Chronik von 1950 bis 1959

1950  Wer hätte geglaubt, dass wir in diesem Buche noch die Jahreszahl 1950 erwähnen würden. Bevor dieses Buch zu treuen Händen nach Schliersee abgeliefert wird, kann noch ein weniges bei dem Zeitgeschehen verweilt werden. Unsere rachsüchtigen Feinde wollen ihre Rache bis zum Äußersten auskosten. Die glorreichen Sieger, als welche sie sich ausgeben, scheinen doch heillose Angst vor dem deutschen Soldaten zu haben, anders lässt sich nicht erklären die Herausgabe von Bekanntmachungen über Waffenablieferung. Alles ist zu fürchten war ihre Devise, Messer mit einer Klingenlänge von über 8 cm, alte Seitengewehre, Hirschfänger u.s.w. Wie leicht könnte man hiermit Widerstand leisten, abliefern nur abliefern. Luftgewehre, die man sonst zu Weihnachten den Kindern vererbte, sind gefährlich Sachen. Eine Trommel, man könnte damit Alarm schlagen, her damit, der Franzose der großen ritterlichen Nation bangt um seine Sicherheit. Der Deutsche ist im Stande nur mit dem Stock bewaffnet nochmals die uneinnehmbare Maginot-Linie zu überschreiten. Jahrelang konnte man täglich  die schweren Sprengungen  deutscher Munition aus dem Hofoldinger Forst bis uns herein zu hören. Ich war selber einige Male Augenzeugen dieser Vernichtung. Nebenbei ließ man das deutsche Volk hungern damit sie mürbe werden sollten. Ausgesaugt wurden wir nach allen Regeln der Kunst. Betriebe, von denen man annehmen könnte, es könnte ein Artikel erstellt werden, der für einen Soldaten sich eignen würde, alles       abgerissen und vernichtet. Unsere Gefangenen wurden Jahre zurück behalten und heute am 15. Februar 1950 schmachten noch Hunderttausende in russischen Lagern. Engländer, Ami und Franzosen hatten Ende 1949 ihre Gefangenen zurückgeschickt, doch die Oststaaten brauchen dieselben noch notwendig zur Sklavenarbeit. Und da gibt es noch Deutsche die dieses für richtig halten! 1949 fing es an, wenigstens mit der Lebensweise ein wenig besser zu werden. Unsere Peiniger fingen an einzusehen, dass man von einer verhungerten Kuh keine Milch mehr heraus melken kann, doch ihren Profit verstehen sie immer noch zu kriegen. Angst vor der Polizei, ja nicht zu viele Mannschaften, es könnte auch die Polizei gefährlich werden. Lächerlich ist es, einem Schutzmann, der mit dem bewaffneten Ausländergesindel in der Großstadt zu tun hat, ganze 30 Schuss Munition zur Waffe zu geben.  Das Kapitel Ausländer ist allein schon bemerkenswert. In den Jahren nach dem Kriege wurden in vielen Fällen Bauernhöfe geplündert, die Leute einfach erschossen, genauso auch in den Städten, Morde an der Tagesordnung. Hier gebührt ein Lob der amerikanischen Militärpolizei und auch den Kriminalabteilungen, die griffen fest und energisch zu, machten kurzen Prozess mit dem Gesindel. So könnte man tagelang schreiben, was man alles auf dem Herzen hat. Hoffentlich bleib unser Vaterland lange Zeit verschont von einem weiteren Krieg. Unsere junge Mannschaft reicht für ihr Leben mit ihren Erlebnissen, sie will Ruhe haben. Doch die Mächtigen dieser Erde scheinen andere Absichten zu haben. Ob die beiden großen Rivalen Russland und Amerika mit ihren Trabantenstaaten nochmals die Klingen kreuzen werden? Und wann werden dieselben dann auch, wie sie es bei uns machten, die Schuldigen oder wahrscheinlich Schuldigen, Staatsmänner und Generäle, an den Galgen hängen oder unter das Fallbeil bringen? Eine Hoffnung stell ich fest, sie brauchen den Deutschen, die vom Westen und die vom Osten nach Mal recht notwendig. Vielleicht erhebt sich unser Heimatland doch noch einmal vom Boden und schüttelt das fremde Joch ab. Es kommt auch wieder eine freie Zeit, in der man fragen kann, wie vor Jahrhunderten „Passt auf, wann wieder mal der Deutsche kommt, und klopft hin auf seine Hosen, dann läuft die ganze alliierte Armee, samt Russen und Franzosen.“ Wir Alten dürfen es leider nicht  mehr erleben unser liebes Bayernland wieder frei zu sehen oder gar wieder  ein flottes Soldatenleben zu betrachten. Sohin dann Gott befohlen. Zu treuen Händen dieses Buch gegeben im März 1950. Bruckmair Leopold.

2. April 1956  Wiedererstehen des Veteranen und Kriegervereins Schliersee gegr.  1837. Wenn der letzte Schriftführer Leopold Bruckmair vor 1945 noch fest und hoffnungslos schrieb, dass ein Wiedererstehen der Vereinstätigkeit in der früheren Gestalt kaum mehr möglich sein wird, so hat sich doch dank der großartigen Staatsführung und der unverwüstlichen Arbeitskraft des deutschen Volkes inzwischen wieder geändert und gebessert. Allenthalben erstanden wieder viele Vereine in unserem Gau, darunter auch mehrere Veteranen- und Kriegervereine, die sich zur Aufgabe wieder machen wollen, diejenigen zu ehren, die durch ihren Einsatz für den Bestand des deutschen Volkes eintraten. Auf vielseitigen Wunsch von alten Vereins-kameraden des Veteranen- und Kriegervereins Schliersee, auch unseren Verein in alter Tradition wieder erstehen zu lassen, hatte der letzte Vorstand Karl Kögl alle früheren Mitglieder, am Ostermontag, den 02. April 1956 im alten Vereinslokal zur „Post“ per Postkarte zu einer Aussprache eingeladen. Die Aussprache erbrachte den dringende Beschluss der 34 Erschienenen, durch sofortige Bestimmung eines provisorischen Ausschusses, sowie baldige Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung, um den Verein wie in Vorkriegsjahren wieder zu seinem Ansehen zu bringen. Der Ausschuss, der aus den Kameraden Kögl, Landstorfer sen., Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Wiedemann Nikolaus, Kloiber Andreas, Ambos Max, Jennerwein Josef, Dietl Josef, Bartl Kaspar, und Ehrenhofer bestand, wurde beauftragt, unverzüglich an die Arbeit zu gehen. Max Ambos, Schriftführer.

7. April 1956  1. Ausschusssitzung im Gasthof zur Post Schliersee

Der von der Versammlung am 02.04.1956 aufgestellte provisorische Ausschuss fand bereits am 07.04.1956 im Gasthof zur Post zusammen, um über die weiteren Schritte zu beraten. Es wurde beschlossen, am 15. April 1956 im Vereinslokal eine Hauptversammlung anzuberaumen, wozu durch Inserat im Miesbacher Merkur alle ehemaligen Veteranen u. Krieger einzuladen sind. Die Tagesordnung sollte lauten: Neuwahl der Vorstandschaft und des Ausschuss, Festsetzung des Jahresbeitrages und der Aufnahmegebühr, Aufnahme neuer Mitglieder, Wünsche und Anträge. Max Ambos, Schriftführer

15. April 1956  1. Außerordentliche Hauptversammlung: Durch ein Inserat im Miesbacher Merkur hatte der Verein in das Gasthaus zur „Post“ eingeladen und es erschienen leider nur 35 Kameraden. Auf gesonderte Einladung erschienen aber auch der 1. Bürgermeister Eugen Minholz, Ehrenvorstand Leitner, ehemalige Schriftführer L. Bruckmaier, Kamerad Kuchler von Agatharied, sowie die Vertreter der Presse. Provisorischer Vorstand Karl Kögl eröffnete die Versammlung mit der Begrüßung aller Anwesenden und einem Trauergedenken für die im Kriege und nachher gefallenen und verstorbenen Kameraden, den die Anwesenden durch Aufstehen Ausdruck gaben. Nachdem Kamerad Sebastian Landstorfer die letzten Berichte des früheren Schriftführers Bruckmeier von 1946 – 1950 vorgelesen hatte, das die dortigen Verhältnisse in drastischer Weise schilderte, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Auf die Frage des Vorstandes, ob der Verein weitergeführt werden soll und die Versammlung dafür sei, entwickelte sich eine rege Diskussion. Die älteren Mitglieder waren wieder mit Eifer dabei, dass der Verein in alter Tradition weiter geführt werden solle und bedauerten hauptsächlich. Dass zu wenig junge der Einladung gefolgt seien. Auch Bürgermeister Minholz begrüßte es, dass sich wieder Männer gefunden haben, den ältesten Schlierseer Verein ins Leben zurückzurufen, der sich der Aufgabe widmen solle, ehemalige Soldaten und Krieger, die sich für unser Vaterland eingesetzt, zu ehren und wenn möglich in Not zu helfen. Für die Jungen sprach Rank Martin und Hirtreiter Kaspar, die ihren Standpunkt darlegten, dass für sie das Geschehen und die Folgen des letzten Krieges noch in zu starker Erinnerung seien, sie sprachen aber auch davon, dass sie die Kameradschaft, die im Kriege so oft zum Ausdruck kam, nie vergessen werden und in schönster Erinnerung bleiben wird. Bei der Abstimmung waren alle Anwesenden für den Fortbestand des Vereins. In der nun folgenden Tagesordnung wurden zu Punkt 1, Neuwahlen des Vorstandes und des Ausschusses auf Vorschlag des Bürgermeisters per Akklamation einstimmig gewählt, bzw. mit wenigen Ausnahmen:

1. Vorstand  Kögl Karl, 2. Vorstand Rank Martin, Schriftführer Ambos Max, Kassier Landsdorfer Sebastian sen., 1. Fahnenjunker Jennerwein Josef, 2. Fahnenjunker Schrädler Josef. Ausschussmitglieder: Ehrenhofer Josef, Kloiber Anderl, Wittmann Nikolaus, Dietl Andreas, Hirtreiter Kaspar jun. Leitner Lorenz, Ehrenvorstand, hat jederzeit das Recht mit Sitz und Stimme im Ausschuss mitzuwirken. Ein Vereinsdiener und ein Hilfskassier konnten noch nicht festgesetzt werden. Punkt 2: Der Jahresbeitragt wurde vorläufig wieder auf 2 Mark pro Jahr festgesetzt, die Neu-Aufnahmegebühr sollte 1 Mark betragen. Punkt 3: Aufnahme neuer Mitlieder. Es wurden vier neue Mitglieder aufgenommen und dabei wurde der dringende Wunsch laut, dass bald mehr von den jüngeren dem Verein beitreten. Punkt 4: Wünsche und Anträge. Da der Verein leider ohne den geringsten Barbestand in der Kasse wieder anfangen muss, wurde vom Kassier Landsdorfer um Einzahlung der Jahresbeiträge gebeten, was von allen Anwesenden gerne befolgt wurde. Es waren mehrere dabei, die ein Übriges taten und durch Mehrleistung dem Verein besser auf die Füße halfen. Leider musste auch bekannt gegeben werden, dass der letzte Kassenbestand von 1945 in Höhe von fast 1000 Mark, den der verstorbene Kassier Alois Mödl verwaltete, durch Verfügung der amerikanischen Militärverwaltung vollständig eingezogen wurde und verloren ging. Vorstand Kögl schloss die einmütig verlaufene außerordentliche Hauptversammlung nach 2 stündiger Dauer mit dem Wunsche und der Bitte um weiteres gutes Zusammenarbeiten.  Max Ambos, Schriftführer.

 

15. Februar 1957  Am heutigen Sonntag fand nach üblicher Bekanntmachung und Ausschreibung im Miesbacher Merkur die ordnungsgemäße Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee statt. Vorstand Kögl eröffnete die Versammlung mit dem alten Wahlspruch „ In Treue fest“ begrüßte die 35 erschienen Kameraden und gab die Tagesordnung bekannt, aus welcher zu entnehmen war, dass im verflossenen Jahr 36 neue Mitglieder aufgenommen wurden. Mitgliederstand von heute ist 131. Gestorben sind 9 Kameraden: Kuchler Ludwig, Agatharied, Mayerhofer Johann, Rosenberger Andreas, Markreiter Josef, Mayer Richard, Mayer Ludwig, Aschka Johann, Zanger Fritz und Ambos Max. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich die Versammelten von den Sitzen. Hierauf verlas der Schriftführer den Jahresbericht 1956 wofür ihm gedankt wurde. Es folgte der Kassenbericht von Sebastian Landsdorfer, für seine mustergültige Führung wurde ihm gedankt und Entlastung erteilt. Nun wurde zur satzungsgemäßen Neuwahl geschritten. Das Ergebnis lautete: 1. Vorstand Martin Rank, 2. Vorstand Karl Kögl, Kassier Sebastian Landsdorfer, Schriftführer Josef Ehrenhofer, 1. Fahnenjunker Josef Jennerwein, 2. Fahnenjunker Josef Schrädler, Hilfskassier Josef Hekl, Ausschussmitglieder Reiter Franz, Kloiber Andreas, Weber Xaver, Dietl Andreas, Wiedemann Nikolaus, Ehrenvorstand: Lorenz Leitner mit Sitz und Stimme im Ausschuss. Der Jahresbeitrag den der Zeit entsprechend und bis zur kommenden 120 Jahrfeier vor der Tür steht, zu niedrig ist, entstand eine Diskussion. Durch Abstimmen wurde dann der Beitrag auf 3 DM und die Aufnahmegebühr auf 1 DM festgesetzt. Nun erfolgte die Einzahlung der Beiträge, welche von vielen Kameraden befolgt wurde. Durch Bitte und Hinweis auf das bevorstehende Fest wurden Stimmen laut „Betreff“ einer Spende, welche dann zur größten Zufriedenheit ausfiel. Vorstand Rank dankte unserem bisherigen 1. Vorstand Kögl für die viele Arbeit am Wiedererstehen des Vereins und sprach die Bitte aus, um weitere gute Zusammenarbeit. Hierauf schloss der Vorstand die 120. Generalversammlung. Schliersee, den 15. Februar 1957 Schriftführer Ehrenhofer.

Jahresbericht 1956 Zum ersten Mal seit der Wiedererstehung beteiligte sich der Verein an einer öffentlichen Feier. Am Pfingstmontag, 31 Mai 1956 nahm der Verein auf Einladung mit Fahnenabordnung an der Gedenktafelenthüllung auf dem Weinberg teil. Der Bund der Schlierseer stiftete für die 52 Gefallenen des Bundes Oberland eine Gedenktafel, und niemand wird dem unschönen Holzkreuz nachtrauern. Zur Einleitung der Feier las Pfarrer Widholz eine Messe, welche durch Singen und Chorale der drei Schlierseer Buam verschönt wurde. Anschließend Enthüllung und Weihe der Gedenktafel. Ansprachen hielten und Kränze legten nieder Führer und Angehörige des Bundes Oberland. Und somit ging die Feier bei strahlendem Sonnenschein auf einem der schönsten Fleckerl von Schliersee zu Ende. Ferner beteiligte sich der Verein an der Fronleichnamsprozession. Der Volkstrauertag nahm heuer an Ansehen und Gestaltung wieder zu. ¾ 10 am Gasthof zur Post Aufstellung der Vereine, unter dem Kommando unseres Ehrenvorstandes und Hauptmannes der Gebirgsschützenkompanie Leitner Lorenz und den Klängen der Musikkapelle Reil setzte sich der prächtige Zug in Bewegung. Nach dem kirchlichen Teil versammelten sich Verein und Bevölkerung an der Kriegergedächtniskapelle wo Pfarrer Widholz die Trauerfeier einleitete. Ehrende Ansprachen und Niederlegung von Kränzen durch Bürgermeister Minholz, Vorstand Kögl und Manfred Kugler. Die Musikkapelle intonierte den „Guten Kameraden“  der Zug formierte sich wieder unter klingendem Spiel ging es zurück zum Vereinslokal, wo sich der Zug auflöste. Der Tod hat ferner wieder Einzug gehalten. Gestorben sind die Kameraden:  Mayerhofer Johann, Kuchler Ludwig, Rosenberger Andreas, Margreiter Josef, Mayer Richard, Meier Ludwig, Aschka Johann, Zanger Fritz und Ambos Max. Den Verstorbenen wurde durch Beteiligung und Stellung der Musikkapelle bei der Beerdigung die letzte Ehre erwiesen, drei Schuss Salut übers Grab, das Lied vom „Guten Kameraden“ und als letzten Gruß  senkte sich die Fahne. Unser Schriftführer Max Ambos der aus dem Bericht über Wiedererstehen des Vereins in diesem Buch verewigte, wurde vom Vorstand Kögl noch besonders geehrt, durch Nachruf und Kranzniederlegung. Ausschusssitzungen wurden 4 abgehalten. Neuaufnahmen 36, Mitgliederbestand 131. Und somit geht der 110. Jahresbericht zu Ende. Schriftführer i.V. Ehrenhofer Josef  Schliersee, den 27. Januar 1957.

15. Februar 1957 Am heutigen Sonntag fand nach üblicher Bekanntmachung und Ausschreibung im Miesbacher Merkur die ordnungsgemäße Generalversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee statt. Vorstand Kögl eröffnete die Versammlung mit dem alten Wahlspruch „ In Treue fest“ begrüßte die 35 erschienen Kameraden und gab die Tagesordnung bekannt, aus welcher zu entnehmen war, dass im verflossenen Jahr 36 neue Mitglieder aufgenommen wurden. Mitgliederstand von heute ist 131. Gestorben sind 9 Kameraden: Kuchler Ludwig, Agatharied, Mayerhofer Johann, Rosenberger Andreas, Markreiter Josef, Mayer Richard, Mayer Ludwig, Aschka Johann, Zanger Fritz und Ambos Max. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich die Versammelten von den Sitzen. Hierauf verlas der Schriftführer den Jahresbericht 1956 wofür ihm gedankt wurde. Es folgte der Kassenbericht von Sebastian Landsdorfer, für seine mustergültige Führung wurde ihm gedankt und Entlastung erteilt. Nun wurde zur satzungsgemäßen Neuwahl geschritten. Das Ergebnis lautete: 1. Vorstand Martin Rank, 2. VorstandKarl Kögl, Kassier Sebastian Landsdorfer, Schriftführer Josef Ehrenhofer, 1. Fahnenjunker Josef Jennerwein, 2. Fahnenjunker Josef Schrädler, Hilfskassier Josef Hekl, Ausschussmitglieder Reiter Franz, Kloiber Andreas, Weber Xaver, Dietl Andreas, Wiedemann Nikolaus, Ehrenvorstand: Lorenz Leitner mit Sitz und Stimme im Ausschuss. Der Jahresbeitrag den der Zeit entsprechend und bis zur kommenden 120 Jahrfeier vor der Tür steht, zu niedrig ist, entstand eine Diskussion. Durch Abstimmen wurde dann der Beitrag auf 3 DM und die Aufnahmegebühr auf 1 DM festgesetzt. Nun erfolgte die Einzahlung der Beiträge, welche von vielen Kameraden befolgt wurde. Durch Bitte und Hinweis auf das bevorstehende Fest wurden Stimmen laut „Betreff“ einer Spende, welche dann zur größten Zufriedenheit ausfiel. Vorstand Rank dankte unserem bisherigen 1. Vorstand Kögl für die viele Arbeit am Wiedererstehen des Vereins und sprach die Bitte aus, um weitere gute Zusammenarbeit. Hierauf schloss der Vorstand die 120. Generalversammlung. Schliersee, den 15. Februar 1957 Schriftführer Ehrenhofer.

13. April 1957 Am heutigen Tag hielt der Veteranen und Kriegerverein eine Ausschusssitzung ab. Es handelte sich „Betreff“ 120 Jahrfeier. So wurde von den Ausschussmitgliedern, welche sämtliche anwesend waren, beschlossen die 120 Jahrfeier am 3. Sonntag im Mai, am 12. Mai abgehalten. Ferner wurde beschlossen, da der Kassenbestand noch nicht so gut ist, dass Fest im kleineren Rahmen zu gestalten. Schliersee, den 13. April 1957 Ehrenhofer Josef, Schriftführer.

12. Mai 1957 120 jähriges Stiftungsfest des Veteranen und Kriegerverein Schliersee. Der alten Tradition und der 322 Gefallenen waren wir es schuldig, die Trauer zu halten und deshalb den Verein wieder ins Leben zu rufen. Die kleine Schar werkte zu sehend und so konnten wir auf das Fest vorbereiten.  Der Festtag bracht an, , auch das Wetter war uns gnädig, die Kriegerkapelle und das Vereinslokal wurden mit Tannengrün geschmückt, und die Häuser bekamen Fahnenschmuck. Bald wurde es auf den Straßen und vor dem Vereinslokal lebendig, Die Nachbarvereine Parsberg – Wies und Agatharied trafen ein. Um ¾ 10 Uhr war Aufstellung zur Kirchenparade, das Trommlerkorps und die Musikkapelle Reil an der Spitze, es reihten sich ein die Nachbarverein Parsberg Wies und Agatharied am Schluss der Festverein. Zum Einmarsch der Fahnen spielte die Musikkapelle den Präsentiermarsch. Und unter klingendem Spiel ging es zur Kirche. Kaplan Ripper zelebrierte die heilige Messe, die Musikkapelle verschönte sie. In seiner Ansprache erinnerte unser Kaplan in einem Geschichtsabriss der letzten 150 Jahre vom Kampf gegen Napoleon an bis heute und unter anderem sprach er die Hoffnung aus, dass die neue Wehrmacht niemals ernstlich gebraucht wird. Die Fahnenabordnungen traten nochmals an der Kriegergedächtniskapelle an, Kaplan Heinz Ripper hielt den Weiheakt. Zuerst sprach Lorenz Leitner als Ehrenvorstand des Veteranen und Kriegervereins, er nannte die 15 Gründer des Vereins. In nachgesetzter Rede begrüßte der Weindl Lenz den mit kernbayerischen Handschlag den hoch-geschätzten Nachbar- und Patenverein Parsberg – Wies. Ebenso kamerad-schaftlich begrüßen wir aber auch unseren Patenverein, den Veteranen und Kriegerverein Agatharied. Er erinnerte daran, dass hier an diesem heiligen Ort 322 Namen von Gefallenen Kriegern stünden. Als Symbol der Übergabe kreuzten sich die alte Tradition und unsere Fahne und der Weindl Lenz übergab das Wort dem jungen Vorstand des Vereins. Martin Rank erklärte , dass seine Generation zwischen zwei Weltkriegen aufgewachsen sei, nun stünden sie als junge Männer und doch schon als Veteranen an der denkwürdigen Stätte dieser Kriegerkapelle und wollten mit Ernst eine 120 jährige Tradition übernehmen, erhalten und fördern.  Martin Rank legte dann zum Gedenken an die längst verstorbenen Gründer des Vereins sowie aller gefallenen und verstorbenen Kameraden einen Kranz nieder. Die Musikkapelle Reil intonierte den „Guten Kameraden“, drei Schuss donnerten über Schliersee. Die Vereine nahmen wieder Aufstellung und unter schneidiger Marschmusik ging es zurück zum Vereinslokal, wo sich der Zug auflöste. Karl Kögl, der bei der Auflösung im dritten Reich und Wiedergründung Vorstand war, ihm wurde, ebenso Sebastian Landsdorfer beim Kameradschaftstreffen für sein Wirken herzlichst gedankt. Es folgte ein langes gemütliches Beisammensein bei großer kameradschaftlicher Unterhaltung. Und die Musikkapelle Reil erfreute uns mit seinen schönen Weisen und Märschen. Schliersee, den 12. Mai 1957  Schriftführer Sepp Ehrenhofer.

26. Januar 1958 Im abgelaufenen Jahr sind dem Verein 25 neue Mitglieder beigetreten. Gestorben sind drei Kameraden Bauer Johann, gestorben am 15.04.1957, Reisberger Johann, gestorben am 24.05. 1957, Rieder Kaspar gestorben am 11.09.1957. Den Verstorbenen wurde bei Beerdigung durch Fahnenabordnung die letzte Ehre bewiesen. Johann Reisberger von Hausham schenkte dem Verein 60 Mark, welche zum Ankauf einer Fahnenspitze verwendet wurden. Ihm sprach Vorstand Rank am Grab dankende Worte und legte einen Kranz nieder. Mitgliederstand von heute ist 156.  Das 120 jährige Stiftungsfest wurde am 12. Mai 1957 in eindrucksvollerweise begangen.  Es wurde teilgenommen an den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. Ferner beteiligte sich der Verein am 21. Juli beim 50 jährigen Gründungsfest des Veteranen und Kriegervereins Neukirchen sowie beim Kriegerjahrtag in Parsberg. Am 2. November war Ausschusssitzung „Betreff“ Leonhardifahrt. Es wurde beschlossen daran sich zu beteiligen. Die Einladung war in den Händen des Vorstandes. Für das Zustandekommen und herbei schaffen von Wagen (Besitzer Herr Rimt Neuhaus) Geschirr Herr Hofrat Dietzl und Pferde Schnitzenbaumer Attenberg, soll Nikolaus Wittmann, sowie den Beisitzer herzlich gedankt sein. Der Volkstrauertag wurde auch wieder in eindrucksvoller Weise begangen. ¾ 10 Uhr Aufstellung sämtlicher örtlicher Vereine und Abmarsch zur Kirche. Pfarrer Widholz zelebrierte eine heilige Messe. Anschließend versammelten sich die Vereine und die Bevölkerung an der Gedächtniskapelle. Pfarrer Widholz vollzog den Weiheakt. Ansprachen hielten und Kränze legten nieder, Bürgermeister Minholz, Martin Rank , Leonhard Hollmann und Till (Heimatvertriebene). Die Musikkapelle spielte den „Guten Kameraden“. Der Liederhort verschönte die Feier durch seine Lieder. Die Vereine formierten sich wieder und marschierten zurück zum Gasthof zur Post, wo sich der Zug auflöste. Am 11. Januar war Ausschusssitzung und man legte die Jahreshauptversammlung auf den 26. Januar ½ 3 Uhr. Bevor wir zum Schluss des Jahresberichtes kommen, soll Sebastian Landsdorfer nochmals für sein unermüdliches Wirken und Werben herzlich gedankt sein. Schliersee, den 26. Januar 1958 Schriftführer Josef Ehrenhofer.


 

1959 25. Januar  122. Jahreshauptversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Durch Anschrift und Anschreiben im Miesbacher Merkur, fand am heutigen Sonntag die ordnungsgemäße Jahres-hauptversammlung statt. Vorstand Rank eröffnete die Versammlung mit dem alten Wahlspruch „In Treue fest“ begrüßte die 55 erschienenen Kameraden  und ging dann zur Tagesordnung über, aus welcher zu entnehmen war, dass 11 neue Mitglieder beigetreten und 8 Kameraden gestorben sind. Georg Klausner, Leopold Rudisch, Johann Buchberger, Georg Reiter, Josef Hofberger, Josef Holneicher, Josef Hinterseer, und Ludwig Schultes. Zum Zeichen der Trauer wurde die Versammlung gebeten, sich von den Sitzen zu erheben. Mitgliederstand von heute ist 167. Es wurde der Jahresbericht des Schriftführers verlesen, darauf folgte der Kassenbericht von Sebastian Landsdorfer, welche in bester Ordnung befunden wurde.. Es wurde ihm dafür der Dank ausgesprochen. Nach der Tagesordnung ergriff Vorstand Rank wieder das Wort und unter anderem sprach er auch an die Versicherung der Fahnen und Regenüberzug für die Fahnen, es entstand eine längere Diskussion. Beides wurde für gut befunden. Und schon am 07. Februar wurde mit Münchner Firma eine Versicherung abgeschlossen. Und auch ein Regenüberhang wurde bald angeschafft. Da nichts mehr Besonderes vorlag schloss Vorstand Rank die Versammlung. Schliersee, den 25. Februar 1959   J. Ehrenhofer, Schriftführer.

 

Jahresbericht 1959   Im abgelaufenen Jahr sind dem Verein 57 neue Mitglieder beigetreten. 1 Mitglied ist verzogen. Gestorben sind 9 Kameraden. Kriegbaum Johann, Krämer Valentin, Bartl Kaspar, Duffner Ludwig, Kiehlechner Gottlieb, Hartl Josef, Killer Quirin, Bruckmeier Leopold und Kürbisch Vinzenz. Den Verstorbenen wurde bei Begräbnis mit Fahnenabordnungen, drei Schuss ins kühle Grab, und spielen des „Guten Kameraden“ die letzte Ehre erwiesen. Für Gottlieb Kiehlechner, der früher Vorstand war und Bruckmeier Leopold. Der sich jahrelang als Schriftführer betätigte, sprach Martin Rank am offenen Grab Worte des Dankes und legte einen Kranz nieder. Mitgliederstand von heute 215 Mann.  Jahrtagfeier am 19. April. Um ¾ 10 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug. Zum Einzug der Fahnen spielte die Musikkapelle den Präsentiermarsch. Ohne Musik, bei strömenden Regen Abmarsch zur Kirche. Pfarrer Widholz las eine heilige Messe, gedachte der verstorbenen Mitglieder und hielt eine schöne Ansprache. Nach der Kirche Aufstellung vor der Kriegergedächtniskapelle nach der Segenserteilung von Pfarrer Widholz hielt Vorstand Rank eine der Feier angepasste schöne Rede. Die Musikkapelle spielte den „Guten Kameraden“ und die drei Schuss ertönten. Bei klingendem Spiel, die Tamboure an der Spitze wurde bei anhaltenden Regen auf dem kürzesten Weg zum Gasthof Post marschiert. Es begann das gemütliche Beisammensein, die Musikkapelle unterhielt uns mit schönen Weisen bis in den frühen Nachmittag. Vorstand Rank begrüßte alle anwesenden Kameraden und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass trotz des schlechten Wetters sich so viele junge und besonders die Alten so zahlreich beteiligten und unter anderem sprach er auch Kamerad Landsdorfer seinen Dank aus für seine Werbetätigkeit. Nun sprach Ehrenvorstand Lorenz Leitner dankende angepasste Worte an unsere scheidende Herbergsmutter Frau Zenta Weinländer. Es wurde ein Strauß Nelken überreicht und die Musikkapelle spielte ihr zu Ehren eine schöne Weise. 2. Vorstand Kögl sprach einige Worte wegen der Beteiligung an der Fronleichnamsprozession in Neuhaus. Die gesellige Unterhaltung ging weiter bis zum Abend. Der Verein beteiligte sich an den Fronleichnamsprozessionen in Schliersee und Westenhofen. In diesem Jahr zum ersten Mal beteiligte sich der 2. Vorstand Kögl mit Fahnenabordnung in der neuen Kirche in Neuhaus an Fronleichnam. Ferner beteiligte beim 125 jährigen Stiftungsfest Valley-Höhenkirchen sich unser Verein. Es war ein schönes Fest. Organisation und Ausführung verdienen ein Lob. Jeder von uns Teilnehmern sagte schön wars, es reute mich nicht, dass ich mitgefahren bin. Auf der Heimfahrt wurde noch der Bau der Mangfall Brücke besichtigt. Am Fest Leonhard konnte wegen Pferdemangel sich der Verein nicht beteiligen. Am 15. November war Volkstrauertag. 10.15 Uhr Kirchenzug sämtlicher örtlicher Vereine am Schluss des Gottesdienstes Aufstellung in der Kriegerkapelle nach dem Weiheakt: Für den Veteranenverein  hielt Vorstand Rank eine schöne für den Tag angepasste Rede, der Liederhort verschönte die Feier, die Musikkapelle spielte das Lied vom „Guten Kameraden“ und die üblichen drei Schuss ertönten zu Ehren der Gefallenen und Vermissten.  Unser jüngstes Mitglied Erich Kogler, der vor kurzem den Soldatendienst ablegte und bei uns Mitglied wurde, wir hoffen, dass er sich in unserer Runde wohlfühlt. (1. Reservist der Bundeswehr im Veteranen und Kriegerverein Schliersee)

J. Ehrenhofer Schriftführer.


 

Chronik von 1960 bis 1964

1960 - 17. Januar  123. Jahreshauptversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. Am heutigen Sonntag, den 17. Januar 1960 fand nach üblich Einladung und Bekanntmachung in der Heimatzeitung die ordnungsgemäße 123. Jahreshauptversammlung statt. 1. Vorstand Martin Rank eröffnete sie mit dem alten Wahlspruch „In Treue fest“ und begrüßte die 65 erschienenen Kameraden. Die Tagesordnung war folgende: 1. Bericht des Vorstandes 2. Kassenbericht, 3. Neuwahl und 4. Wünsche und Anträge, sowie Aufnahme neuer Mitglieder. In seinem Bericht gab Vorstand Rank einen Rückblick über das erfolgreich, verflossene Vereinsjahr. Die vielen Neuzugänge sind ein Beweis der Verbundenheit bei den Veteranen und Kriegern. Gestorben sind 9 Kameraden: Johann Kriegbaum,  Valentin Krämer, Kaspar Bartl, Ludwig Duffner, Gottlieb Kiehlechner, Josef Hartl, Quirin Killer, Leopold Bruckmeier und Vinzenz Kürbisch. Zum ehrenden Gedenken erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen. Der heutige Mitgliederbestand beläuft sich auf 218 Mann. Nähere Einzelheiten über den Jahresablauf vermittelten der Bericht des Schriftführers Ehrenhofer der wegen Krankheit der Versammlung fernbleiben musste, dem aber von der Vorstandschaft ein Sonderlob ausgesprochen wurde. Kassier Sebastian Landstorfer erläuterte die Einnahmen und Ausgaben. Seine Kasse wurde wie immer in bester Ordnung befunden. Nach der Entlastung der alten Vorstandschaft kam es zu Neuwahlen, die jedoch kaum Änderungen erbrachte. Durch Stimmzettel wurde von 63 abgegebenen Stimmen mit 62 Stimmen Martin Rank wieder zum 1. Vorstand gewählt. Durch Akklamation wurde einstimmig gewählt der 2. Vorstand Karl Kögl sen., Kassier Sebastian Landstorfer, Schriftführer Xaver Weber, 1. Fahnenträger Josef Jennerwein, 2. Fahnenjunker Josef Schrädler, Hilfskassier Josef Heckl, Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Ausschussmitglieder: Ehrenhofer Josef, Reiter Franz, Bartl Lorenz, Dietl Anderl, Wiedmann Klaus und Kloiber Andreas.  Nach der Wahl wurden Wünsche und Anträge behandelt. Über einen Vereinsball und Ausflug wurde lebhaft diskutiert. Erkundigungen sollen erst über diese Vorschläge eingeholt werden. Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Weindl ergriff dann das Wort. Er verlas aus dem Gründungsbuch von 1837, dass er im Jahre 1919 vom damaligen Vorstand Haltmeier „zum Müller in der Mühl“ erhalten hatte, die interessanten Einzelheiten und Satzungen des Veteranen und Kriegervereins Schliersee. In würdiger Form, versehen mit einer feierlichen Widmung übergab er dieses historische Buch an den jetzigen 1. Vorstand Martin Rank. Im Schlusswort dankte dieser für das entgegengebrachte Vertrauen und ersuchte die Kameraden um weitere gute Zusammenarbeit zum gedeihen des Vereins. Kameradschaft und Geselligkeit, ohne Politik und ohne kriegerische Schwärmereien sollen im Veteranen und Kriegerverein stets hochgehalten werden. In diesem Sinne schloss 1. Vorstand Rank die 123. Ordentliche Jahreshauptversammlung.  Schliersee, den 20. Januar 1960  X. Weber, Schriftführer.

 

Jahresbericht 1960 des Veteranen und Kriegervereins Schliersee

 

Das vergangene, erfolgreiche Vereinsjahr brachte einen Neuzugang an Mitglieder von 22 Kameraden, sodass der heutige Mitgliederstand 236 Mann ist. Gestorben sind 4 Vereinskameraden: Thrainer Lorenz, Neuhaus, Kropf Franz, Schliersee, Steinlechner Josef, Hausham und Antretter Michael, Schliersee. Den Verstorbenen wurde beim Begräbnis mit Fahnenabordnung Ehrensalut und Lied vom „Guten Kameraden“ die letzte Ehre erwiesen. Die Auslage für Musik übernahm der Verein, an Stelle einer Kranzspende! Der Jahreshöhepunkt war wieder der Vereinsjahrtag, das 123. Stiftungsfest am 8. Mai 1960. Bereits am Vorabend kündigte nach altem Brauch ein dreifacher Böllersalut das Fest an. Kurz vor 10 Uhr spielte die Kurkapelle zum Fahnenausmarsch den bayerischen Präsentiermarsch. Bei strahlendem Sonnenschein setzte sich der stattliche Kirchenzug unter dem Kommando von 1. Vorstand Martin Rank in Marsch. In der Kirche bekundete ein Kriegergrab den eigentlichen Sinn des Tages. Eine feierliche Feldmesse zum Gedächtnis der gefallenen und verstorbenen Kameraden wurde von Herrn Pfarrer Widholz zelebriert. In seiner Ansprache führte er aus, so verschieden die heutigen Anlässe, hier der Kriegerjahrtag, dort Muttertag sind, so haben sie doch eine große innere Verbundenheit. Der Soldat im Felde hat am besten schätzen gelernt, was Mutter und Frau wert ist und ihr zu Liebe, Not und Elend ertragen. An der Kriegergedächtniskapelle legte 1. Vorstand Rank im Namen des Vereins als Zeichen der Dankbarkeit einen Kranz nieder. In seinem eindrucksvollen Nachruf mahnte er, den gefallen Kameraden stets ein ehrendes Gedenken zu bewahren. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ schloss der ernste Teil des Jahrtages. Auf dem Rückmarsch zum Vereinslokal spielte die Kurkapelle alte Märsche und auch in der Post wurde bis in den Nachmittag hinein das Konzert von ihr bestritten. Gemütlichkeit und Unterhaltung verbanden die Kameraden des 1. Und 2. Weltkrieges und auch die jungen Bundeswehr-Reservisten, die schon Vereinsmitglieder sind, fühlten sich wohl. Vorstand Rank dankte allen Mitarbeitern und Vereinskameraden, die durch die Teilnahme beitrugen dem 123. Stiftungsfest einen schönen Verlauf zu sichern. An den Fronleichnams-prozessionen  in Schliersee, Westenhofen und Neuhaus beteiligte sich der Verein. Am 21. August 1960 nahm der Veteranen und Kriegerverein am 110 jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe des Veteranen und Kriegervereins Rosenheim teil. 102 Vereine – von Schliersee bis Niederbayern – und aus Tirol waren anwesend, ein Zeichen der Verbundenheit alter Kriegskameraden. Die teilnehmenden Vereinskameraden bereuten nicht die Anwesenheit an diesem großen Fest. Ein Zeitungsartikel erregte die Gemüter der Kriegsteilnehmer. Es handelte sich um Salutschießen und Grabmusik bei Beerdigungen von Kriegern. Es wurde ein Briefwechsel geführt und es bleibt bei uns wie es üblich war. Am Volkstrauertag beteiligten sich die meisten Ortsvereine am Gedächtnis-gottesdienst und der Heldenehrung. 1. Bürgermeister Minholz, der V.d.K. Vorstand und unser Vorstand Rank legten Kränze nieder. Seine Ansprache würdigte den Heldentod gebührend. Der Volkschor verschönte mit dem Andachtsjodler und dem „Andreas-Hofer-Lied“ die feierliche Handlung. Dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge trat der Verein kooperativ bei. 2 Ausschusssitzungen fanden statt. Schliersee, den 21. Januar 1961 X. Weber, Schriftführer

 

1961 Die Fahne von 1927 wurde restauriert. Dafür wurden 1.000 DM gesammelt durch Sebastian Landstorfer sen. Mitgliederstand 253  Mann

 

23. April fand das 124. Stiftungsfest statt. Nach üblicher Einladung und Bekanntmachung fand am heutigen Sonntag, den 22. Januar 1961, die 124. Ordentliche Jahreshauptversammlung statt. 1. Vorstand Martin Rank eröffnete sie und begrüßte mit dem alten Veteranengruß „In Treue fest“ die zahlreich erschienenen Vereinskameraden. Der Jahresbericht des Schriftführers folgte und aus ihm war zu entnehmen, dass der Verein zur Zeit 236 Mitglieder zählt. Vier Vereinskameraden sind im verflossenen Vereinsjahr gestorben. Es sind dies: Thrainer Lorenz, Kropf Franz, Steinlechner Josef und Antretter Michael. Durch Erheben von den Sitzen und einer Schweigeminute wurde ihrer ehrend gedacht. Aus dem Kassenbericht des unermüdlichen, sparsamen Kassiers Sebastian Landsdorfer sen. war zu ersehen, dass die Finanzen in bester Ordnung sind. Die Revision der Kameraden Greinwald und Fichtner bestätigte das. Nach dem unserem Kassier die Entlastung erteilt und gegen den Bericht des Vorstandes und Schriftführers nichts eingewendet wurde ging man zu Punkt Verschiedenes und Anträge über. Vorstand Martin Rank wies auf das kommende Jahr hin, in welchem der Verein auf sein 125 jähriges Bestehen zurückblicken kann. In etwas größerem Rahmen soll dieses Jubiläum gefeiert werden. Um in finanzieller Hinsicht eine entsprechende Rücklage für dieses historische Fest zu haben, wurde eine Beitragserhöhung angeregt. Auch die Vereinsfahne von 1927 bedarf nach vorgenommener Besichtigung, dringend einer Reparatur, die auch nicht billig sein dürfte. Dazu kommen noch andere Verteuerungen, wie Musik u.s.w. Die Anwesenden hatten volles Verständnis und nahmen einstimmig eine Erhöhung des Beitrages um 1,-- DM an. Auf einen Vereinsball und auf Vereinsausflüge wurde aus Gründen der Sparsamkeit heuer noch verzichtet. Vorstand Rank verlas aus dem ältesten Vereinsbuch einige hörenswerte Berichte aus dem Vereinsleben der damaligen Zeit. Unter anderem war darin verzeichnet, dass im Jahre 1871 an der Schiessstätte vom Verein eine Friedenseiche gepflanzt wurde. Ehrenvorstand Leitner, Weindl ergriff hierauf das Wort. Er übermittelte auch die Grüße von 1. Bürgermeister Minholz der sich von ihm entschuldigen ließ. Herr Pfarrer Widholz sprach dann über Kriegerehrung bei Begräbnissen, die noch am Grabe die Verbundenheit der ehemaligen Soldaten zeigen. Im Namen der Versammelten dankte Max Greinwald dem Vorstand für die eifrige Vereinsarbeit. Im Schlusswort führte Martin Rank aus: Von den Gründern des Vereins und unseren Vätern haben wir die Tradition übernommen, wollen sie erhalten und weiterpflegen. Mit diesen sinnvollen Worten schloss er die 124. Jahreshauptversammlung. Schliersee, den 22. Januar 1961  Weber, Schriftführer.

 

 

 

Jahresbericht 1961

 

Das abgelaufene Vereinsjahr brachte dem Verein einen Neuzugang von 18 Kameraden, der Mitgliederbestand ist nun 253. Gestorben sind die Kameraden, Georg Deckert und Franz Gerg. Bei der Beerdigung wurde ihnen mit Fahne und Grabmusik die letzte Ehre erwiesen. Das 124. Stiftungsfest fand am 23. April 1961 statt und war wieder der würdige Höhepunkt des Vereinsjahres. Viele ehemalige Soldaten beteiligten sich am stattlichen Kirchenzug der von den Tambouren und der Kurkapelle Reil angeführt wurde. Die älteste Fahne, zerschlissen und verwaschen in den beinahe 100 Jahren ihres Bestandes, konnte bei dem schönen Wetter mitgetragen werden und betonte so den historischen Charakter dieses Tages. In der Pfarrkirche fand ein feierlicher Feldgottesdienst zum Gedenken der gefallenen und verstorbenen Kameraden statt. Das Kriegergrab erinnerte manchen Teilnehmer an seinen, im fernen Land ruhenden, gefallenen Freund und Kameraden. Nach der kirchlichen Feier legte 1. Vorstand Martin Rank in der Kriegergedächtniskapelle einen schönen Kranz nieder. In seiner Ansprache führte er aus: Die Gründer des Vereins haben 1837 als Motiv des Veteranenjahrtages einen Satz gewählt der auch heute noch gilt. “Gott dem Herrn für glückliche Heimkehr aus Soldaten und Kriegszeiten zu danken und derer zu gedenken, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben lassen mussten. Nach dem Lied vom „Guten Kameraden“ marschierte der ansehnliche Zug ins Vereinslokal. Dort fand ein Standkonzert statt und verschönte die kameradschaftliche Unterhaltung der Mitglieder. Martin Rank dankte ihnen für die starke Beteiligung und sprach die Hoffnung und den Wunsch aus, dass wir auch das 125. Jubiläums Stiftungsfest in Frieden und guter Zusammenarbeit feiern können. 2. Vorstand Karl Kögl sen. dankte Rank für die rührige Vereinsleitung und dem nimmermüden Kassier Sebastian Landstorfer für die Sorge um eine inhaltsreiche Kasse. Die Fahne von 1927 wurde im März in Reparatur zur Firma Adam, Brannenburg gegeben und im August zur vollsten Zufriedenheit wieder abgeholt. Für den Transport stellte Rank seinen Wagen gratis zur Verfügung. Auch einige Neuerungen zur Fahne wurden angeschafft. Die Zweite bedarf einer Reparatur an der Fahnenstange, die Fahnenjunker Jennerwein mit Frau selbst ausgeführt. Frau Jennerwein sei besonders gedankt für die großzügige Sauberhaltung der Bänder und Schärpen. Eine Spendenliste zur Fahnenreparatur wurde aufgestellt und unserer erfahrener, unersetzlicher Kassier Wastl Landstorfer brachte einen großen Erfolg zu Stande. An der Fronleichnamsprozession in Schliersee, Westenhofen und Neuhaus beteiligte sich der Verein. Am 30. Juli 1961 kam der Veteranen und Kriegerverein Töging am Inn auf Besuch. Die hatten vorher schon mit unserem Verein Fühlung aufgenommen und das Treffpunktlokal bestimmt. Es war ein schöner, gemütlicher Nachmittag mit viel Musik und guter Laune. Besonders von der Seerundfahrt, zu der die Schlierseer Kameraden auf die Schönheiten hinwiesen, begeisterte die Töginger Kameraden und ihre Angehörigen. Mit einer guten Beteiligung am Heldengedenktag bezeugte der Veteranen und Kriegerverein Schliersee seine innerliche wie äußerliche Verbundenheit mit den gefallenen und verstorbenen Kameraden. Vorstand Martin Rank hielt eine gebührende Ansprache und legte für den Verein einen schönen Kranz nieder. Vier Ausschusssitzungen fanden statt. Schliersee, den 20. Januar 1962  Xaver Weber, Schriftführer

 

 

 

Vereinsjahr 1962

 

21. Januar1962 - 125. Jahreshauptversammlung des Veteranen und Kriegervereins Schliersee gegr. 08.09.1837   Nach üblicher Einladung durch Karte und einer Bekanntmachung in der Heimatzeitung fand am Sonntag, den 21. Januar 1962 um 14 Uhr die 125. Ordentliche Jahreshauptversammlung statt. Im Post-Saal war an der Stirnseite das Bild von Egid Offenbacher aufgehängt worden. Mit dem verpflichtenden Veteranengruß „In Treue fest“ eröffnete der 1. Vorstand Martin Rank die sehr gut besuchte Versammlung. Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Vorbereitung des Gründungsfestes und 4. Wünsche und Anträge.  Martin Rank ging in seiner Ansprache auf die vergangenen 125 Jahre ein, die Grund genug sind ein feierliches, würdiges Jubiläum zu feiern. Dem Bericht des Schriftführers war zu entnehmen, dass der Verein nun 225 Mitglieder zählt. Gestorben sind im vergangenen Vereinsjahr die Kameraden Georg Deckert und Franz Gerg. Der Kassenbericht von Kassier Sebastian Landstorfer sen. war wieder peinlich genau. Die Revision bestätigte das. Der Kassenstand ist sehr befriedigend. Besonders sei hier die Sammlung des bewährt Kassiers für die Fahnenerneuerung erwähnt und die Gebefreudigkeit der Schlierseer Bevölkerung gelobt. Nachdem Kassier Landstorfer für seine vorbildliche Kassenführung Entlastung erteilt wurde und gegen die Jahresberichte keine Einwände kamen, ging Vorstand Rank zum Punkt 3. Der Tagesordnung über. Als Jubiläums-Festtag wurde der 20. Mai 1962 festgesetzt.  In nicht zu großen Rahmen, mit Beteiligung der Nachbarvereine aus dem Landkreis und der Ortsvereine soll das Jubelfest gefeiert werden. Als Festplatz ist die Pfarrwiese vor der St. Sixtus Kirche vorgesehen. Die Kurkapelle Schliersee wird Festmusik und wird am Vorabend bei den Gefallenenehrungen spielen. Der Liederhort wird hierzu um Mitwirkung gebeten. Bergfeuer von der Bergwacht abgebrannt, sollen die weite Umgebung an die Gefallenen erinnern und auf den kommenden Festtag hinweisen. Nachdem das Programm festgelegt war, verlas Vorstand Rank die Satzung aus der Vereinschronik vom 08. September 1837 und die größeren Begebenheiten der vergangen 125 Jahre. Dem nunmehrigen 2. Vorstand Karl Kögl dankte er für seine Verdienste um das Wiederbeleben des Vereins  Ehrenvorstand Leitner gab wertvolle Ratschläge für die 125 Jahrfeier.  Bei der folgenden Jahresbeitragszahlung hatten die meisten Kameraden ein freiwilliges Scherflein übrig für die größeren Ausgaben des Festes. Nachdem die erneuerte, schöne Fahne besichtigt war, richtete Vorstand Rank die Bitte an die Versammlung und an die Bevölkerung dazu beizutragen, dass das Jubiläum einen würdigen Verlauf nimmt und schloss die

 

125. Jahreshauptversammlung. Schliersee, den 21.01.1962  Xaver Weber, Schriftführer.

 

Jahresbericht vom Jubiläumsjahr 1962   Das vergangene, ereignisreiche Vereinsjahr nahm einen schönen, erfolgreichen und würdigen Verlauf. 24 Neumitglieder konnte man verzeichnen, verstorben waren die Kameraden: Schneider Lorenz, Gack Nikolaus, Kloiber Josef, Bratzel Fritz, Hannes Andreas, Sachs Josef, Schmied Johann und Gröschl Ferdinand. Mitgliederstand ist am heutigen Tage 267. In der Ausschusssitzung am 23.09.1961 nahm die Vorbereitung des 125. Gründungsjubiläums seinen Anfang. Als Termin des Festes wurde der 20. Mai 1962 und als Festplatz die Pfarrwiese bestimmt. In der 125. Jahreshauptversammlung wurden von den Teilnehmern viele gute Ratschläge für das Fest gegeben. Anfangs März ergingen die Einladungen  an die 22 Veteranen und Kriegervereine des Landkreises Miesbach, sowie an die Ortsvereine und an die Veteranen und Kriegervereine Rosenheim und Töging, mit welchen schon kameradschaftliche Beziehungen bestanden. Am 25. April 1962 fand eine Festausschusssitzung statt in der die letzten Beschlüsse gefasst wurden. 1. Bürgermeister Minholz sagte die Hilfe der Marktgemeinde zu. Die Quartierfrage wurde gelöst, der Festzeichenverkauf festgelegt und 2.500 Festzeichen bestellt. Als Festprediger wurde Pfarrer Ripper, früher Schlierseer Kaplan vorgeschlagen und angeschrieben. Die Zugseinteilung erfolgte und die Leiter der Züge wurden benannt.  Immer näher rückte der Festtag und es gab noch viel zu erledigen. Im „Miesbacher Merkur“ erschienen eindrucksvolle, lange Berichte über die Vereinsgründung und das Vereinsleben des Veteranen und Kriegervereins Schliersee in den vergangenen, bewegten 125 Jahren. Die Mitarbeiterin der Heimatzeitung hat in verdienstvoller Weise diese klaren Berichte verfasst. Auch 1. Bürgermeister und Vereinskamerad Minholz richtete im „Miesbacher Merkur“ ein Grußwort an die teilnehmenden Vereine und beglückwünschte den Jubelverein. Am 19. Mai 1962 wurde mit Hilfe des gemeindlichen Bauhofes der Freialtar auf der Pfarrwiese aufgestellt inmitten blühender Bäume und herrlicher Naturkulisse und eine Lautsprecheranlage vorbereitet. Die Quartiere wurden mit der Jubiläumszahl und mit weiß/blau dekoriertem, frischem Laub geschmückt. Am Abend um 19.00 Uhr waren die Heldenehrungen an den drei Schlierseer Gefallenengedächtnisstätten festgesetzt. Strömender Regen setzte ein und die Ehrung in Westenhofen musste ausfallen gelassen werden. In aller Stille wurde hier ein Kranz niedergelegt, ebenso am Oberlanddenkmal auf dem Weinberg. Ein langer Zug bewegte sich trotz des starken Regens zur Kriegerkapelle, wo 1. Vorstand Rank nach den kirchlichen Gebeten einen schönen Kranz mit mahnenden Gedenkworten niederlegte. Die Kurkapelle intonierte das Lied vom „Guten Kameraden“ und der Liederhort Schliersee sang ein ergreifendes, angepasstes Lied. Hiermit bezeugte er seine Verbundenheit mit dem Veteranen und Kriegerverein Schliersee. Hierauf wurde zum Ehrenmal am Rathaus marschiert, wo ebenfalls eine würdige Gedenkfeier unter gleicher Mitwirkung stattfand und vom Vorstand Martin Rank ein Kranz niedergelegt wurde. Die Bergwachtgruppe Schliersee entfachte trotz des starken Regens auf den Schlierseer Bergen, bei Einbruch der Dunkelheit, Gedenkfeuer zu Ehren der Gefallenen der Marktgemeinde Schliersee, eine wirkliche kameradschaftliche Tat. Nach den Gedenkfeiern saßen viele Kameraden vom Liederhort und Veteranenverein gemütlich bei Lied und Musik der Kurkapelle beisammen. Sternenhimmel gab die Hoffnung auf schönes Wetter am Festtag den 20. Mai 1962. Mit Kanonendonner wurde die Bevölkerung geweckt. Aber leider regnete es wieder in Strömen und so musste das Festprogramm in aller Eile umgeändert werden. Die Feierlichkeiten wurden in die Kirche verlegt. Die auswärtigen Vereine kamen mit Bussen und Privatautos an. Im Fest - Büro (Touropa/ Reisebüro) nahmen sie Festzeichen, Quartier- und Zugseinteilung und übereifrige Taferlbuben in Empfang. Die Teilnahme war trotz des schlechten Wetters nicht schlecht und es wurde ein Kirchgang von gewaltigem Ausmaßes. Um 09.45 Uhr war Zusammenstellung auf dem Bahnhofsplatz. An der Spitze das verstärkte Trommlerkorps, dann die ebenfalls verstärkte Kurkapelle. Dann folgte der 1. Zug unter Führung von Max Greinwald der auch die Gesamtzugsleitung hatte. Voran die drei Fahnen des Jubelvereins. Sechs Schalkfrauen mit seidenen weißblauen Kissen, auf welchen Fahnen- und Erinnerungsbänder lagen, schlossen sich an. Diese Schalkfrauen, es waren Frl. Lisl Antretter, Frau Anni Fischer, Frau Dora Hüter, Frau Babette Reiter, Frau Kathi Schrädler und Frau Anni Maier haben schon eine über dreißig jährige Verbindung mit dem Veteranen- und Kriegerverein Schliersee, denn bei der 90 Jahr- und Fahnenweihe 1927 waren sie schon Fahnenbraut bzw. Ehren-jungfrauen. Im Zug folgten nun die Jubilare des Vereins und die vielen Vereinsmitglieder. Die Fahnenabordnung der Ortsvereine bildeten den Schluss des 1. Zuges.  Der V.d.K. Ortsverband hat keine Fahne und bewies durch eine Geldspende seine Verbundenheit. Der 2. Zug unter der Führung von Ludwig Nachtmann wurde angeführt von der Musikkapelle Niklasreuth, die der Patenverein Parsberg – Wies mitbrachte.  Der 2. Zug bestand aus den Vereinen: Parsberg-Wies, Agatharied, Wall, Neukirchen, Irschenberg, Hartpenning und Holzkirchen. Quartier war der Gasthof Alpenrose. Der 3. Zug unter der Führung von Hubert Geißenberger hatte an der Spitze die Musikkapelle Elbach. Es folgten die Vereine Elbach (der stärkste teilnehmende Verein), Fischbachau, Bayrischzell, Valley-Höhenkirchen, Waakirchen, Schaftlach und Töging. Quartier war der Gasthof Seerose. Der 4. Zug stand unter der Führung von Franz Reiter. Angeführt wurde er von der Musikkapelle Agatharied. Er bestand aus den Vereinen: Rosenheim, Bad Wiessee, Egern-Kreuth, Tegernsee und Bad Kreuth. Quartier war Hotel Wendelstein. Von den eingeladenen Vereinen nahmen nicht am Festzug teil: Niklasreuth, Gmund, Weyarn, Warngau und Föching. Folgende Ortsvereine beehrten den Jubelverein mit Fahnenabordnungen oder zeigten anderweitig ihre Verbundenheit. Gebirgsschützenkompanie, die beiden Trachtenvereine, Edelweißverein, Prüglerverein, Krankenhausunter-stützungsverein, Turn und Sportverein, Feuerwehr mit Absperrdienst, Rotes Kreuz mit Zugsbetreuung, Bergwacht, Liederhort, V.d.K. und die Gesellschaft für Wehrkunde. Nachdem der Kirchenzug in der St. Sixtus Kirche angekommen war, nahmen die 27 schönen Fahnen Aufstellung vor dem Altar und die überaus vielen ehemaligen Soldaten füllten den großen Raum des schönen Gotteshauses. Herr Pfarrer Widholz hielt eine feierliche Feldmesse. Die eindrucksvolle Festpredigt von Herrn Pfarrer Ripper war auf Völker-verständigung und echte hilfsbereite Kameradschaft ausgerichtet. Als Kriegsteilnehmer kennt er ja die Nöte der Soldaten aus eigener Erfahrung. Die Erinnerungsbänder konnten nach der feierlichen Wiederweihe der erneuerten Fahne durch großes Entgegenkommen unseres Vereinskameraden Pfarrer Widholz schon in der Kirche von den Schalkfrauen an die 27 Fahnen geheftet werden. Nach der Feldmesse war an der Kriegerkapelle noch eine Gefallenenehrung. Unter Ehrensalut senkte sich der Fahnenwald und das neue Trauerband wurde an die renovierte Fahne gebunden. Ein schneller Entschluss wurde gefasst und der Bahnhofsplatz vor dem Gasthof Seerose wurde Festplatz. Die Vereine nahmen Aufstellung und Vorstand Rank hielt die große Festansprache mit Begrüßungs- und Dankesworten an die Bevölkerung und Festteilnehmer. Ehrenvorstand Lorenz Leitner, zugleich 2. Bürgermeister hieß die Teilnehmer im Namen der Marktgemeinde willkommen. Der feierliche Festakt erhielt seinen Höhepunkt mit dem sinnvollen Prolog, vorgetragen in einwandfreier Betonung von der Fahnenbraut der Fahnenweihe von 1927, Frl. Lisl Antretter. Nachdem übergab sie die erneuerte Fahne in die Hände vom 1. Fahnenjunker Josef Jennerwein. Mit dem Ende der Feierstunde war der Zeitpunkt des Einrückens in die Quartiere gekommen. Sie waren alle übervoll belegt und alte Marschmusik erklang zur Freude der Kameraden. Die Brauereien hatten Freibier gespendet und das trug auch zur guten Stimmung bei die bald überall herrschte. Im Gasthof zur Post, dem Vereinsquartier seit 1837 grüßte von der Wand das dekorierte Bild des Vereinsmitbegründers Egid Offenbacher. Der ganze Saal war prächtig hergerichtet dem Jubelfest gebührend. Nach dem gemeinsamen Mittagessen schritt die Vorstandschaft zur Ehrung verdienter und treuer, langjähriger Mitglieder. Wegen ihrer Verdienste um das Wiederbeleben des Vereines nach dem 2. Weltkrieg wurden der ehemalige und derzeitige 2. Vorstand Karl Kögl sen. und der verdienstvolle Kassier Sebastian Landsdorfer sen. Zu Ehrenmitgliedern ernannt. Sie erhielten auch das Ehrenkreuz für 50 jährige Mitgliedschaft beim Veteranen und Kriegerverein. Auch folgende Jubilare erhielten diese Auszeichnung: Josef Lechner (61 Jahre Mitglied), Georg Rieder (60 Jahre Mitglied), Korbinian Wittmann (57 Jahre Mitglied), Peter Acher (56 Jahre Mitglied), Georg Auracher (54 Jahre Mitglied), Paul Autenzeller (52 Jahre Mitglied), Josef Dietl (50 Jahre Mitglied), Georg Leitner (50 Jahre Mitglied) und Georg Nachtmann. Von nun an sind die Geehrten auch beitragsfrei. Freie Bewirtung erhielten diese treuen Kameraden an diesem Jubeltag. Ebenso erhielten die über 80 Jahre alten Mitglieder kostenlose Verköstigung. Eine gute kameradschaftliche Stimmung herrschte, wie sie nur bei ehemaligen Soldaten sein konnte. Die Kurkapelle verdiente sich ein Sonderlob. Lobend sollen auch die fleißigen Festzeichen Verkäuferinnen erwähnt werden, die trotz des schlechten Wetters einen guten Erfolg erzielten. Die Quartiermütter, Frau Zenta Jörg war überaus großzügig. Ihr gilt auch der Dank des Vereins. Ein Rundgang durch die Vereinsquartiere überzeugte die Vorstandschaft von dem guten kameradschaftlichen Geist und der gemütlichen Stimmung die überall bestand. Erst in den Abendstunden nahmen viele auswärtige Kameraden Abschied von Schliersee, wo es ihnen sicher gut gefiel. Auch im Gasthof Post hielten die Veteranen des Jubelvereins noch lange aus und waren froh über den schönen Festverlauf des 125. Gründungsjubiläums.

 

Der Veteranen und Kriegerverein beteiligte  sich wie üblich an den Fronleichnamsprozessionen. Einer Einladung des Veteranen und Kriegervereins Hartpenning zum 100. Gründungsfest mit Fahnenweihe wurde am 15. Juli 1962 wurde mit ca. 30 Mann Folge geleistet. Über die gute Organisation und den schönen Ort gab es viel Lob. Mit dem Wetter hatten die mehr Glück. Bei der Aufstellung des Kirchenzuges regnete es zwar, doch verlief der Festakt und der Festzug ohne Niederschläge. Nur der starke Wind machte den Fähnrichen arg zu schaffen. Im Kloster Reutberg wurde gute Mittagsverpflegung gefasst. Mit den Privatautos der Mitglieder ging es frohgelaunt nach Schliersee zurück, wo bei Vereinskameraden Fichtner noch gemütliche Einkehr gehalten wurde. In der Ausschusssitzung am 29.09.1962 wurde die Abhaltung eines Jubiläums-balles beschlossen, der dann am 10. November 1962 in der Post stattfand. Der Besuch war gut, die Stimmung sehr gut und alle Teilnehmer waren begeistert von der fleißigen Musikkapelle Reil, die auch mit der Verlängerung einver-standen war. Finanziell war der Ball zwar kein Erfolg, ausschlaggebend war ja die gutgelungene Wiedereinführung nach über 30 Jahren des früher sehr beliebten Balles und die Pflege der Kameradschaft. Der Volkstrauertag fand am 18. November 1962 statt. An Stelle der unschönen Gedächtnisstätte in Westenhofen wurde an der frischrenovierten Martinskirche ein großes Kreuz und eine Marmorgedenktafel  zur mahnenden Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege angebracht, die an diesem Tag unter Teilnahme der Fahnenabordnung des Veteranen und Kriegervereins kirchlich geweiht wurde. Nach der Kranzniederlegung von Vorstand Rank wurden die drei Strophen des „Guten Kameraden“ gesungen. In Schliersee fand der Gedenkgottesdienst um 10.15 Uhr unter großer Beteiligung der Ortsvereine und der Bevölkerung statt. An der St. Nikolai Kriegerkapelle legten 1. Bürgermeister Minholz, 1. Vorstand Rank und V.d.K. Ortsvorsitzender Rosenauer Kränze nieder. Die Bitte an den Herrgott uns den Frieden zu erhalten und der Welt, Recht und Freiheit zu schenken war an dieser ehrwürdigen Gedächtnisstätte der Inhalt der von 1. Bürgermeister und Vorstand Rank gehaltenen Ansprachen. Das Jubiläumsjahr 1962 ist vergangen und wir hoffen, dass auch die kommenden Jahrzehnte friedliche, gedeihliche Vereinszusammengehörigkeit bringen. In Treu fest. Schliersee, den 19. Januar 1963  Xaver Weber, Schriftführer.

 

 

Vereinsjahr 1963

 

20. Januar 1963 – 126. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post. 267 Mitglieder hat der Verein. 24 Neuaufnahmen. 8 Kameraden sind im abgelaufenen Jahr verstorben. Neuwahlen: 1. Vorstand Martin Rank, 2. Vorstand Karl Kögl, Kassier Josef Schötz und Schriftführer Xaver Weber. 1. Fahnenjunker Josef Jennerwein, 2. Fahnenjunker Josef Schrädler, 3. Fahnenjunker Andreas Dietl.

 

20. April verschied der langjährige 1. und 2. Vorstand Karl Kögl sen. Große Teilnahme der Kameraden bei seiner Beerdigung. Wastl Landstorfer wurde ersucht den vakanten Posten des 2. Vorstandes im Verein zu übernehmen, was er auch machte.

 

20. Mai - 126. Stiftungsfest mit der Festpredigt in der Kirche durch unser Mitglied Pfarrer Wiedholz. Kranzniederlegung durch den 1. Vorstand Martin Rank vor der Kriegerkapelle anschließend Rückmarsch zum Vereinslokal.

 

26. Mai Übernahme der Patenschaft beim Veteranen- u. Kriegerverein Elbach, anlässlich des 90. Gründungsfestes mit Fahnenweihe, 70 Mann beteiligten sich. Besonders hervorzuheben die Beteiligung von vier Bundeswehrsoldaten die den Schlierseer Verein begleiteten und damit die Verbundenheit mit den ehemaligen Soldaten zum Ausdruck brachten.  Teilnahme an der Fronleichnamsprozession, Teilnahme beim Empfang des Kardinal Döpfners. Volkstrauertag Kranzniederlegungen durch den 1. Bürgermeister Minholz und den 1. Vorstand des Veteranen- und Kriegervereins Schliersee Martin Rank. Ein geplanter Vereinsball wurde bedingt durch erhöhte Ausgaben im Vereinsjahr auf das Jahr 1964 verschoben.

 

Vereinsjahr 1964

 

18. Januar 1964 - 127. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post in Schliersee. Mitgliederstand 260 Mann. 11 Kameraden sind im abgelaufenen Vereinsjahr verstorben. In der fälligen Nachwahl wurde Wastl Landstorfer als 2. Vorstand bestätigt. Ersatzmann als Fähnrich wurde Michael Gasteiger. Lorenz Leitner, Ehrenvorstand dankte Martin Rank  für das Einsetzen um die Beibehaltung des Ehrensaluts bei Beerdigungen von Kameraden.  2. Vorstand Landstorfer betonte die Notwendigkeit der Neuwerbung von Mitgliedern, vor allem von Bundeswehrreservisten.

 

5. Mai - 127. Stiftungsfest nach althergebrachter Weise gefeiert. Martin Rank legte als 1. Vorstand einen schönen Kranz an der Kriegergedächtniskapelle nieder. Oberst a.D. von Hertlein legte extra einen Kranz für seine Vereinigung nieder. Rückmarsch ins Vereinslokal Gasthof zur Post. Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft für den Kameraden Ludwig Brandstetter.

 

19. Juli   Besuch des Veteranen und Kriegervereins Töging am Inn zu dessen 40 jährigen Gründungsjubiläum. Mit einem Bus wurde die Anreise getätigt. 64 Kameraden nahmen daran teil. Volkstrauertag wurde in würdiger Form gefeiert.

 

21. November wurde wieder ein Vereinsball abgehalten im Gasthof zur Post. Die Einnahmen waren mäßig! Spende für die Renovierung der St. Nikolaus-Kriegerkapelle.


 

Chronik von 1965 bis 1967

Vereinsjahr 1965

 

17. Januar 1965 - 128. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post. 257 Mitglieder hatte der Verein an diesem Tage. 14 Neuaufnahmen gab es zu verzeichnen.  Acht Kameraden verstarben im abgelaufenen Vereinsjahr.

 

9. Mai 128. - Stiftungsfest wurde mit guter Beteiligung abgehalten. Der 2. Vorstand Wastl Landstorfer vertrat den erkrankten 1. Vorstand Martin Rank und kommandierte den Festzug. Feldmesse und Kranzniederlegung an der Kriegergedächtniskapelle und kameradschaftliches Zusammensein im Gasthof zur Post. Ehrenvorstand Leitner dankte allen Teilnehmern für die große Teilnahme am Stiftungsfest.

 

27. Mai Der Veteranen- und Kriegerverein Wurmannsquick machte seinen Vereinsausflug nach Schliersee und besuchte uns in unserem schönen Gebirgsort. 2. Vorstand Wastl Landstorfer übernahm die Betreuung. Seerundfahrt auf dem Schliersee, Fahrt zum Spitzingsee, nach Birkenstein und kameradschaftliches Zusammensein am Abend in der Post. Teilnahme an der Fronleichnamsprozession in Neuhaus, Schliersee und Westenhofen beteiligte sich unser Verein.

 

15. Juni 2. Vorstand und Ehrenmitglied Wastl Landstorfer erlag an diesem Tag völlig unerwartet an einem Schlaganfall. Seit 1919 war er Mitglied im Verein, er war Schriftführer, Kassier und 2. Vorstand. Mit einer großen Beteiligung unserer Kameraden wurde er zu Grabe getragen.

 

20. Juni Vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhielten wir eine Einladung zur Einweihung des größten in Deutschland bestehenden Kriegsgräberfriedhof in München. Hier liegen 3.539 deutsche Soldaten beerdigt. Mit einer Fahnenabordnung nahmen wir daran teil. Mehr als 80 Fahnen waren bei der Einweihung anwesend.

 

22. August feierte unser Patenverein Parsberg-Wies sein 90 jähriges Stiftungsfest im kleineren Rahmen. Nach einer sehr besinnlichen Feier in der Kirche und am Kriegerehrenmal war im Vereinslokal Festkonzert. 1. Vorstand Martin Rank überreichte dem „Patenkind“ ein Festgeschenk. Ehrenvorstand Lorenz Leitner gratulierte in sehr humorvoller Weise den Parsbergern und rühmte die kameradschaftliche Verbundenheit beider Vereine.

 

14. November Volkstrauer-tag in Schliersee mit guter Beteiligung der Ortsvereine. 1. Bürgermeister Bachofer und 1. Vorstand Martin Rank legten nach ihren Ansprachen jeweils Kränze an der Kriegergedächtniskapelle nieder. Der V.d.K legte auch einen Kranz nieder.

 

10. Dezember Diavortrag des Volksbundes Deutscher Kriegs-gräberfürsorge über die Arbeit für die vielen Friedhöfe in Europa.  Der Vortrag war sehr gut, hätte aber einen größeren Besuch durch die Mitglieder verdient. Mit dabei war der V.d.K. Ortsverband. Eine Spende der Anwesenden unterstützte die weitere Arbeit des Volksbundes. Im gesamten Jahr fanden vier Ausschusssitzungen statt.

 

Vereinsjahr 1966

 

16. Januar 1966 fand die 129. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post statt. Mitgliederstand 252 Kameraden. 14 Mitglieder verstarben im abgelaufenen Jahr, es waren dies: Kloiber Andreas, Scherer Andreas, Schollerer Alois, Bayer Hans, Meister Rupert, Minholz Eugen, Löw Josef, Landstorfer Sebastian, Kugler Michael, Acher Peter, Wallner Josef, Mayer Georg, Schmid Josef und Kenzler Engelbert sen. Sechs Neuaufnahmen gab es im abgelaufenen Jahr zu verzeichnen. Mit großem Interesse nahm die Versammlung einen Vortrag auf, vorgetragen von einem Reservisten der Bundeswehr, dem Kameraden Josef Beck über die ersten Eindrücke nach dem Eintritt in die Bundeswehr. Die Neuwahl brachte folgendes Ergebnis: 1. Vorstand Martin Rank, 2. Vorstand Franz Reiter, Kassier Josef Schötz, Schriftführer Xaver Weber, 1. Fahnenjunker Josef Schrädler, 2. Fahnenjunker Michael Gasteiger (gleichzeitig Hilfskassier) und 3. Fahnenjunker Andreas Dietl. In den Ausschuss wurden gewählt: Ehrenvorstand Lorenz Leitner kraft Amtes, Josef Ehrenhofer, Klaus Wiedmann, Josef Jennerwein, Lorenz Bartl und als Vertreter der Bundes-wehrreservisten Josef Beck und Josef Hierstetter. Anregung durch die Versammlung einen gemeinsamen Jahrtag mit den Edelweißverein abzuhalten. Die Deutsche Kriegsgräberfürsorge ließ durch den 1. Vorstand Martin Rank mitteilen, dass in absehbarer Zeit der Volksbund Nachforschungen über Kriegsgräber im Osten aufnimmt. Dazu sollten Hinweise von Angehörigen und Kameraden erfolgen.

 

8. Mai - 129. Stiftungsfest zusammen mit den Edelweißverein, der sein 88. Stiftungsfest feierte. Bei strömenden Regen bildete sich ein stattlicher Kirchenzug. Pfarrer Wiedholz hielt unter Mitwirkung der Kurkapelle eine feierliche Feldmesse. Vor der Kriegergedächtniskapelle erinnerte 1. Vorstand Martin Rank an das mörderische Ringen vor 50 Jahren vor Verdun und sprach den Wunsch aus, dass uns Gott vor weiteren Kriegen beschützen möge. Anschließend legte er einen schönen Latschenkranz  an der Nikolauskapelle nieder. Oberst von Hertlein legte als Vorsitzender der Gesellschaft für Wehrkunde einen Kranz nieder, ebenso die Bundeswehr-reservisten durch Kameraden Josef Beck. Nach dem Rückmarsch zum Vereins-lokal unterhielt uns die Kurkapelle Reil mit flotter Musik. An der Fronleichnamsprozession nahm man wieder teil.

 

11. September Einer Einladung der Tiroler Kaiserjäger Ortsgruppe Kufstein zu ihrem 40 jährigen Gründungsjubiläum leisteten wir Folge. Kamerad Heinrich Stadler unterstützte uns mit Mitfahrgelegenheiten. Es waren mehr als 40 Vereine diesem Fest gefolgt. In unserem Verein gibt es auch mehrere Kameraden die in österreichischen Truppenteilen gedient hatten!  Der Veteranen- und Kriegerverein Töging am Inn legte seinen Vereinsausflug nach Schliersee. Mit zwei Bussen kamen die Kameraden von Innsbruck nach Schliersee und bezogen im Gasthof Seerose Quartier. In diesem Lokal wurde dann auch ein Kamerad-schaftsabend abgehalten.  Am Volkstrauertag wurde zusammen mit den anderen Schlierseer Vereinen mit Kranzniederlegungen vor der Krieger-gedächtniskapelle an die gefallenen Soldaten erinnert. Wegen Ehrensalut bei Beerdigungen für Kriegsteilnehmer, ob Vereinsmitglied oder nicht, gab es mit der Führung der Marktgemeinde eine Besprechung. Die immer wieder auftauchenden Schwierigkeiten sollten beseitigt werden. Vier Ausschuss-sitzungen wurden abgehalten.

 

 

 

Vereinsjahr 1967

 

18. Januar 1967 - 130. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post. Mitgliederstand des Vereins an diesem Tag 255 Kameraden. Fünf Kameraden sind im abgelaufenen Vereinsjahr verstorben: Maier Leonhard, Bürger Sebastian, Auracher Georg, Leitner Georg und Huber Georg. Neuzugang acht Mitglieder. Ein Kamerad ist ausgetreten und ein Kamerad ist weggezogen. Hauptpunkt war auf dieser Versammlung das 130. Stiftungsfest, es sollte am 16. April in einem bescheidenen Rahmen stattfinden. Ehrenvorstand Lorenz Leitner zählte die wichtigsten Ereignisse des Vereinslebens in humor-voller Weise auf. Pfarrer Wiedholz berichtet eindrucksvoll von seinem Wirken als Standortpfarrer, während des 2. Weltkrieges, in München. Es sollte auch wieder im Herbst ein Vereinsball abgehalten werden!  16. April  130. Stiftungsfest  mehrere Zeitungsartikel zeigten im Vorfeld des Gründungsfestes auf den Wandel von über 130 Vereinsjahren hin. Die Patenvereine von Parsberg-Wies, Elbach und Agatharied waren mit einer großen Anzahl von Teilnehmern dabei. Bei schönem Wetter wurde die älteste Vereinsfahne mitgetragen. Pfarrer Wiedholz zelebrierte die feierliche Gedenkmesse musikalisch umrahmt von der Kurkapelle Reil. Vor der Kriegergedächtniskapelle legte 1. Vorstand Martin Rank einen Latschenkranz für die gefallenen und ver-missten Kameraden nieder. Ebenso legte Oberst a.D. Hertlein für die Gesellschaft für Wehrkunde und dem bayerischen Soldatenbund einen Kranz nieder. Das Lied vom „Guten Kameraden“ beendete die Zeremonie, anschließend Rückmarsch zum Vereinslokal. 1. Vorstand Martin Rank sowie Ehrenvorstand Lorenz Leitner begrüßten die Festteilnehmer im Gasthof zur Post. 1. Bürgermeister Bachhofer lobte in seiner Rede die sorgsame Pflege der Tradition und Kameradschaft in unserem Verein und wünschte weiterhin guten Zusammenhalt. Auch Pfarrer Wiedholz richtete seine gutgemeinten Worte an die Festversammlung. Viele Vereine aus dem Landkreis waren mit dabei. Bei der Wiederweihe der Fahne des Veteranen- und Kriegervereins Parsberg-Wies in Schweinthal nahm unser Verein teil. Die feierliche Feldmesse vor einem Bauernhof in Schweinthal wurde durch einen Wolkenbruch arg beeinträchtigt. An der Fronleichnamsprozession nahm man wieder teil. Auf die Einladung der Brannenburger Pioniere (GebPiBtl 8) zum Manöverball leisteten einige Kameraden Folge. Die übermoderne Musik war aber für sie doch nicht ganz das Richtige! 21. Oktober wurde der Vereinsball im Gasthof zur Post abgehalten. Der Besuch war aber nicht zufriedenstellend, sodass die finanzielle Seite schlecht war. November Der Verein nahm wieder einmal an der Leonhardifahrt nach Fischhausen teil. Ein Pferdebesitzer aus der Parsberger Gegend stellte das Gespann. Der Volkstrauertag wurde unter der Mitwirkung der Kurkapelle Reil und des Liederhortes würdig gestaltet. 2. Bürgermeister Zehtner und 1. Vorstand Martin Rank  und V.D.K. Vorsitzender Hollmann legten nach ihren Ansprachen jeweils einen Kranz an der Kriegergedächtniskapelle nieder. Drei Ausschusssitzungen wurden im abgelaufenen Vereinsjahr abgehalten.

 

 

 

Vereinsjahr 1968

 

21. Januar 1968 - 131. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post. 245 Mann verzeichnete unser Verein an Mitglieder an diesem Tag. Verstorben waren im abgelaufenen Jahr: Maier Xaver, Fuchs Ignaz, Zellermeier Ludwig, Nachtmann Georg, Leitner Mathias, Brandstätter Ludwig, Stöger Hartl, Dr. Witthaus Erich, Hauke Ignaz, Tiefenbacher Leo und Stock Leo. Zwei Neuaufnahmen gab es. Folgenden Beschluss fasste man: Bei Urnenbeisetzungen wird genauso mit Grabmusik und Fahnenabordnung teilgenommen, wie bei Erdbestattungen! Mitgliederwerbung sollte mehr auf die Bundeswehrreservisten ausgerichtet werden.

 

05. Mai - 131. Stiftungsfest des Veteranen- und Kriegervereins Schliersee.  Böllerschüsse kündigten, wie üblich, am Vorabend das Fest an. Pfarrer Wiedholz hielt die feierliche Feldmesse in der Kirche St. Sixtus. Die Kurkapelle Reil umrahmte die Messe musikalisch. Vor der Kriegergedächtniskapelle legte der 1. Vorstand unseres Vereines Martin Rank, sowie Oberst a.D. Hertlein für die Gesellschaft für Wehrkunde und dem bayerischen Soldatenbund jeweils einen Kranz nieder. Nach Ehrensalut und dem Lied vom „Guten Kameraden“ erfolgte der Rückmarsch ins Vereinslokal. Im Gasthof zur Post wurde durch den Ehrenvorstand Lorenz Leitner in sehr humorvoller Weise eine Ansprache zu den Festteilnehmern gehalten, ebenso durch den Herrn Pfarrer Wiedholz. Eine mittelfränkische Soldatenkameradschaft aus dem Markt Bibart fragte über den 1. Vorstand Martin Rank an, ob er nicht behilflich sein kann für ihren geplanten Vereinsausflug nach Schliersee.

 

20. Juni Mit einem Sonderzug und 120 Mann erschienen um 08.00 morgens die Mitglieder der Bibarter Soldatenkamerad-schaft in Schliersee. Nach einer Ortbesichtigung erläuterte 1. Vorstand Martin Rank auf dem Schlierseer Weinberg die Schönheiten und Geschichte unserer Heimat. Der Vorstand des Bibarter Vereines sowie der 2. Bürgermeister des Marktes Bibart bedankten sich mit Ehrengeschenken bei unserem Verein und ließen die Kameradschaft unter ehemaligen Soldaten hochleben. In dem Gasthof zur Seerose klang in kameradschaftlicher Runde mit Musik diese Begegnung aus.

 

07. September Teilnahme am 100 jährigen Gründungs-jubiläum des Tegernseer Veteranenvereins. In der Prunkvollen Klosterkirche in Tegernsee fand der feierliche Feldgottesdienst statt. 50 Fahnen standen im Schmetterlingsgarten am Festpodium, mit dabei auch eine Abordnung der Tiroler Kaiserjäger in ihren hechtblauen Uniformen, die Gebirgsschützen und ein Zug Bundeswehrsoldaten. Fünf Musikkapellen gaben diesem Fest ein imposantes Bild. An der jährlichen Fronleichnamsprozession in Schliersee nahm unser Verein teil. Volkstrauertag wurde mit großer Teilnahme unserer Mit-glieder abgehalten. Bürgermeister Bachofer, 1. Vorstand Martin Rank, V.d.K. Vorsitzender Hollmann würdigten in Ansprachen das Gedenken an unsere gefallenen Soldaten beider Weltkriege. Anschließend legten sie Kränze in der Kriegergedächtniskapelle nieder. Drei Ausschusssitzungen wurden im abgelaufenen Vereinsjahr abgehalten.

 

 

Vereinsjahr 1969

 

19. Januar 1969 fand die 132. Ordentliche Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post statt. Man gedachte der im abgelaufenen Vereinsjahr verstorbenen Kameraden, das waren: Brand Martin (in der Türkei während eines Urlaubes erschossen worden), Hermann Xaver und Schwangler Christian. Sieben Kameraden wurden neu aufgenommen in unseren Verein. Mitglieder-stand : 245 Kameraden. Die zu tätigen Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: 1. Vorstand  Martin Rank, 2. Vorstand Fridolin Wichtlhuber, Kassier Josef Schötz, Schriftführer Xaver Weber, 1. Fahnenjunker Josef Schrädler, 2. Fahnenjunker Michael Gasteiger und 3. Fahnenjunker Anderl Dietl, Stellvertreter Josef Trainer. Dem Vereinsausschuss gehören an: Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Josef Ehrenhofer, Josef Beck, Josef Jennerwein, Josef Hierstetter, Klaus Widmann und Franz Reiter. Revisoren: Johannes Grabau und Josef Geiger. Ehrenvorstand Lorenz Leitner erzählte einige lustige Begebenheiten aus den 20er Jahren des Vereins.

 

27. April - 132. Stiftungsfest unseres Vereines. Die älteste Fahne konnte, obwohl gerade 100 Jahre alt geworden, wegen „Altersschwäche“ nicht mehr mitgeführt werden. Sie hat ab sofort im Schlierseer Heimatmuseum eine zukünftige Bleibe gefunden. In der Kirche St. Sixtus zelebrierte unser Pfarrer Wiedholz eine feierliche Feldmesse. In seiner Ansprache gedachte er würdevoll der gefallenen, vermissten und verstorbenen Mitglieder unseres Vereins. 1. Vorstand Martin Rank legte nach einer Ansprache über den Sinn unseres Jahrtages einen Latschenkranz in der Kriegergedächtniskapelle nieder, ebenso wurde durch den Oberst a.D. Hertlein (Gesellschaft für Wehrkunde und bayerischer Soldatenbund)und unserem Kameraden Josef Beck (Bundeswehrreservisten) ein Kranz niedergelegt. Rückmarsch in das Vereinslokal Gasthof zur Post. Hier zeichnete 1. Vorstand Martin Rank verdiente Mitglieder für 50 Jahre Zugehörigkeit mit dem Ehrenkreuz unseres Vereins aus: Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Kaspar Reitner und Klaus Widmann (Franz, Paul Hoeck war nicht anwesend). 1. Bürgermeister Bachhofer würdigte das Traditionsbewusstsein des Vereins in seiner Ansprache, ebenso ergriff unser Pfarrer Wiedholz das Wort und lobte den Verein für das Festhalten an seinen historischen Grundsätzen. Die Kurkapelle Reil umrahmte das kameradschaftliche Zusammensein musikalisch. Die Fronleichnams-prozession fiel dieses Jahr wegen extrem schlechten Wetters aus. Volkstrauertag wurde wie üblich begangen. 1. Bürgermeister Bachhofer und 1. Vorstand Martin Rank legten nach Ansprachen die Kränze vor der Krieger-Gedächtniskapelle nieder.


 

Chronik von 1970 bis 1974

Vereinsjahr 1970

 

18. Januar1970 - 133. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post in Schliersee. Mitgliederstand zu diesem Tage 251 Kameraden. Der Schriftführer berichtete über ein ruhiges Vereinsjahr ohne große Verpflichtungen. Der Kassenbericht vom Kassier Josef Schötz brachte erfreuliche Kassenbestände. Es wurde beschlossen einen Vereinsausflug zu organisieren. Die Fahrtkosten übernimmt der Verein. Von einem Vereinsball soll dieses Jahr abgesehen werden. Der Vereinsname soll nicht geändert werden, man wünsche nur, dass die Bundeswehrreservisten nie Krieger werden müssen!

 

 

 

19. April - 133. Stiftungsfest wurde mit einer feierlichen Feldmesse in der Kirche St. Sixtus gefeiert. Mit ehrenden Worten gedachte der 1. Vorstand Martin Rank der gefallenen Kameraden vor der Kriegergedächtniskapelle mit einem Kranz. Das Lied vom „Guten Kameraden“ beendete die würdige Feier vor der Krieger-gedächtniskapelle und es erfolgte der Rückmarsch zum Vereinslokal. Die Kurkapelle Reil umrahmte musikalisch den Festtag im Gasthof zur Post.

 

31. Mai Vereinsausflug nach Waldkraiburg mit einem deutsch-österreichischen Soldatentreffen zur Einweihung eines Kriegerehrenmals. Mit einem Bus von Mitglied Josef Lechner wurde gefahren. Kamerad Lechner und Herein betätigten sich im Bus als ausgezeichnete Witzeerzähler. In Waldkraiburg waren 90 Vereine zusammengekommen, aus Österreich, England und Deutschland.  Es war ein gut organisierte Feier, der leider starker Regen zusetzte. Auf der verregneten Heimfahrt wurde in Törwang im Gasthof zur Post eingekehrt. An der Fronleichnamsprozession beteiligte sicher der Verein. Der Volkstrauertag wurde im üblichen Rahmen gefeiert.

 

 

 

Vereinsjahr 1971

 

28. Februar 1971 - 134. Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post. Der Termin war dieses Mal so spät, weil sich der 1. Vorstand Martin Rank sich auf Kur befand! 53 Mitglieder waren der Einladung gefolgt. Mitgliederstand war an diesem Tage 244 Mann. Im abgelaufenen Vereinsjahr sind folgende Mitglieder zur „Großen Armee“ abberufen worden: Alfred Rauscher, Anderl Pötzinger, Gottlieb Kiehlechner, Matthias Hofberger, Josef Ehrenhofer, Josef Hartl, Josef Fichtner, Paul Autenzellner und Max Hohenleitner. Durch Wegzug schieden zwei Mitglieder aus.  Pfarrer Wiedholz bat die Vorstandschaft die kirchliche Feier zum Stiftungsfest in althergebrachter Weise abzuhalten. 1. Bürgermeister Bachhofer überbrachte die Grüße der Marktgemeinde Schliersee. Er nahm auch Bezug auf das Salutschießen bei Beerdigungen von Kriegsteilnehmern und sprach sich für die weitere Beibehaltung dieser letzten Ehre aus. Ehrenvorstand Lorenz Leitner dankte der aktuellen Vorstandschaft für die gute Vereins-führung. Die dem Verein vom Pfarramt übergebenen Orden von gefallenen Soldaten werden in einem Ordensalbum aufbewahrt. Über einen Vereins-ausflug konnte man sich nicht einigen. Im Schlusswort ersuchte der 1. Vorstand Martin Rank um entsprechende Werbung bei den Bundeswehr-reservisten zum Beitritt in den Verein.

 

02. Mai - 134. Stiftungsfest und Vereinsjahrtag in Schliersee. Bei gutem Wetter setzte sich ein ansehnlicher Kirchenzug in Bewegung, angeführt vom Trommlerzug und der Kurkapelle Reil. In der Kirche St. Sixtus hielt unser Herr Pfarrer Wiedholz einen sehr besinnlichen Gedenk-gottesdienst feierlich ab. Vor der Kriegergedächtniskapelle legte der 1. Vorstand Martin Rank nach würdigen Worten des Gedenkens einen Kranz zu Ehren der gefallen, vermissten und verstorben Kameraden nieder. Nach dem Rückmarsch fand im Vereinslokal Gasthof zur Post der kameradschaftliche Teil statt. Für 50 jährige treue Mitgliedschaft wurden folgende Mitglieder geehrt: Hans Maurer und Josef Fichtner. Ehrenvorstand Lorenz Leitner und Pfarrer Wiedholz trugen durch humorvolle Erzählungen bei zur guten Unterhaltung. An der Fronleichnamsprozession in Schliersee und Neuhaus nahm der Verein wie üblich teil.

 

12. September Teilnahme am 50 jährigen Gründungsjubiläum des Veteranen- und Kriegervereins Bad Wiessee. Die Feier war sehr gut vorbereitet, doch das Wetter war leider sehr schlecht an diesem Tag. Volkstrauertag beteiligten sich die Ortsvereine in Schliersee sehr lobenswert. 1. Bürgermeister, Veteranenvorstand und V.d.K. Vorstand legten jeweils einen Kranz an der Kriegergedächtniskapelle nieder. Drei Ausschusssitzungen wurden im abgelaufenen Vereinsjahr abgehalten.

 

 

 

Vereinsjahr 1972

 

1972  16. Januar 135. Ordentliche Jahreshauptversammlung unseres Vereines im Gasthof zur Post in Schliersee. Mitgliederstand 235 Kameraden.  Jahres-bericht und Kassenbericht waren wieder mustergültig. Es standen Neuwahlen an, es wurde gewählt: 1. Vorstand Martin Rank, 2. Vorstand Friedl Wichtlhuber, Kassier Josef Schötz, Schriftführer Xaver Weber, 1. Fahnenjunker Josef Schrädler, 2. Fahnenjunker Anderl Dietl und 3. Fahnenjunker Josef Trainer und Christl Dietmannsberger, Hilfskassier: Franz Hermann. Dem Vereinsausschuss gehören an: Ehrenvorstand Lorenz Leitner, Klaus Wiedmann, Josef Beck, Franz Reiter, Josef Jennerwein, Heinz Groß und Josef Hierstetter. Revisoren sind Johannes Grabau und Josef Hierstetter. Ehrenvorstand Leitner dankte der Vorstandschaft und munterte sie auf auch weiterhin so gut zusammen zu arbeiten. Den 135. Jahrtag sollte man in aller Stille feiern. Kassier Josef Schötz regte an den Vereinsbeitrag auf DM 5,-- zu erhöhen, was durch die Versammlung umgehend beschlossen wurde. Ein beliebtes Thema war der Vereins-ausflug ohne aber auf ein Ergebnis zu kommen. Die Kriegsorden der verstorbenen Kameraden würden in einem entsprechenden Album in guter Verwahrung sich befinden.

 

23. April - 135. Stiftungsfest unseres Vereines. Unsere Patenvereine hatten Weg zu uns gefunden und wir rückten mit zwei Fahnen zum Kirchenzug aus. Pfarrer Wiedholz hielt die feierliche Gedenkmesse in der St. Sixtus Kirche. Vor der Kapelle St. Nikolaus legte 1. Vorstand Martin Rank nach ehrenden Worten einen Kranz  nieder. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“ endete die würdige Zeremonie vor der Kriegergedächtniskapelle. Rückmarsch in unser Vereinslokal Gasthof zur Post. Hier ehrte der 1. Vorstand für 50 jährige treue Mitgliedschaft folgende Kameraden: Ludwig Nachtmann, Josef Hausruckinger, Josef Jennerwein, Nikolaus Widmann, Michl Schmidkonz und Peter Schwarzenberger. Ehrenvorstand Lorenz Leitner und Pfarrer Wiedholz trugen mit erzählten alten Begebenheiten humorvoll zur Unterhaltung bei.

 

27. Mai Vereinsausflug nach Hinterthiersee. Man fuhr mit dem Omnibus von der Fa. Hechenberger dorthin. Auf der Rückfahrt wurde in Landl nochmals eingekehrt. Fronleichnamsprozession wurde wegen schlechtem Wetters in der Kirche abgehalten. Eine Fahnenabordnung unseres Vereins war mit dabei.

 

11. November Einladung zum Vereinsball unseres Patenvereins Parsberg-Wies. Wir waren mit 20 Kameraden anwesend, aber der Ball war insgesamt sehr schlecht besucht!  Volkstrauertag wurde wie jedes Jahr unter Mitwirkung der Schlierseer Vereine abgehalten. Der Liederhort, die Kurkapelle und der Trommlerzug umrahmten die Feier. Mit der Kranzniederlegung durch den 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee Herrn Kaspar Hirtreiter und dem 1. Vorstand unseres Vereines endete die besinnliche Feier.

 

 

 

Vereinsjahr 1973

 

11. Februar 1973 - 136. Ordentliche Hauptversammlung des Veteranen- und Kriegervereins Schliersee im Gasthof zur Post in Schliersee. 56 Mitglieder waren nur anwesend. Mitgliederstand 230 Mann an diesem Tage. Verstorben waren im abgelaufenen Vereinsjahr die Kameraden Nikolaus Widmann, Andreas Dietl, Peter Schwarzenberger, Hans Jörg, Hans Hechenberger und Andreas Maier. Neuzugang zwei Mann. Nach dem Bericht des Schriftführers und des Kassiers ging 1. Vorstand Martin Rank auf die Problematik des Nachwuchses ein Bundeswehrreservisten sind nur sehr schwer zu werben für den Verein, obwohl sie beim Verein als vollwertige Mitglieder angesehen sind.  Pfarrer Wiedholz berichtet das die Kirche DM 2.000 ausgeben musste für allfällig Renovierungs-arbeiten an der Kriegergedächtniskapelle. Die Versammlung beschloss daraufhin DM 250 beizusteuern. Über einen Vereinsausflug wurde viel gesprochen, aber man fand kein Ziel! Eventuell sollte mit dem Patenverein Elbach zusammen ein Ausflug organisiert werden.

 

13. Mai - 136. Stiftungsfest unseres Vereines. Dieser Festtag wurde nach altem Brauch abgehalten. Leider musste man eine deutliche, rückläufige Teilnahme verzeichnen. Für den erkrankten Pfarrer Wiedholz hielt ein Aushilfsgeistlicher die feierliche Gedenkmesse. Vor der Kriegerkapelle hielt 1. Vorstand Martin Rank einen ehrenden Nachruf auf die gefallenen, vermissten und gestorbenen Kameraden und legte dafür einen schönen Latschenkranz nieder.  Die gleiche Handlung vollzog Kamerad Grabau für die Gesellschaft für Wehrkunde und den bayerischen Soldatenbund. Rückmarsch zum Vereinslokal, wo man bei flotter Musik und kameradschaftlicher Unterhaltung noch einige Stunden zusammensaß.

 

20. Mai Zum 100 jährigen Gründungsfest des Patenvereins Elbach rückten wir mit 25 Kameraden aus. Bereits am Vorabend war eine Abordnung unseres Vereins beim Festabend dabei. Dem Jubelverein überreichte man eine Geldspende zur Unterstützung.

 

Ende September lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Veteranenvereine des Land-kreises Miesbach in das Schliersee Kurzentrum zur Aussprache ein. Landrat Wolfgang Gröbl, der Kreisvorsitzende des Volksbundes begrüßte 12 Abordnungen von 25 eingeladenen Vereinen. Es gab anschließend eine Aussprache über Vereinsangelegenheiten und Anregungen. Der Bezirksvorsitzende des Volksbundes in Oberbayern, Herr Gruber  berichtete über die Anlegung und Erhaltung von Soldatenfriedhöfen. Dazu zeigte er uns Farbdias von dem Soldatenfriedhof in Monte Cassino/Italien. Er ersuchte die Landkreis-Veteranenvereine mit zu helfen bei den Straßensammlungen des Volksbundes. Landrat Wolfgang Gröbl will zukünftig mehr solche Veranstaltungen organisieren um die Zusammenarbeit unter den Vereinen zu fördern. Ein Schießwettbewerb der Veteranen und Reservisten sollte daher ins Leben gerufen werden. Am Volkstrauertag beteiligten sich fünf Ortsvereine mit Fahnen an der Feier an der Kriegergedächtniskapelle. 2. Bürgermeister der Marktgemeinde Schliersee Herr Hoschek , 1. Vorstand Martin Rank und der 1. Vorsitzende des V.d.K. Ortsverband Schliersee Herr Rogge jeweils einen Kranz nieder. Kurkapelle, Liederhort und der Trommlerzug gaben der Versammlung ihr Geleit. Ein Vereinsausflug wurde nicht durchgeführt, da Elbach auf den ihren verzichtete. Drei Ausschusssitzungen wurden im abgelaufenen Jahr durchgeführt.

 

 

 

Vereinsjahr 1974

 

21. Januar 1974 - 137. Ordentliche Hauptversammlung im Gasthof zur Post. 1. Vorstand Martin Rank konnte den 1. Bürgermeister Kaspar Hirtreiter, den Ehrenvorstand Lorenz Leitner und Oberst a.D. Hertlein  besonders begrüßen. 216 Mitglieder hat am heutigen Tage unser Verein. Folgende Mitglieder sind im abgelaufenen Vereinsjahr gestorben: Franz Reitberger, Kaspar Leitner, Josef Attlfellner, Josef Leitner, Josef Schliersmayr, Max Schmidmayer, Josef Hausruckinger, Hans Stöger und Martin Acher.  Es wurde vorgeschlagen aus finanziellen Gründen einen gemeinsamen Jahrtag mit der Gebirgsschützen-kompanie Schliersee abzuhalten. Pfarrer Wiedholz berichtet von der Neueindeckung des Daches der Kriegergedächtniskapelle, wofür das Ordinariat DM 19.000 bezahlen musste! Der Kassier des Vereins, Kamerad Josef Schötz bat um Entbindung von seinem Amt. Mit der Bitte das Amt noch bis zur nächsten Neuwahl 1975 weiterzuführen, willigte er dankenswerterweise ein.  Auf einen Vereinsausflug konnte man sich nicht einigen.

 

März - 1. Veteranen u. Reservistenschießen in Kreuth. 86 Teilnehmer. Es wurde durch den Landrat des Landkreises Miesbach, Herrn Wolfgang Gröbl organisiert. Von der Bundeswehr war der „Eichenlaubträger“ Oberst Sepp Prentl mit dabei. An diesem Schießen nahmen etliche Kameraden unseres Vereins teil.

 

28. April - Zum 150. Jährigen Gründungsjubiläum des Veteranenvereins Rottach-Egern nahm man mit 25 Kameraden teil. Am Abend fand ein Festball statt auch da war man noch vertreten.

 

05. Mai - 137. Stiftungsfest unseres Vereines. Das Wetter machte einen Strich durch unsere Rechnung. Die feierliche Feldmesse fand in der Kirche St. Sixtus statt und wurde von unserem Herrn Pfarrer Wiedholz in würdiger Form abgehalten. Kranzniederlegung durch den 1. Vorstand Martin Rank an der Krieger-gedächtniskapelle. Bei Freibier und Musik mit kameradschaftlicher Unterhaltung flogen die Stunden nur so dahin. Teilnahme war wegen des schlechten Wetters sehr gering. Für 50 jährige treue Mitgliedschaft wurde Hans Marketsmüller durch den 1. Vorstand mit dem Ehrenkreuz geehrt. Eine Fahnenabordnung begleitet die diesjährige Fronleichnamsprozession.

 

01. Juni Besprechung mit dem Vorstand des Patenvereins Parsberg-Wies hinsichtlich ihrer 100 jährigen Gründungsfestes im nächsten Jahr.

 

09. Juni machte der Veteranenverein Augsburg-Gersthofen seinen Vereinsausflug nach Schliersee. Kameraden unseres Vereines zeigten ihnen die Schönheiten unserer Heimat.

 

29. September Pfarrer Wiedholz feierte sein 25 jähriges Wirken in Schliersee. Die Ortsvereine zeigten durch ihre Teilnahme ihre Wertschätzung für den volkstümlichen Geistlichen. Martin Rank als Vorstand überreichte dem Pfarrer Wiedholz eine Ehrengabe, da er immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Veteranen habe.  Volkstrauertag wurde in üblicher feierlicher Weise abgehalten. 1. Bürgermeister Kaspar Hirtreiter, 1. Vorstand Martin Rank und V.D.K. Vorsitzender Rogge legten vor der Kriegergedächtniskapelle ihre Kränze nieder.

18. Dezember Teilnahme einer Fahnenabordnung bei der Beerdigung des Vorstandes des Patenvereins Elbach, Anderl Krainsberger der überraschend verstarb. Zwei Ausschusssitzungen wurden im abgelaufenen Vereinsjahr .