Mödl, wurde als mustergültig anerkannt und dem Kassier Dank ausgesprochen und Entlastung erteilt. Hierauf ergriff Kamerad Kürzinger das Wort. Fahnenfrage die ewig Strittige muss einmal erörtert werden. Es ist unbestritten, dass wir an der alten Fahne hängen, aber es sei nun einmal von General Reinhardt, Berlin befohlen, dass die Traditionsfahnen in der Öffentlichkeit nicht mehr gezeigt werden dürfen, und hierin haben wir als alte Soldaten zu gehorchen. Die Fahnen sollen an einem sicheren Platze, vorgeschlagen war der Sitzungssaal im Rathaus verwahrt werden und nur bei ganz festlichen Anlässen könnten dieselben herausgeholt werden. Bei Beerdigungen hat nur die neue Bundesfahne zu erscheinen, beim darauf folgenden Gottesdienste darf die Bundesfahne nicht mit in die Kirche genommen werden.

Bis auf weiteres, d.h. das nach dem Kriegsende bleibt der Führerstab wie folgt: Kameradschaftsführer Karl Kögl, Kassenwart Alois Mödl, Schriftwart Leopold Bruckmair, Fahnenjunker Jennerwein. Nach Schluss des Appells welcher mit einem „Sieg Heil“ auf den Führer schloss, blieb man noch ein Stündchen im kameradschaftlichen Kreise beisammen. Man freute sich und versprach sich bald wieder einmal zu treffen, dies war jedoch eher der Fall als gedacht. Am 30. Januar 1943 wurde unser ehemalige II. Fahnenjunker Josef Schmotz, Wienerbauer von Hausham zu Grabe getragen. Ein alter aufrechter deutscher Mann, ein alter Oberlandler Bauer von altem Schrot und Korn, ein treuer Kamerad unserer Kameradschaft ist von uns gegangen. Eine Anzahl von treuen Kameraden gab ihm das letzte Geleit im Westenhofener Friedhof, ebenso beim nachherigen Gottesdienst in Hausham. Einige Wochen später wurde uns wieder ein alter Kamerad zur großen Armee einberufen. Franz Xaver Leitner, Rotmeßner von Schliersee. Ein Kreis von Kameraden erwies dem Treuen den letzten Liebesdienst bei Beerdigung und Gottesdienst. Auch der Monat Mai verlangte von der Kameradschaft Tribut. Am 11. Mai 1943 wurde der Oberpostschaffner Spitzl Josef zu Grabe getragen. Auch diesem Kameraden wurden die letzten Ehren erwiesen. So schrumpfte das Häufchen der alten Kameraden immer mehr zusammen, doch lassen wir die Hoffnung nicht fallen, wir alten Kameraden wollen es doch auch noch erleben, dass unsere Heimkehrer die Kameradschaft wieder zur vollen Blüte bringen und stolz und aufrecht wieder den schönen Kriegerjahrtag feiern. Kriegerjahrtag 7. Mai 1943 wie ein Häufchen Versprengter gingen wir zur Kirche. Wo bist du geblieben du schöne ehemalige Zeit. Unsere gefallenen Helden des jetzigen Krieges würden uns sicher nicht nachtragen, wenn wir jährlich einmal mit schmetternder Marschmusik unseren Ehrentag begehen würden. Die Kameradschaft rückte auch zum Heldengedenktag, sowie den Heldenehrungen mit je einer Abordnung aus, ebenso bei verschiedenen Veranstaltungen der N.S.D.A.P. Durch oberste Verordnung wurde der Kyffhäuserbund aufgehoben. Gar zu schmerzlich ist dies für uns gerade nicht, die Vereine sind jetzt wieder mehr selbstständig, doch sind mehr und mehr in die Partei eingegliedert. Sonst verlief das abgelaufene Jahr, was Vereinsarbeit anbelangt ruhig. Galten wir alten Kameraden aus, einmal muss der schreckliche, Männermorden, genannt Krieg auch ausgehen, dann übergeben wir das Banner zu treuen jungen Händen. Fürchterliches müssen unsere lieben Helden durchmachen, besonders an der Ostfront werden nach monatelangen Anstürmen der wilden Horden. Unsere lieben Schlierseer Krieger sind an allen Kriegsschauplätzen zu treffen, im hohen Norden bei der Eisregion, in Afrikas Wüsten auf Sizilien und Süditalien. Andere schlagen sich mit den Partisanen am Balkan rum, ebenso sind dieselben am Atlantik anzutreffen. Seien wir stolz auf unsere wackeren jungen Leute. Im Vorjahr äußerten wir den Wunsch, der nächste Jahreshauptappell möge schon im Friedenszustande abgehalten werden können, doch welche Enttäuschung, sind wir froh, wenn wir 1945 beim Appell unsere Jungen um uns haben. So schließen wir dann unser Geschäftsjahr 1943 mit dem Wunsche, unsere Wehrmachtsteile mögen unsere Feinde an allen Fronten zu Boden ringen, damit endlich wieder Friede und Ruhe einkehre im deutschen Heimatlande, dass unsere Lieben wieder heimkehren zu ihren Lieben und den schönen Bergen und der lieben Schlierseer Heimat. Halten wir aber alle auf unseren Führer Treue, leisten wir ihm Gefolgschaft in seinem schwere Kampfe, enden wir mit einem Gelöbnis an denselben, doch halten wir unseren alten ererbten Wahlspruch bis in die fernste Zeit hoch, er soll nicht vergessen werden, auch fernerhin heißt er: In Treue fest.    Schliersee, den 16. Januar 1944 Bruckmair Leopold Schriftwart. Mitgliederstand: Aktiv 107, Passiv 2, Ehrenmitglieder 4

Für Volk und Heimat gefallene und gestorbene Krieger im Jahre 1943

Gefreiter Hinterseher Johann,              gefallen am 19.01.1943

Oberfeldmeister Behringer Helmut,    gefallen am 23.02.1943

Unteroffizier Zellermeier Peter,           gefallen am 09.03.1943

Obergefreiter Siebentritt Josef,            gefallen am 31.01.1943

Obergefreiter Windisch Wolfgang,      gefallen am 11.03.1943

Grenadier Heinzinger Gottlieb,             gefallen am 20.03.1943

Obergefreiter Merkl Bruno,                   gefallen am 21.03.1943

Gefreiter Ferstl Max,                                gefallen am 04.04.1943

Gefreiter Goßner Max,                            gefallen am 08.06.1943

Obergefreiter Stickl Thomas,                 gefallen am 12.06.1943

Gefreiter Thaler Georg,                           gefallen am 03.08.1943

Jäger Eichenseher Sebastian,                 gefallen am 18.08.1943

Gefreiter Lewald Korbinian,                   gefallen am 30.08.1943

Obergefreiter Graf Georg,                      gefallen am 02.09.1943

Unteroffizier Huber Gerhard,                gefallen am 06.10.1943

Obergefreiter Estner Martin,                 gefallen am 09.10.1943

Leutnant Gack Hans,                                gefallen am 06.10.1943

Feldwebel Kray Georg,                            gefallen am 04.11.1943

Pionier Mayer Andreas,                          gefallen am 06.11.1943

Obergefreiter Lechner Josef,                 gefallen am 21.12.1943

 

Vereinsjahr 1944

1944 - 16. Januar Ein schöner sonniger Wintertag, ohne Schnee, der 16. Januar 1944. Langsam kamen die Kameraden zuwege, um in unseren alten Vereins-lokal zur Post den 107. Jahreshauptappell abzuhalten. 32 Männer wurden vom Kameradschaftsführer willkommen geheißen. Nach einleitenden Worten und Gruß an den obersten Heerführer, unserem Führer, ersuchte der Kamerad-schaftsführer um Verlesung der Namen der auf dem Felde der Ehre gebliebenen Schlierseer Krieger. Vier Mitglieder der Kameradschaft und 20 treue Gefallene wurden durch den Schriftführer der Kameradschaft verlesen. Die Anwesenden ehren dieselben durch Anhören im Stehen und dem deutschen Gruß. Kameradschaftsführer ersuchte hierauf um Bekanntgabe des Jahresberichtes durch den Schriftführer. Nach Verlesen desselben gab dann der Schriftführer noch den Kassenbericht für den in Geschäften abwesenden Kassier bekannt. Die Kassenführung wurden von den Revisoren Kameraden Landstorfer und Jennerwein geprüft und in Ordnung befunden, worauf dann Entlastung erteilt wurde. Mittlerweile war von Seiten der Partei, Herr Ortsgruppenleiter Rotmaurer erschienen und vom Kameradschaftsführer mit warmen Worten begrüßt. Kameradschaftsführer Kögl gab dann noch verschiedene Einläufe bekannt, wie Auflösung des Kyffhäuser Bundes, neue Statuten und Anderes. Auch die Beitragsfrage kam zur Sprache, der Beitrag beträgt monatlich 0,20 Pfennige, im Jahre 2,40 Mark. Es wurde eine Aussprache angeregt, aber es meldete sich niemand zu Wort. Herr Dollinger sprach dann in kurzen mannhaften Worten zu den Anwesenden, man merkte gar nicht, dass gegenüber in früher Zeit ein Mann zu uns sprach, der selbst Frontkämpfer des ersten Weltkrieges, unseren Fragen Verständnis auf der ganzen Linie hatte und sich bereit erklärte uns nach bestem Wissen zur Seite zu stehen. Auch von unserer Seite wird dem Herrn rege Mitarbeit zugesichert Kameradschaftsführer ersuchte um bessere Beteiligung bei Beerdigungen und Heldenehrungen. Kamerad Landstorfer richtete auch kurz wohlgemeinte Worte an die Kameraden, er betonte die Zuversichtlichkeit der Fronttruppen. Sein Sohn welcher gerade auf Urlaub von Schitomir (Russland) da war, wusste seinem Vater nur Gutes über den Geist der Truppe zu berichten. Nachdem sich überhaupt niemand zu Worte meldete, schloss der Kameradschaftsführer den Hauptappell mit einem Gruß an den Führer. Die Mitglieder trennten sich bald, denn leider war der Geschmack der Biere nicht dazu angetan Stimmung zu bereiten. Die Tätigkeit in der Kameradschaft leidet natürlich unter den ungeheuren Geschehnissen des größten aller Kriege. 5 Jahre vergingen, das 6. schwere Kriegsjahr forderte von der kämpfenden Truppe das Äußerste, von den daheim gebliebenen Entbehrungen, die man nie für möglich hielt. Einschränkungen auf allen Gebieten, hautsächlich im geschäftlichen Leben zeigen uns so recht, wohin es führen würde, wenn der Kampfgeist der Heimat zu Grabe ginge. Unser aller Existenz, wenn nicht aller Leben wäre zerstört.  Schwere Prüfungszeit für unser Volk, allenthalben drängen unsere Feinde in deutsches Gebiet, zerstörend und mordend. Hoffen wir und bauen wir auf unsere stolze, starke Wehrmacht und der Führung, dass es gelingen möge Einhalt zu gebieten und unser herrliches Land zu retten von den unerbittlichen tierischen Feinden. Wieder hat eine Reihe von jungen tapferen Helden unserer engeren Heimat Blut und Leben gelassen für uns und unsere Angehörigen, soll dies wirklich auch wieder umsonst gewesen sein. Zeigen uns wir dem würdig, durch mannhaftes Ausharren bis zum endgültigen, hoffentlich guten Ende. Viele unserer Kameraden, Angehörige, welche glaubten in diesem Ringen nicht mehr zum aktiven Einsatz zu kommen, wurde durch die Bildung und Aufruf des Volkssturmes der Ernst der Lage neuerdings zum Bewusstsein gebracht. Für unsere Nachwelt sei hier vermerkt, dass die ganze männliche Bevölkerung von 16 – 60 Jahren hierzu beigezogen wurde. Es wurden über allen Orten Kompanien und Bataillone errichtet und regelmäßig Übungen abgehalten. Auch verdient festgehalten zu werden, dass auch unsere Mädel überall im Einsatz waren als, Funk-, Flakhelferinnen, beim Sanitätswesen, ein Volk von solcher Einsatzfreudigkeit kann und darf nicht untergehen. Das Leben und Treiben in der Kameradschaft ging ruhig vor sich, es gab keine Beschlüsse, an der Heldengedenkfeier, auch an sonstigen Veranstaltungen, welche ja der Zeit gemäß alle in ruhigen, bescheidenen Bahnen abgehalten wurden., nahmen Abordnungen teil. Desgleichen bei Begräbnissen verstorbener Kameraden. Jetzt handelt es sich hauptsächlich nur noch darum, dass ein Häuflein Getreuer die Fahne der Kameradschaft zu treuen Händen sich hält und die Kameradschaft noch einigermaßen lebend erfüllt, bis der Tag kommt an dem dieselbe jungen Händen, gestählt im jetzigen Weltkriege übergeben werden kann. Wir schließen mit dem Wunsche, dass dies bald geschehen könne, hoffen wir, dass uns der Führer des deutschen Volkes einen baldigen Frieden verschaffe, seinen Feinden der nicht wieder die Gefahr eines neuen Weltenbrandes in sich birgt. Wir Alten wollen aber auch unseren Wahlspruch, der auch heute noch Geltung hat nicht vergessen und zu Schanden kommen lassen, darum auch weiterhin: „In Treue fest“ - Schliersee, den 11. März 1945 L. Bruckmair, Schriftführer.

Mitgliederbestand: Aktive 107, Passiv 2, Ehrenmitglieder 4. Verstorbene Mitglieder im Jahre 1944:  Holneicher Michael, pens. Bergmann, Hausham, Kloiber Andreas sen., Säger, Schliersee und Gößle Andreas, Kraftfahrzeug-Meister, Schliersee.

 

Vereinsjahr 1945

11. März 1945 – Wieder ein Jahr und kein Kriegsende abzusehen. Gerade diese Meinung wurde auch am 11. März 1945, dem bestimmten Termin für den 108. General Hauptappell der Kameradschaft allenthalben geäußert. Am Heldengedenktag an dem auch die Kameradschaft teilnahm, versammelten sich im kleinen Nebenzimmer Gasthof zur Post 28 alte, treue Mitglieder um kurze Abrechnung über das verflossene Jahr entgegenzunehmen. Nach kurzen einleitenden Worten durch Kameradschaftsführer Kögl, ein Sieg Heil auf den Führer und hernach Verlesen des Jahresberichtes durch den Schriftwart. Kassenbericht vorgetragen durch Kassenwart Mödl ergab einen guten Kassenbestand. Es wurde beschlossen für das Jahr 1944 keine Beiträge einzuheben, wie es für 1945 sein soll, wird noch die Zeit ergeben. Die Zeit die früher bei Jahresabschluss oft zu kurz wurde, und man noch abends tapfere, trinkfeste Mannen antraf, war das mal hingegen zu lang. Es gab Bier, und in welcher Güte, dass man gleich erschaudern konnte. Die kräftigsten brachten es auf eine ganze Halbe. Man könnte mit den Studenten sagen, oh schöne Burschenherrlichkeit, wohin bist du gekommen. In einer halben Stunde war der ganze Appell vorbei. Leider. Und was soll jetzt werden, dies fragte man sich gegenseitig und nur zu bald wussten wir Bescheid. Die von Norden und Westen eindringenden Feinde kamen immer näher, was soll diese Heerscharen noch aufhalten können. So kam der April und mit ihm Tag für Tag Bombenangriffe, Tiefflieger Angriffe auf friedliche Landbewohner. Schreiber dieses fuhr täglich als Kurier von Hausham nach München, teils mit Bahn, teils mit dem Motorrad, man sah der Auflösung stündlich entgegen. Immer wieder schwere Angriffe, Ende April fassten noch wahnwitzige Elemente, aufgestellt durch Kreisleiter Danninger, Schliersee, den Entschluss als Wehrwölfe Widerstand zu leisten. Die Waffen SS bezog Stellungen beim Brennten, ein Geschütz stand beim Staudacher in Westenhofen. Wenn der Wille des Herrn Kreisleiters Danninger durchgedrungen wäre, würde Hausham und Schliersee ein Trümmerhaufen sein. Am letzten April abends um 07.00 Uhr eröffnete die SS das Geschützfeuer auf die aus Miesbach einrückenden Franzosen (de Gaulle Truppen).

Im Nachmittag des 2. Mai 1945 kam es dann auch zu den letzten Kämpfen um Hausham und Schliersee. Es gab noch eine Reihe von Gefallenen und eine Anzahl zerstörter Häuser, vornehmlich in Hausham. Das bei Staudacher stehende Geschütz schoss noch das Brenten-Anwesen oder Hausham in Brand, weil dort ein weißes Tuch heraus gehängt wurde. In Schliersee schlug eine schwere Granate in der Stöger Alm ein, ohne indes Opfer an Menschen zu fordern, nur Gebäudeschäden. Auch in der näheren und weiteren Umgebung waren Einschläge zu verzeichnen.

Am 3. Mai 1945 rückten schon in der Frühe amerikanische Panzer, leichte und schwere ein. Für unsere Gegend war der Krieg vorläufig zu Ende. Schon am gleichen Tage kamen unsere Gefangenen in dichten Reihen durch Schliersee zurück, eskortiert von Amerikanern. Man glaubte kein Ende abzusehen, so ging es Tage lang fort. Die ganze Gegend war bestreut mit Ausrüstungsstücken, hunderte von Autos jeder Gattung standen und lagen umher, teils noch gefüllt mit Ausrüstung und wertvollen Geräten. Eine Zerstörung sonders Gleichen setzte ein. Mancher deckte seinen Bedarf an Wertsachen, Geräten, Uniformteilen auf Jahre hinaus ein. Die Amerikaner machten gleich gründliche Arbeit, Waffenablieferungspflicht, wertvolle Waffen wurden verbrannt oder sonst zerstört. Die Personen welche unsere Gegend  noch zerstören lassen wollten, sind feiger Weise geflohen, aber das Geschick hat sie später doch noch ereilt. Mit unserer Vereinstätigkeit war es natürlich vorbei. Zu Fronleichnam gestatteten die Ami’s die Prozession, unsere alte liebe blau weiße Fahne kam nochmals zur offenen Schau, die Gebirgsschützen gingen auch ohne Waffen mit dem Umgang. Obwohl ein sehr schöner Tag war und alles farbenprächtig sich zeigte, wussten wir doch, dies wird auf lange Jahre hinaus das letzte Mal gewesen sein. Es kamen Verordnungen, Auflösung aller militärischen Organisationen, der Kriegervereine, überhaupt jeglichen Tun und Lassens, was an Militär erinnerte. Es kam das Verbot in Marschformation zu gehen, überhaupt durfte nichts in diesem Sinne geschehen, denn die Deutschen sollen so schnell nicht wieder zu den Waffen oder gar zu einem Kriege kommen. So wurde halt Schluss gemacht. Jetzt da ich dies niederschreibe 13. Januar 1946 ist Deutschland zertrümmert und von den Feindmächten besetzt. Hunderttausende unserer jungen Leute befinden sich noch in Gefangenschaft in Aller Herren Länder, wohl denen, die in englischer oder amerikanischer Gefangenschaft waren, die wurden noch anständig behandelt! Überhaupt waren die Amerikanersehr anständig, wohl zurückhaltend, doch wirklich gerecht und nicht so hasserfüllt. Aus dem russischen besetzten Teil kann man nicht viel Gutes hören. Ein Schlierseer, Bramböck Hugo kam zu Tode erkrankt auf dem Fußwege aus russischer Gefangenschaft noch bis zur Tür seiner Wohnung in Schliersee. Beim Öffnen fiel er den Seinen wie leblos in die Arme und verschied kurze Zeit darauf. Diese Niederschrift soll kein Jahresbericht mehr sein, sondern der Nachwelt zeigen, wie es um uns bestellt war nach diesem schrecklichen Ringen. Hernach ging es unter der einheimischen Bevölkerung nicht immer schön zu. Es war manchmal, als ob die guten Elemente alle untergehen müssten. Das Denunzianten-Wesen blühte wie noch nie, Angebereien der schlimmsten Sorte fanden statt, so dass selbst unsere Feinde ihre Abscheu ob solchen Gebarens äußerten. Durch die starke Zuströmung von ausgewiesenen Deutschen aus Österreich, Tschechei und so weiter hatten wir Übervölkerung, man hörte hier nur noch fremde Laute, die Heimatsprache durfte in diesem Babylon unterzugehen. Die Wirtschaften waren geschlossen und mit Ukrainern und Polen belegt, ebenso die Schulhäuser. Was an Ablieferung an die Sieger stattfinden musste, hauptsächlich Holz, das werden unsere Nachkommen an den gelichteten Wäldern spüren. So könnte man ein ganzes Buch schreiben über die traurige Zeit nach dem Kriege. Wann nach vielen Jahren dieses Buch mal zur Hand genommen wird, sollen sie wissen, dass wir unserer Kriegerkameradschaft Schliersee treu waren bis zum Ende. So wie sich die Sonne um die Achse dreht, werden sich auch die Zeiten wieder mal bessern. Vielleicht gestatten unsere Sieger, nachdem sie gesehen, dass das deutsche Volk keinen Krieg will oder wollte, sondern nur dessen Führung, wieder mal den Zusammenschluss der Kriegskameraden, welche dann wieder weiterfahren können, wo wir aufhörten. Nach besten Wissen war die Kameradschaftsführung bestrebt die Geschicke des Vereins zu leiten, schöne Zeiten waren es und auch sehr ernste, dass der feste Zusammenhalt in jeder Zeitwährend des langen Bestandes, meisterte jede Schwierigkeit. So schließen wir in Gottes Namen dieses Buch , möge ein höherer Wille, als der menschliche, wieder Gerechtigkeit und Frieden einziehen lassen in unser schönes Heimatland, dann ihr lieben jüngeren Kameraden unserer schönen Gegend, holt dieses Buch hervor und macht weiter, fangt zu zählen an bei 110. 109 Jahre bestand die Kameradschaft, nochmals und wieder so lang soll auch bei den Jüngeren unser Wahlspruch Geltung haben. Trotz alledem, „In Treue fest“. - Geschrieben von Leopold Bruckmair, Oberforstwart zu Hausham 66 Jahre alt, als Schriftführer der Kameradschaft Schliersee 13.01.1946.

 

1945 – 8. Mai - Kriegsende - 322 Schlierseer Bürger waren als Soldaten im Einsatz gefallen und 59 Männer galten als vermisst.