Chronik von 1925 bis 1929


Vereinsjahr 1925

10. Februar 1925 - Austritt aus dem Bayer. Kriegerbund aus finanziellen Gründen.

1. März 1925 - 88. Generalversammlung. Vorstand Leitner eröffnete um ½ 3 Uhr die Versammlung. begrüßte mit dem alten bayerischen Krieger-Wahlspruch „In Treue fest“ die erschienen Kameraden und gab die Tagesordnung bekannt: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Neuwahl, 4. Wünsche und Anträge. Jahresbericht des Schriftführers Stöger und Rechenschaftsbericht von Kassier Sommerauer wurde mit Befriedigung entgegen genommen und wurde dem Kassier die Entlastung erteilt. Wahlergebnis: 1. Vorstand Lorenz Leitner Schliersee 46 Stimmen, 2. Vorstand Martin Rank Schliersee 44 Stimmen, Schriftführer Josef Stöger Schliersee 47 Stimmen, Kassier Anton Sommerauer Schliersee 46 Stimmen, 1. Fahnenjunker Georg Leitner Oberleiten 42 Stimmen und 2. Fahnenjunker Georg Sonnenstatter jun. Schliersee 41 Stimmen. Ausschuss: Bammer Nikolaus Schliersee, Reil Georg Westenhofen, Mair Andreas Fischhausen, Stadler Lorenz Naglbach und Duffner Ludwig Westenhofen, Kiehlechner Gottfried Schliersee, Hofberger Josef Schweinthal, Sonnenstatter Georg jun. Schliersee. Vereinsdiener für Schliersee: Fischer Xaver, Vereinsdiener für Hausham und Agatharied Sieber Josef. Der Veteranen und Kriegerverein Schliersee übernimmt auf Ansuchen beim Nachbarverein Parsberg-Wies die Patenschaft zu ihrem 50 jährigen Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe am 16. August 1925, wo wir an ihre Gründung schon als Pate gestanden, der heurige Veteranen-Jahrtag wird in seinen alten Gepränge am 10. Mai mit Vereinsball abgehalten. Vorstand Leitner ermunterte die Kameraden zum treuen Zusammenhalt und schloss um 6 Uhr die Versammlung. „In Treue fest“. Stöger, Schriftführer.

16. August 1925 - Am heutigen Sonntag den 16. August 1925 zog der Veteranen und Kriegerverein Schliersee mit Musik und Tambour bei zahlreicher Beteiligung nach Miesbach zum 50 jährigen Jubiläum mit Fahnenweihe des Nachbarvereins Parsberg – Wies, um die Patenstelle zu vertreten. Am Waitzinger Keller vom Festverein und Festmusik empfangen, marschierten wir in ihr Vereinslokal Gasthof Wendelstein. Unsere Altveteranen und Fest-Jungfrauen wurden von der Waitzinger Brauerei mittels Auto zum Festplatz gefahren. Die Aufstellung des Festzuges erfolgte am Bahnhofsplatz in drei Abteilungen. Der Patenverein wurde mit seiner überall geschätzten Musik Kapelle Reil als Festzugsspitze eingereiht. Der Festgottesdienst mit Fahnenweihe wurde in der Stadtpfarrkirche abgehalten. Hierauf fand der eigentliche Festakt mit Fahnenübergabe vor dem festlich dekorierten Rathaus statt. Die Festjungfrau Barbara Markhauser übergab dem Patenverein Parsberg – Wies nach einem sehr guten vorgetragenen Prolog das Patenband. 1. Vorstand Lorenz Leitner beglückwünschte den Festverein zu seinem heutigen schönen Jubeltag und zu ihrem Weg ins zweite halb Jahrhundert. Hierauf fand im Waitzinger Keller der Mittagstisch mit Doppelkonzert der Kapellen Wies und Schliersee statt. Unter altem Soldatengeist und bei treuer Kameradschaft vergingen uns die schönen Stunden allzu schnell. Abends 6 Uhr tritt der Patenverein per Lastauto gratis gestellt von unserem langjährigen Kassier Anton Sommerauer die Heimreise an. Der Festverein begleitete uns noch ein Stück Weges. Die Fahnen bekreuzten sich zum Abschied und so nahm der schöne Jubeltag sein Ende. Schliersee, den 18. August 1925 Stöger, Schriftführer.

Jahresbericht 1925 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Im verflossenen Jahr sind dem Verein 12 Kameraden beigetreten. Ausgetreten sind 19. Gestorben sind 4 Kameraden: Glötzl Franz Hauer am 1.Juni, Haltmair Josef Bauer Wies Feldzugssoldat 1870-1871 und Ehrenmitglied am 1. August, Kleinmeier Josef Gastwirt Agatharied Feldzugssoldat 1914 – 1918 am 12. August und Manhardt Thomas pens. Bergmann am 15. November. Wir werden diesen aus unserer Mitte geschiedenen Kameraden ein ehrendes Andenken bewahren und ersuche die Versammlung sich von den Sitzen zu erheben. Der derzeitige Mitgliederbestand beziffert sich auf 365 aktive Mitglieder und 5 Ehrenmitglieder. Der 88. Veteranenjahrtag fand bei zahlreicher Beteiligung und freundlicher Witterung am 10. Mai statt. Der Vereinsball wurde am gleichen Tag abgehalten. Ausschusssitzungen waren im vergangenen Vereinsjahr 3. Am 3. Mai, 21. Januar und 7. Februar und eine außerordentliche Generalversammlung am 19. Mai. Der Veteranen Verein beteiligte sich bei folgenden Festlichkeiten am Himmelfahrtstag, bei der Fahnenweihe des Volkstrachtenverein Schliersee bei der Nachmission am 3. Mai, am Pfingstsonntag beim Veteranen Jahrtag in Agatharied, am 11. und 14. Juni bei der Fronleichnamsprozession, am 28. Und 29. Juni bei dem 25 jährigen Priesterjubiläum des hochwürdigen Herrn Pfarrer und Dekan Adalbert Obermeier, am 16. August bei der Fahnenweihe des Veteranen und Kriegervereins Parsberg – Wies und am 8. November beim Landesgedenktag. Schliersee, den 28. Februar 1926 Stöger, Schriftführer.

 

Vereinsjahr 1926

28. Februar 1926 - 90. Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Ein alter, sogar der älteste Verein Schliersee, hielt heute im Vereinslokal (Post) seine 90. Ordentliche Generalversammlung. 90 Jahre sind seit der Gründung verflossen und es ist deshalb noch sehr erstaunlich, wie die gegenwärtige Vorstandschaft beabsichtigt, das kommende Gründungsjahr besonders feierlich zu begehen. Unter diesen Gesichtspunkten stand auch die Versammlung die der I. Vorstand Lorenz Leitner eröffnete. Aus dem Bericht des Schriftführers Stöger ist zu entnehmen, dass sich der Verein im vergangenen Vereinsjahr an der Kriegerwallfahrt in Altötting mit 24 Mann beteiligte, welche sich durch die abendliche Lichterprozession ganz feierlich und sehr erhebend gestaltete. Ferner an dem Empfang des Herrn Kardinals von Faulhaber bei der Firmung, an dem Stiftungsfest des Nachbarvereins Agatharied, an der Fronleichnamsprozession, am Landeskriegergedenktag und an der Bestattung unseres Ehrenmitgliedes Herrn Forstrat Richard Knoch in München. An neu aufgenommenen Mitgliedern sind 18 zu verzeichnen, 2 sind verzogen, verstorben sind die nachfolgenden Kameraden: Fehn Lorenz, Feldzugssoldat 1870-1871, am 9. Juni, Frei Markus, Feldzugssoldat 1914-1918, am 18. Juni, Wiedemann Peter Schneidermeister am 19. Juni, Geiger Max, Feldzugssoldat 1914-1918, am 31. Oktober, Lechner August, Feldzugssoldat 1914-1918, am 28. November, Zach Michel, Feldzugssoldat 1870-1871, am 17. Juni und Knoch Richard Forstrat, Feldzugssoldat 1870-1871, am 8. Februar. Die laufenden Arbeiten des Vereins wurden in zwei Ausschusssitzungen erledigt, der Kassenbericht, erstellt von Kassier Anton Sommerauer schließt wie folgt ab: Einnahmen 974,65 Mark Ausgaben 474,10 Mark Aktivrest: 500,55 Mark. Nachdem gegen die beiden Berichte Einwendungen vonseiten der Mitglieder nicht erhoben wurden, erteilte der Vorstand die Entlastung. Bei Besprechung der Feier des 90. Stiftungsfestes kam Vorstand Leitner darauf zurück, dass nur wenige die Namen der Gründungsmitglieder des Jahres 1837 kennen und er daher nicht versäumen wolle, dieser bei der heutigen Versammlung ehrend zu gedenken. Es sind dies folgende: Kainz Georg, Vorstand Schliersee, Haltmair Klemenz Schliersee, Oltilinger Josef, Rosenberger Balthasar, Bammer Johann Vierzger, Eham Ignatz Grünboden, Eham Paul Grünboden, Kameter Johann Josefsthal, Frank Jakob Attenberg, Offenbacher Egid Attenberg, Daller Andreas Schliersee, Neumüller Georg Schliersee, Kammerer J. Schliersee, Grimm Josef Öd, Mayrhofer Franz Fischhausen. Zum 90. Stiftungsfest wird die Anschaffung einer neuen Fahne beschlossen. Die Aufbringung der Mittel hierzu wurde einer 15 köpfigen Kommission übergeben. Ein schriftlich eingereichter Antrag, alle as 70 Lebensjahr erreichende Mitglieder zum Ehrenmitglied zu ernennen, wird einstimmig abgelehnt. Dagegen wird der bisherige Vereinsdiener Xaver Fischer in Anbetracht seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Wegen Übernahme der Kosten für Musik und Salven am Landestrauertag soll ein Gesuch an den Marktgemeinderat Schliersee gerichtet werden. Am weiß-blauen Bayerntag in Hausham im Mai beteiligt sich der Verein mit Fahnen. Die Bestimmung eines neuen Vereinsdieners wird der Vorstandschaft überlassen. Mit dem Ruf „In Treue fest“ schloss Vorstand Leitner die Versammlung. Schliersee, den 6. März 1927 Stöger, Schriftführer.

 

Vereinsjahr 1927

06. März 1927 - Am 6. März 1927 war ordentliche Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee, wobei unter anderem die Anschaffung einer neuen Fahne zum 90. Stiftungsfest einstimmig beschlossen wurde (Fahnenstickerei Hermann Jahn Rosenheim). Es wurde neben dem jeweiligen Ausschuss noch ein Festausschuss gebildet, der aus folgenden Herren Mitglieder besteht: Bammer Nikolaus, Schmotz Josef, Stadler Johann, Kuchler Ludwig, Eder Martin, Schliersmair Wolfgang, Auracher Georg, Mayer August, Landstorfer Sebastian, Jennerwein Josef, Mödl Alois, Staudacher Alois, Maier Hans und Merx Peter. Am 13. März 1927 war die erste Festausschuss-sitzung wobei 25 Mitglieder anwesend waren. Vorstand Leitner begrüßte die Kameraden und gab den Zweck unseres heutigen Zusammentreffens bekannt. Es wurde dabei der Grundstein zur neuen Fahne gelegt mit Einzeichnung im Betrage von 375 Mark. Dabei wurde auch beschlossen, Entwürfe für Fahnen bei unseren bekannten Firmen einzuholen. Es wurde der Antrag gestellt Sammellisten anzulegen. Die nächste Festausschusssitzung fand am 27. März statt. Es wurden die verschiedenen Muster, welche inzwischen eingelaufen sind durchgesehen, dabei fiel die Wahl auf die bekannte Fahnenstickerei Firma Herrmann Jahn Rosenheim. Dem dieselbe den von den Herrn Leitner, Mödl, Staudacher, und Kuchler persönlich in Auftrag gegeben wurde. Die nächste Ausschusssitzung war am 18. April. Es wurden der Zeitpunkt und das Festprogramm zusammengestellt. Am Tag der Fahnenweihe wurde der 26. Juni bestimmt. Die Patenschaft soll der Veteranen und Kriegerverein Parsberg-Wies übernehmen mit welchen wir schon über ein halbes Jahrhundert treu als Patengegenseitig in Verbindung stehen. Die Sammellisten wurden dennoch an die Festausschussmitglieder übergeben, welche diese Aufgabe übernommen haben. Am 8. Mai wurde wieder eine Ausschusssitzung einberufen. Es wurden die eingelaufenen Zusagen der verschiedenen Vereine bekannt gegeben. Die Namen der Fahnenbraut, der Fahnenmutter und Festjungfrauen wurden festgesetzt. Auch wurde der Antrag gestellt 8 ehemalige Kavalleristen als Reiter in Uniform an die Spitze des Festzuges einzureihen. Diese Aufgabe übernahm unser langjähriges Ausschussmitglied und ehemalige Kavallerist Andreas Maier. Am 5. Juni war Ausschusssitzung. Es wurde als Festlokal unser altes Stammlokal Gasthof zur Post bestimmt, wo wir schon seit 90 Jahren seit der Gründung des Vereins unseren Sitz haben. Lokal des Patenvereins bei der Fahnenweihe soll die Seerose sein. Punkt II war Musikfragen, welche mit Herrn Musikmeister Reil besprochen und abgemacht wurde. Auch einige Einzeichnungslisten wurden dem Kassier abgeliefert. Am 12. Juni war eine der Festausschuss-sitzungen. Es wurden dann die Züge zusammengestellt. 1. Zug:  Patenverein an der Spitze, Musik-Kapelle Parsberg-Wies, Führer Martin Lindner. 2. Zug: Musik-Kapelle Bayrischzell Führer Alois Staudacher. 3. Zug:  Spitze Musik-Kapelle Fischbachau, Führer Josef Jennerwein. Der Festverein mit Musik-Kapelle Reil-Schliersee soll außer den 3 Zügen eingeteilt werden. Das Oberkommando über sämtliche Züge wurde Alois Mödl übertragen. Die letzte Festausschusssitzung am 19. Juni . Sämtliche Festjungfrauen, Fahnenbraut und Fahnenmutter wurden hierzu eingeladen. Die Führung hierzu übernahm unser Festausschuss-mitglied Sebastian Landstorfer und Stöger. Es wurden die Prologe vorgetragen, welche tadellos eingelernt waren. Es wurden dann an sämtliche Jungfrauen die Arbeiten verteilt die sie bei der Fahnenweihe zu besorgen haben. Als Altveteranen-Führer wurden die Festausschussmitglieder Mayer August, Kuchler Ludwig, Kiehlechner Gottlieb und Auracher Georg bestimmt, welche ihre Anweisungen in Empfang nahmen. Zur Dekoration beziehungsweise Latschen und Buschen herbeizuschaffen haben sich die Festausschussmitglieder Schmotz Josef, Schliersmeier Wolfgang, Sonnenstatter Georg, Hofberger Josef, Auracher Georg bereit erklärt. Die Dekoration selber übernahm Fahnenmutter, Fahnenbraut und Festjungfrauen und verschiedene Frauen unserer bewährten Mitglieder. Als dann der ganze Aufbau zur bevorstehenden Fahnenweihe in den Festausschusssitzungen erledigt war, und die Arbeiten alle in guten Händen waren, dankte I. Vorstand für das treue Zusammenhalten im Verein und schloss mit dem Wahlspruch „In Treue fest“ die letzte Festausschusssitzung.

25.-26. Juni 1927 - 90 jähriges Stiftungsfest des Veteranen-

 und Kriegervereins Schliersee

Neunzig Jahre Leben und Wirken des Veteranen und Kriegervereins liegt im Strom der Zeit. Das der heutige herrliche Festtag mit seinen bedeutsamen Vorabend gaben Zeugnis, dass im Verein trotz der Stürme der Zeit bestes Leben zählt. Wochen angestrengter Arbeit und fieberhafter Tätigkeit gingen diesem alten Kriegerfeste voran. Die Trauerserenade mit Fackelzug am Vorabend an der sich der Jubelverein sowie sämtliche Ortsvereine äußerst zahlreich beteiligten war durch teilweise einsetzenden Regen etwas beeinträchtigt, dass als die Musik den alten bayerischen Zapfenstreich spielte blinkten schon einige Sterne vom Himmel und man freute sich schon auf einen schönen sonnigen Jubeltag. Am Festtag hallt um 5 Uhr früh vom alten Weinberg die Böller ihre ehernen Grüße ins Land trugen, zog ein gar seltener schönes Sonntagmorgen herauf. Gar bald wurde es auf den Straßen und vor dem Vereinslokal zur alten Post lebendig. Die ersten Vereine wurden von der wachen Festmusik empfangen. Die Altveteranen sowie die Jungfrauen des Patenvereins kamen mit Auto Finsterlin und Waitzinger an. Die Fahnenbraut und Fahnenmutter wurden mit Fuhrwerk Färber abgeholt ins Vereinslokal gebracht. Um 1/2 10 Uhr standen am Bahnhofsplatz 40 Vereine mit Fahnen wohl geordnet zum Kirchenzug. Voran ritten 4 schneidige ehemals gediente Chauveleger in Augsburger und Dillinger Friedensuniform und Lanzen mit weiß blauen Fähnchen. Am Schlusse des Zuges folgten die drei schön dekorierten Gespanne der Lohnkutscher Georg Schreier, Thomas Löw und Johann Färber mit 15 Altveteranen. Um 10 ½ Uhr war die Pfarrkirche bereits gefüllt mit Kriegskameraden. Hochwürdiger Herr Pfarrer und Dekan Obermeir hielt einen sehr schönen Festgottesdienst. Vor dem Weiheakt gedachte er den 15 Gründer des Vereins. Nach beendigter Feldmesse zog man durch beiderseits dichtumsäumten von Zuschauern zum Festplatz im Schrödlgarten. Die Reihenfolge des Festaktes war folgend: Fahnenbraut, Fräulein Elisabeth Antretter übergab ihrem ausgezeichnet Prolog, die neue Fahne dem Festverein. Hierbei spielte die Musik und Tambour den Fahnenmarsch. Namens der Festjungfrauen sprach Frl. Dora Six mit Bandübergabe an Patenverein von Parsberg-Wies den Prolog mit Dankspruch und Bandübergabe an Patenverein Frl. Lisl Stöger. Frl. Anna Eham übergab das von Max Hohenleitner gestiftete Trauerband der gefallenen Helden. Nun sprach die Fahnenmutter Frau Elise Stöger und stiftete ihr Band an die neue Fahne. Herrn Obersekretär Fleischmann Miesbach hielt die Ansprache des Patenvereins. Den Schluss bildete die sehr gut vorgetragene Festrede von unserem 1. Vorstand Lorenz Leitner. Nachdem die Erinnerungsbänder an die Vereine verteilt waren, folgte die Aufstellung zu dem farbenprächtigen Festzug: Marschrichtung Bahnhofsstraße – Seerose – Staber – Karl Haider-Straße – Seestraße bis Hotel Edelweiß – zurück zur alten Post. Der dritte Zug nahm sein Quartier beim Huberwirt (Hotel am See) Zweiter Zug: Messnerwirt. Erster Zug und Patenverein Gasthof Seerose. Der Jubelverein, die Altveteranen und Festjungfrauen versammelten sich zum Festmahl in unserem schön dekorierten Postsaal, wo gar bald die fröhlichste Festtagsstimmung herrschte, wie auch in allen anderen Standquartieren die Musikkapellen konzertierten bei dem schönen Sonntag der einen richtigen Gartenbetrieb hervorbrachte. Alte Kriegserinnerungen und zurückliegende Waffentaten des langen Weltkrieges wurden wieder wach und hielten die alten Soldaten lange zusammen. Wohlbefriedigt wurde überall der schöne Verlauf des Festes besprochen. Für den Festverein war es eine besondere Ehre, das uralte Bild seines einstigen Mitbegründers Egid Offenbacher Irgenbauer von Attenberg Feldzügler von 1812 in Russland in seinen Reihen zu tragen. Im Laufe des Nachmittags wurde von Herrn Photograph Roth eine Erinnerungsaufnahme gemacht. Als nun der rührige Festausschuss ein paar frohe Stunden hinter sich hatte, war bereits die Zeit des Scheidens herangerückt. Mit klingenden Spiel voran die 4 Chauveleger zu Fuß begleitete der Jubelverein seine lieben Nachbar- und Brudervereine zu den Abendzügen. Ein letzter Händedruck das schöne Wort Auf Wiedersehen so ging dieser herrliche in die Geschichte des Veteranen und Kriegervereins Schliersee unvergessliche und hochbedeutsame Jubeltag seinem Ende zu. In großer Dankbarkeit wollen wir all den zahlreichen Stiftern und Spendern, so wie den wackeren Mitarbeitern des Jubelfestes gedenken. Vor allem danken wir unserem Kamerad Herrn Schreinermeister Alois Staudacher für den gediegenen geschmackvolle unentgeltliche Einrahmung der drei Kriegschroniken. Herrn Kamerad Ludwig Kuchler für sein wackeres Eingreifen zur Erreichung unseres Zieles. Besonderer Dank unserem lieben Mitgliedes Herrn Sebastian Landstorfer für seine unermüdlich Sammeltätigkeit wo er mit einer ungeahnt hohen Summe alle Finanzierungssorgen erschlug. Dem Führer der Altveteranen Herrn Kamerad August Mayer für die Beschaffung der nötigen Fuhrwerke und Mitarbeit der Geldsammlung mit Landstorfer. Herrn Kamerad Alois Mödl für die Bereitstellung des Bodenbelages auf der Festbühne. Den Herren Schmotz Josef und Stadler Johann von Althausham für die Geld-sammlung und das herbei bringen von Latschen und Daxen. Herrn Georg Auracher und Martin Rank für Sammlung und Dekoration. Kamerad Wolfgang Schliersmair und Georg Hofberger für Dekoration. Nicht zuletzt danken wir unserer Fahnenmutter Frau Elise Stöger für ihr zielbewusstes Eingreifen in der Dekoration wo im Verein mit Fahnenbraut und Festjungfrauen alles aufs Herrlichste geziert wurde. Auf ein herzliches „Vergelts Gott“ für die schönen Bänder die an die neue Fahne und die umfassende Geldspende der Fahnenbraut, Fahnenmutter und Festjungfrauen bei dem Feste. Vielen Dank auch Herrn Max Hohenleitner für die Stiftung des schönen Trauerbandes zur neuen Fahne und für seine aufopfernde Tätigkeit bei der Dekoration. Herrn Altbürgermeister Nikolaus Bammer unser altbewährtes Mitglied der stets für unseren Verein bedacht ist, für die Stiftung des Trauerflors und wegen seiner Mitarbeit sei herzlichst gedankt. „In Treue fest“ Anton Sommerauer, Kassier, Lorenz Leitner, 1. Vorstand, Stöger, Schriftführer.

 

Vereinsjahr 1928

26. Februar 1928 - 91. Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Nach üblicher Bekanntmachung in den beiden Miesbacher Zeitungen fand heute die ordentliche Generalversammlung statt, mit folgenden Punkten: Jahresbericht, Rechnungsabschluss und Neuaufnahmen. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, dass der Verein 8 Kameradendurch Tod verlor. Antretter Kaspar pers. Bergmann 30. April 1927, Schaller Ferdinand Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918 24. Juli 1927, Leitl Josef pens. Bergmann Feldzugsteilnehmer 1914 - 1918, Fohr Karl Kommerzienrat Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918 27. August 1927, Löw Thomas Lohnkutschereibesitzer Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918 1. September 1927, Finsterlin August Veteran 1870 -1871 12. September 1927, Bartl Kaspar Maurermeister 26. November 1927 und Ashton Heinz prakt. Arzt Feldzugsteilnehmer 1914 – 1918 12. Februar 1928. Neuaufnahmen sind 14 zu verzeichnen, ausgetreten bzw. verzogen sind 7 Mitglieder. Ferner ist zu entnehmen, dass der Verein heuer ein sehr arbeitsreiches, jedoch für den Verein sehr ersprießliches Jahr hinter sich hat. Den Beweis hierfür ist die neue Fahne, welche nebenbei noch eine schöne Summe Geldes in die Vereinskasse fließen ließ. Es ist dies nur dem einmütigen Zusammengreifen des Vereins zu verdanken möge weiterhin solche Eintracht walten. An Festlichkeiten beteiligten wir uns, weiß-blauer Bayerntag in Hausham am 21. Mai, Kriegerdenkmalseinweihung in Tegernsee 11. September, bei Fronleichnam, Kriegergedächtnisfeier am 14. November. Bei der Leonhardifahrt beteiligte sich der Verein mit Fahne sehr zahlreich. Herrn Gottlieb Kiehlechner Ehardtbauer in Fischhausen sei hiermit der herzlichste Dank auszusprechen für die Bereitstellung des schönen Wagens. Beim goldenen Hochzeitjubiläum unseres Ehrenmitgliedes Herrn Xaver Fischer am 10. August waren mehrere Mitglieder anwesend, wobei ihm von der Kasse ein kleines Geschenk übergeben wurde. Zu Weihnachten wurde an einige Mitglieder und Altveteranen aus der Vereinskasse ein kleines Geldgeschenk überwiesen. Unsere alte Fahne wurde von der Kunststickerei Herrmann Jahn in Rosenheim wieder tadellos in Standgesetzt. Die Kasse des Vereins, in mustergültiger Weise geführt von Kassier Anton Sommerauer wurde mit größter Zufriedenheit entgegengenommen. Neuwahl zur Vorstandschaft bei 57 anwesenden Kameraden:

1. Vorstand:            Leitner Lorenz Schliersee                        56 Stimmen

2. Vorstand:            Rank Martin Schliersee                           51 Stimmen

1. Schriftführer:     Stöger Josef Schliersee                            55 Stimmen

2. Schriftführer:     Landstorfer Sebastian Schliersee         55 Stimmen

Kassier:                     Sommerauer Anton Schliersee             54 Stimmen

1. Fahnenjunker:   Leitner Georg Oberleiten                        54 Stimmen

2. Fahnenjunker:   Mair Andreas Miesbach                          34 Stimmen

3. Fahnenjunker:   Schmotz Josef Hausham                         44 Stimmen

Die übrigen Ausschussmitglieder wurden durch Zuruf gewählt:

Bammer Nikolaus Schliersee, Stadler Lorenz Hausham, Duffner Ludwig Westenhofen, Kiehlechner Gottlieb Schliersee, Reil Georg Westenhofen, Wagner August Schliersee, Dachner Michl Agatharied und Stadler Johann Hausham. Vereinsdiener Küntzler Ferdinand.

Bei Wünsche und Anträge wurde besprochen jeden Todesfall von Mitgliedern in den Miesbacher Zeitungen zu inserieren um somit die Beteiligung des Vereins bei Beerdigungen zu stärken. Es wurden dann noch einige Neuaufnahmen gemacht. Vorstand Lorenz Leitner ermahnte noch für fernere Treue zum Verein und schloss somit die 91. Generalversammlung.

J. Stöger - 1. Schriftführer.

29. April 1928 - Der Veteranen- und Kriegerverein Schliersee beging heute Vormittag in feierliche Weise seinem 91. Gründungstag mit Feldmesse in der Pfarrkirche und Gefallenenehrung. Ein stattlicher Zug bewegte sich um 10.00 Uhr unter Marschtritt von 8 Tambouren und der Schlierseer Kurkapelle durch den Ort zur Kirche. Hochwürdiger Herr Dekan Obermaier hielt die Predigt und gedachte dabei auch der im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern des Vereins und dem Stifter des Jahrtages Johann Mayergünther Schober in Fischhausen. Eine kleine Gedächtnisfeier vor der Kriegerkapelle, bei der der Liederhort Schliersee ein Lied sangen, und die Musiker das Militärgebet und den „Guten Kameraden“ spielte, beschloss die kirchliche Feier. Unter schneidigen Marschklängen zog darauf der Verein zum Vereinslokal „Gasthof zur Post“ wo sich der Zug auflöste. Abends fand dort der übliche Ball statt, der obwohl nicht zum Besten besucht, aber doch in bester Harmonie verlief.

Stöger - 1. Schriftführer.

 

Vereinsjahr 1929

29. Februar 1929 - Aus dem Jahresbericht 1928 ist zu entnehmen das der Verein im verflossenen Jahr 13 neuaufgenommene Kameraden zu verzeichnet hatte. Ausgetreten, bzw. verzogen sind 15 Mitglieder. Mit Tod abgegangen sind 6 Mitglieder und zwar folgende: Stögmeier Andreas Zimmermeister 02. März 1928, Zanger Wilhelm Conditor, Kriegsteilnehmer 1915 – 1918, 28. Juli 1928, Leitner Kaspar Oberpost-schaffner 2. August 1928, Leitner Franz Zimmermeister 25. August 1928, Voißinger Josef Postsekretär Kriegsteilnehmer 1914 – 1917  25. November 1928 und Schmid Sixtus Kriegsteilnehmer 1870 – 1871 Abwinkl 12. Dezember 1928. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich die anwesenden Mitglieder von den Sitzen. Mitgliederstand an 24.02.1929 355 aktive und drei Ehrenmitglieder. Das 91. Stiftungsfest wurde am 29. April wie alljährlich festlich begangen. Ferners beteiligte der Verein beim Jahrtag in Agatharied, bei den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. Bei der Fahnenweihe des kath. Gesellenvereins Schliersee, bei der Fahnenweihe des Prüglervereins Schliersee – Miesbach und beim Stiftungsfest des kath. Arbeitervereins Schliersee, bei der Leonhardifahrt am 6. November in Fischhausen beteiligte sich der Verein mit Fahne sehr zahlreich. Gottlieb Kiehlechner Ehardtbauer von Fischhausen stellte uns auch heuer wieder seinen schönen Vierspänner-Wagen. Wofür ihm der Dank ausgesprochen wurde. Der Verein beteiligte sich ferner noch am 14. November bei der Krieger-gedächtnisfeier und beim Papstjubiläum am 17. Februar 1929. Ausschusssitzungen fanden 2 statt, am 22. April und 6. Dezember 1928. Zu einem neuen Fahnenkasten wurde uns von Johann Reisberger Deilbauer in Althausham der ansehnlich Betrag von 50 Mark gespendet. Im Hause des Herrn Altbürgermeisters Nikolaus Bammer durfte der Kasten mit den beiden Fahnen an einem schönen Platz kostenlos untergebracht werden. Die beiden Vereinsfahnen samt Inventar wurden bei der Münchner- Aachner Feuer-versicherungsgesellschaft versichert, und zwar 1.500 R. Mark. Die neue Fahne ist außerdem noch für Außen versichert und zwar auch mit 900 R. Mark. An einige kranke Mitglieder wurde im laufenden Vereinsjahr ein kleines Geldgeschenkaus der Kasse überwiesen. Zur Anschaffung von neuen Kirchenglocken in Westenhofen wurde als Spende vom Veteranen und Kriegerverein der Betrag von 100 Mark bewilligt. Es soll dabei die große Glocke den Namen Kriegerglocke erhalten, welche bei Aussegnung und Beerdigung von Kriegern geläutet wird. Es wurde dann noch der Zeitpunkt des heurigen Stiftungsfestes bekannt gegeben. Somit beschloss der 1. Vorstand die 92. Generalversammlung.

 

Stöger - 1. Schriftführer.